Von Bauhaus bis City-Jazz: Chemnitz feiert sich warm

Auch wenn das Wetter nicht so recht mitspielen wollte, strömten am Wochenende Tausende in die Innenstadt und zogen durch die Museen. Und die nächsten Veranstaltungen sind schon in Vorbereitung.

Die Wettervorhersagen ließen nichts Gutes ahnen: Der Himmel bedeckt, die Temperaturen kaum im zweistelligen Bereich und immer wieder Regen - der Start in die Freiluftsaison, der am Wochenende mit jeder Menge Livemusik entlang der neuen Gastromeile auf der Inneren Klosterstraße gefeiert werden sollte, stand unter keinem guten Stern. Das Programm des am Samstag erstmals veranstalteten "City-Jazz" war vorsorglich kurzfristig in die Lokale verlegt worden; nur am Jakobikirchplatz gab es Live-Musik unter freiem Himmel bis spät in die Nacht.

Und wie reagierten die Chemnitzer? Sie zeigten sich erstaunlich unbeeindruckt, holten die dicke Jacke raus und machten sich trotzdem zu Tausenden auf dem Weg in die Stadt. Bisweilen war der Andrang so groß, dass mancher Mühe hatte, einen Platz in einem der Restaurants zu finden. "Wir haben es schon bei mehreren probiert: Alle voll", sagte ein Besucher aus Mittweida, der mit Freunden aus Chicago am Neumarkt unterwegs war.


Andere genossen einfach die Atmosphäre. "Hier hat sich wirklich viel getan über die vergangenen Jahre hinweg", äußerte Heiko Fischer anerkennend, der es sich draußen, in einem Pavillon mit Heizstrahler, bequemgemacht hatte. "Schade nur, dass das City-Jazz und die Museumsnacht an einem Tag sind", meinte Karina Hunger, seine Begleiterin. "Da muss man sich für eines entscheiden - oder man kann beides nur so halb genießen", bedauerte sie.

Doch die Termin-Dopplung war kein Zufall, sondern von den Veranstaltern gewollt - in der Hoffnung, dass beide Seiten davon profitieren. "Wenn wir eine Großstadt sein wollen, müssen wir damit umgehen können, dass manches gleichzeitig stattfindet", sagte Sven Hertwig, Organisator des City-Jazz. Er spricht von einem Erfolg und würde das Format gern fortsetzen. "Ob in den Lokalen oder draußen, es war trotz des mäßigen Wetters eine richtig schöne Stimmung", bilanzierte er.

Auch viele der mehr als 30 Einrichtungen, die sich in diesem Jahr an der Museumsnacht beteiligt hatten, konnten sich über mangelnden Zuspruch nicht beklagen - auch wenn die Gesamtbesucherzahl mit 9100 etwas unter der des vergangenen Jahres lag. Schwerpunktthema war diesmal das Jubiläum 100 Jahre Bauhaus. Es bescherte beispielsweise dem Marianne-Brandt-Haus am Fuße des Kaßbergs, dem Wohnhaus der einzigen Chemnitzer Bauhauskünstlerin, einen derart regen Zulauf, dass der Zutritt zeitweise reglementiert werden musste - Wartezeiten inklusive. Im Stadtbad, das in den 1930er-Jahren im Stil der Moderne errichtet wurde, folgten mehr als 600 Besucher den Führungen zur Geschichte und Technik des Hauses.

Trotz des zunächst regnerischen Wetters ebenfalls nicht unzufrieden zeigten sich die Organisatoren mehrerer Veranstaltungen, die tagsüber stattgefunden hatten - sei es im Albertipark auf dem Sonnenberg, beim Brühl-Fest oder dem Familienfest der Liga der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege im Stadthallenpark. "Wir mussten zwar unser Programm reduzieren, aber trotzdem waren erstaunlich viele Besucher da", bilanzierte Stephanie Meichsner vom Paritätischen Wohlfahrtsverband.

Das nächste größere Ereignis in der Innenstadt steht bereits am kommenden Samstag auf dem Programm, wenn am Marx-Monument die erste Auflage der Konzertreihe "Am Kopp" in diesem Jahr über die Bühne geht. In der Woche darauf steigt dann das zweite Hutfestival.

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2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    6
    Interessierte
    13.05.2019

    Wer ist denn diese Sven Hartwig eigentlich , als Sportler kenne ich ihn auch nicht , ist das ein Chemnitzer oder kommt er ´auch` von irgendwoher - hierher ?
    https://www.exclusiv-events.com/marke/team/
    https://www.die-stadt-bin-ich.de/exklusives-fuer-die-innenstadt/

  • 2
    2
    HHCL
    13.05.2019

    "Wenn wir eine Großstadt sein wollen, müssen wir damit umgehen können, dass manches gleichzeitig stattfindet", sagte Sven Hertwig, Organisator des City-Jazz.

    Wo hat man sich diese Marketingfloskel ausgedacht? Das hat doch mit der Wirklichkeit in Chemnitz nichts zu tun. An einem Wochenende im Jahr finden zig Parallelveranstaltungen statt und dann? Auf weiter Flur bestenfalls Einzelveranstaltungen; auch wenn da ab und zu eine etwas größere dabei ist.

    Nur weil man das einmal im Jahr hat, wird Chemnitz doch keine echte Großstadt. Ein Blick auf den für eine 250.000 Einwohnerstadt spärlichen Veranstaltungskalender und die oft menschenleere Innenstadt nach 19 Uhr macht diese Häufung einfach nur ärgerlich.



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