Erste Mieter ziehen in künftigen Lebenshilfe-Wohnpark ein

Am Stadtpark entstehen moderne Wohnungen für Menschen mit und ohne Behinderungen. Der Bau weiterer Häuser beginnt in einigen Wochen. Für ein unter Schutz stehendes Gebäude gibt es hingegen keine Rettung mehr.

Altchemnitz.

Außen ansprechend modern, innen zeitgemäß ausgestattet, die ruhige Lage zwischen Annaberger Straße und Stadtpark nicht ohne Reiz: Keine Frage, dieses Haus dürfte noch so manchem Lust machen, einzuziehen. Heike Röder und Antje Filounek sind da schon einen Schritt weiter. Die beiden Damen haben gestern die Schlüssel zu ihrer künftigen Wohnung erhalten. Sie gehören zu den ersten Bewohnern, die das erste fertiggestellte Haus des künftigen Wohnparks "Lebens-(t)räume" beziehen, der bis in die kommenden Jahre hinein in Regie der Lebenshilfe an der Rößlerstraße in Altchemnitz entsteht. Menschen mit und ohne Behinderung sollen dort ein Zuhause finden.

Und nicht wenigen wird es gehen wie Heike Röder und Antje Filounek: Ihre Wohngemeinschaft, zu der noch eine dritte Bewohnerin gehört, stellt für beide das erste eigene Zuhause außerhalb der elterlichen Wohnung dar. Obwohl schon viele Jahre im Erwachsenenalter, lebten die Mitarbeiterinnen einer geschützten Werkstatt der Lebenshilfe bislang wohlbehütet bei ihren nächsten Angehörigen. Künftig werden sie ihr Leben weitgehend selbstständig meistern.

"Für uns alle ist das ein ziemlich großer Schritt", schildert Heike Röders Mutter Rosemarie, die selbst bereits auf die achtzig zugeht. "Wir haben uns seit Jahren gefragt, wie es mit unserer Tochter weitergehen soll, wenn wir älter werden. Da kam uns die Idee des Wohnparks zupass."

Bei der Auswahl der Mieter habe man darauf geachtet, dass die künftigen Bewohner gut zusammenpassen, erläutert Peter Müller, der Vorstandschef der Lebenshilfe. Einige seien seit 25 Jahren miteinander befreundet, andere kennen sich von der täglichen Arbeit in den Werkstätten. In dem jetzt bezogenen ersten Haus gibt es zwei betreute Außenwohngruppen der Lebenshilfe, die Dreier-WG der Frauen und ganz oben im Dachgeschoss zwei Wohnungen für alleinstehende Herren. "Die Eltern der Bewohner sind sehr engagiert. Manchem tut es aber auch sehr weh, wenn ihre Kinder nach so vielen Jahren ausziehen."

Neben dem Neubau werden noch in diesem Monat die Arbeiten für den Bau der nächsten beiden, weitgehend baugleichen Häuser beginnen. Sie sollen bis Jahresende im Großen und Ganzen fertiggestellt sein. Dort werden dann aller Voraussicht nach auch Menschen ohne Behinderung einziehen, so Müller. Zwei weitere Häuser folgen dann 2017 in jenem Bereich, auf dem derzeit noch die Ruine eines bei einem Brand im Sommer 2014 zerstörten Ziegelbaus steht, der einst wie das gesamte Gelände zum DDR-Fahrzeugkombinat IFA gehörte. Ursprünglich hatte das denkmalgeschützte Industriegebäude Teil des Wohnparks werden sollen. Mittlerweile, so Müller, habe man erwirkt, dass es abgerissen werden darf.

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