Wie ein Weihnachtsbaum vermessen wird

Ist die Fichte auf dem Markt größer oder kleiner als der Baum im vergangenen Jahr? Ein angehender Fachtechniker kennt die Antwort - dank eines speziellen Geräts.

Dass ein Schönheitspreis für den Chemnitzer Weihnachtsbaum in diesem Jahr nur schwer zu gewinnen sein wird, davon ist so mancher Chemnitzer fest überzeugt. Aber auch bei der immer wieder spannenden Frage "Wer hat den Größten?" sieht es diesmal wohl eher nicht so gut aus. Das jedenfalls lassen jene Daten befürchten, die Toni Wüstenhagen, ein angehender Vermessungstechniker des Chemnitzer Vermessungsdienstleisters Wuttke Geogroup, gestern auf dem Markt zusammengetragen hat.

Mit einem gleichermaßen modernen wie teuren 3-D-Laserscanner hat der 19-Jährige die aus dem Vogtland stammende Fichte ins Visier genommen - von drei verschiedenen Standorten aus. Jeweils etwa acht Minuten tastete das Gerät mit einem Laserstrahl die gesamte Umgebung ab, einschließlich Baum. Dabei werden mehr als 130 Millionen Punkte gescannt, über die später mithilfe eines Computerprogramms ein dreidimensionales Grafik-Modell erstellt werden kann. Die Höhe der Fichte fällt dabei quasi nebenbei ab.

Exakt 24,59 Meter, gemessen vom Boden bis zur Spitze, ermittelte Toni Wüstenhagen auf diese Weise. "Das ist weniger als bei dem Baum des vergangenen Jahres", erläutert Alexander Neumeister, der die Aktion seit mehreren Jahren begleitet. "Die Vermessung des Weihnachtsbaums ist immer eine schöne Sache für unsere Azubis", sagt er. Ein 3-D-Laserscanner sei dafür bislang aber noch nie verwendet worden.

Üblicherweise kommt das Gerät zum Einsatz, um möglichst genaue 3-D-Abbilder von Gebäuden zu erstellen. Bauplaner, Vermieter, Installateure, Hausverwaltungen seien an derlei Daten sehr interessiert, erläutert Neumeister. Mit ihnen ließen sich überaus anschaulich und vergleichsweise einfach allerlei Berechnungen anstellen - sei es nun, um Gesamtflächen zu ermitteln, oder um vorab verschiedene mögliche Umbau-Varianten durchzuspielen. Ab dem Jahr 2020 solle das Verfahren in Deutschland standardmäßig zum Einsatz kommen. "In einigen anderen Ländern ist das schon heute der Fall."

Mit seinen 50 Mitarbeitern, darunter 15 Azubis, ist Wuttke Geogroup nach eigenen Angaben der größte Ausbildungsbetrieb der Branche in ganz Sachsen. Die Mitarbeiter sind deutschlandweit und auch in der Schweiz auf Baustellen im Einsatz, um ihre Kunden mit Vermessungsdaten zu versorgen.


Weihnachtsmärkte, Bergparade - und nach 38 Jahren zum letzten Mal "Advent im Arzgebirg" im Großen Saal der Stadthalle

Weihnachtsmarkt: Eröffnet wird der Chemnitzer Weihnachtsmarkt von Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig am Freitag um 16 Uhr mit dem traditionellen Stollenanschnitt. Allabendlich um 17 Uhr besucht der Weihnachtsmann die Märchenbühne und bringt eine Märchenüberraschung mit, gespielt vom Fritz Theater bzw. der Theatergruppe Unart. Mädchen und Jungen von vier bis sechs Jahren, die den Weihnachtsmann auf der Bühne treffen möchten, können sich per Brief, gern auch mit einem selbst gemalten Bild für die weihnachtliche Stippvisite anmelden (Weihnachtsmarktstudio der Stadt Chemnitz, Marktwesen, 09106 Chemnitz). Geöffnet hat der Weihnachtsmarkt täglich bis 21 Uhr, am 23. Dezember bis 20 Uhr.

Bergparade: Traditionell am ersten Wochenende des Chemnitzer Weihnachtsmarktes startet der Sächsische Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine seine diesjährigen weihnachtlichen Aufzüge. Am Samstag werden erneut mehr als 1000 Teilnehmer erwartet. Beginnen wird der Umzug um 14 Uhr an der Karl-Liebknecht-Straße. Von dort führt er über die Straße der Nationen und die Brückenstraße zum Stadthallenpark, wo er mit einem Abschlusszeremoniell ausklingt. Dort findet bereits vor der Parade, ab 13.30 Uhr, ein Konzert der Bergmusiker und -sänger statt.

Tage der erzgebirgischen Folklore: Das traditionelle Vorweihnachtsprogramm "Advent im Arzgebirg" im Großen Saal der Stadthalle ist am Samstag zum letzten Mal zu erleben. Für kommendes Jahr werde ein neues Format entwickelt, kündigt Stadthallen-Chef Ralf Schulze an. Es soll an die Tradition der Adventsshow anknüpfen, die seit den 1970er-Jahren Bestandteil der "Tage der Erzgebirgischen Folklore" war. Samstag und Sonntag präsentieren in der Stadthalle mehr als 60 Aussteller traditionelles erzgebirgisches Kunsthandwerk und lassen sich über die Schulter schauen. Im großen Foyer laden zudem Erzgebirgsensembles zum Zuschauen und Verweilen ein. (jeweils 10 bis 18.30Uhr, Eintritt: 5 Euro)

Chemnitz-Center: Mit der laut Center-Manager Thomas Stoyke größten Glühwein-Pyramide Sachsens lockt das Einkaufszentrum in Röhrsdorf zum Einkaufsbummel. Die mehr als zehn Meter hohe Konstruktion wurde gestern Nachmittag angeschoben. Mehr als einen Monat vor Heiligabend ließ sich gestern auch der Weihnachtsmann ein erstes Mal blicken. Er wird an den kommenden Samstagen sowie den beiden verkaufsoffenen Sonntagen jeweils von 12 bis 18Uhr im Center präsent sein, um sich die Wünsche von Kindern anzuhören. Zudem gibt es wieder einen Weihnachtsmarkt sowie für die Kinder einen Streichelzoo, eine Miniaturwelt und ein nostalgisches Karussell.

Sachsen-Allee: Auf Motive erzgebirgischer Volkskunst im XXL-Format setzt das Einkaufszentrum wie schon in den vergangenen Jahren, um vorweihnachtliche Stimmung aufkommen zu lassen. "Zwölf Szenarien und tausend funkelnde Sterne verleihen dem Center eine besondere Atmosphäre", sagt Center-Manager Hans-Jörg Bliesener. In den vergangenen Tagen wurde die zum Teil mehrere Meter hohe Deko aufgebaut, gestern am späten Nachmittag dann die vorweihnachtliche Festbeleuchtung angesteckt. (micm/gp)

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