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Freiberg ist in Mittelsachsen das teuerste Pflaster

Im Landkreis steigen die Immobilienpreise weiter an. Doch es gibt starke Gefälle - nicht nur zwischen Stadt und Land, sondern auch innerhalb von Kommunen.

Von Steffen Jankowski
erschienen am 16.04.2018

Freiberg/Burgstädt. Ein komplett saniertes Einfamilienhaus, Baujahr 1975, kostet in Mittelsachsen im Schnitt 1258Euro pro Quadratmeter Wohnfläche - ohne Grundstück. Mehrfamilienhäuser in gleichem Zustand und Alter liegen bei 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Das geht aus dem aktuellen Grundstücksmarktbericht hervor, den der Gutachterausschuss des Landkreises beschlossen hat.

Im Vergleich zu den Vorjahren ist eine Wertsteigerung zu erkennen. So war ein Eigenheim der oben genannten Kategorie zwei Jahre zuvor im Schnitt noch rund 6,5 Prozent billiger. Der Preisunterschied zu Ende 2012 beträgt sogar fast 33 Prozent. Allerdings handele es sich dabei nur um statistische Mittelwerte, betont Birgit Schellenberg als Leiterin der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses: "Die Werte sind als Orientierung zu sehen."

Die Tendenz jedoch wird auch vom Onlineportal Immobilienscout24 bestätigt, über das nach eigenen Angaben derzeit mehr als 750Häuser in Mittelsachsen zum Kauf angeboten werden. Bei einem aktuell durchschnittlichen Kaufpreis von 800 Euro pro Quadratmeter betrage die Kaufpreisentwicklung plus 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, informiert die Firma aus Berlin auf ihrer Internetseite.

Aber: Auf dem Immobilienmarkt spielt die Lage des Grundstücks eine entscheidende Rolle. Das bestätigt die Sparkasse Mittelsachsen. Aus dem Bereich Baufinanzierung vorliegenden Anfragen sei für den ländlichen Raum eine verhaltene Nachfrage nach Grundstücken und Gebäuden abzuleiten, was sich auf die Preise niederschlage. Für zentrale Lagen dagegen, speziell für Freiberg, gebe es ein gesteigertes Interesse.

Das hatte sich auch bei den Bodenrichtwerten gezeigt, die im August vorigen Jahres festgelegt worden sind. Ein Beispiel: Der Franz-Mehring-Platz in Freiberg - ein Gebiet mit Bebauungsplan - schlug mit 105 Euro pro Quadratmeter zu Buche. Dagegen wurden in Voigtsdorf in Dorfchemnitz im Erzgebirge nur 5 Euro pro Quadratmeter Bauland aufgerufen. In Burgstädt ist der Boden östlich und nordöstlich der Innenstadt mit knapp 50 Euro pro Quadratmeter am wertvollsten, während für die Ortsteile meist nur Werte von etwa 25 Euro gelten. In der Gemeinde Lichtenau reichen die Bodenrichtwerte von 22 Euro pro Quadratmeter in Ottendorf bis 62Euro rund um den Hofweg in Auerswalde.

"In der Kreisstadt ist der Boden am teuersten", konstatiert Birgit Schellenberg vom Gutachterausschuss. Im Freiberger Raum seien die Preise gestiegen, während sie in anderen Gebieten stagnierten. Sowohl die Bodenrichtwerte als auch der Grundstücksmarktbericht beruhen auf einer Kaufpreissammlung. Für die aktuellen Übersichten seien 7600 Kaufverträge aus den Jahren 2015 und 2016 ausgewertet worden, erklärt eine Sprecherin des Landkreises.

Dem Gutachterausschuss gehören sechs Mitarbeiter des Finanzamtes und 18 ehrenamtliche Mitglieder an, so Schellenberg. Letztere seien beispielsweise Makler, Architekten und Sparkassenangestellte. Die fünf Mitarbeiter der Geschäftsstelle haben nach den Worten der Leiterin im vergangenen Auswertungszeitraum rund 9200 mündliche und 850 schriftliche Auskünfte erteilt. Während erstere gratis erfolgen, gilt für letztere ein Kostenverzeichnis. Wer schwarz auf weiß einen Orientierungswert für sein Einfamilienheim haben will, muss 60 Euro bezahlen.

 
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Freiberg ist in Mittelsachsen das teuerste Pflaster
Mehrfamilienhäuser wechseln häufiger den Besitzer
 
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