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Der schreibende Gastwirt Jörg Naumann hat sein fünftes Buch veröffentlicht. Darin geht es um die korrekte Anwendung der deutschen Sprache für Burgstädt und Umgebung. Die nächste Lesung ist am 28. Januar.

Foto: Andreas Seidel

"Ich schreibe nicht des Geldes wegen"

Ein Burgstädter Gastwirt spricht über sein fünftes Buch, den Begriff Bestseller-Autor und warum er nicht in die Politik geht

erschienen am 13.01.2018

Burgstädt. Jörg Naumann hat sein fünftes Buch mit dem Titel "Sag nie: Als wie!" veröffentlicht. Darin geht es um sprachliche Besonderheiten in Burgstädt und Umgebung. Bettina Junge unterhielt sich mit dem 62-Jährigen.

"Freie Presse". Bisher haben Sie über Ihre Kinder- und Jugendzeit geschrieben. Warum jetzt der Sinneswandel?

Jörg Naumann: Das ist alles aufgeschrieben. In Gespräch mit meinen Zuhörern bei Lesungen fiel mir auf, dass wir hier eine ganz eigene Ausdrucksweise haben. Phonetisch ist das ja in Ordnung. Das zeichnet den Sachsen ja aus. Doch grammatisch sollte es schon stimmen. Allein das Wort "als" scheint es bei uns gar nicht zu geben. Es wird ständig durch das "wie" ersetzt.

Selbst Goethe hat doch in seinem Faust geschrieben "so klug als wie zuvor". Also müsste doch die Formulierung erlaubt sein?

Da können Sie mal sehen, dass man mit einem Schreibfehler berühmt werden kann. Unglaublich!

Was sagen Deutschlehrer zu Ihrem Werk?

Aus dem Manuskript habe ich bereits gelesen. Immer am letzten Sonntag ab 18.30 Uhr treffen wir uns in unserem Restaurant. Es sind etwa 1000 Hörer pro Jahr. Die Resonanz ist positiv. Ich kann und will mich jedoch keinesfalls mit Deutschlehrern vergleichen. Da hätte ich ja Schüler mit Schulpflicht und keine freiwilligen Zuhörer.

Haben Sie beim oder nach dem Aufschreiben noch einen Experten konsultiert?

Experten sind im praktischen Bereich sinn- und wertvoll. Im schöngeistigen Metier verderben sie eher die eigene Meinung.

Hatten Sie immer die Note 1 im Deutschunterricht?

Ich habe immer gern Deutsch gehabt und in früheren Jahren stand tatsächlich immer eine 1 im Zeugnis. Meine Deutschlehrerin, Frau Hausmann, ist eifrige Besucherin meiner Lesungen. Erst später auf der Erweiterten Oberschule, als alles und jedes im sozialistischen Sinne interpretiert werden musste, verlor ich das Interesse.

Kann man mit dem Schreiben reich werden?

Zahlen sind Schall und Rauch. Nur so viel: Ich habe noch bei keinem Buch drauf gezahlt. Außerdem schreibe ich nicht des Geldes wegen, sondern habe Spaß an der Freude. Beim Schreiben kann man sich verwirklichen, seine Sorgen loswerden oder auch eine ganz neue Sicht der Dinge erlangen. Schreiben macht kreativ. Und wenn es anderen Leuten auch noch gefällt, was man geschrieben hat, ist es umso schöner.

Sind Sie der Bestseller-Autor von Burgstädt, denn die Auflage von 500 Stück ist fast verkauft?

Bestseller-Autor klingt gut, ist aber maßlos übertrieben. In Burgstädt bin ich ganz gut dabei.

Es fällt auf, dass die 209 Buchseiten keine Gliederung haben, also Kapitel. Schreckt das die Leser nicht ab?

Eine strikte Ordnung in Grammatik und Orthografie ist unerlässlich. Das reicht aber auch schon aus. Ich schreibe auf, was mir einfällt. Meine Leserschaft schreckt das nicht ab. Sie fragen nur, wann mir das alles einfällt und ich antworte: Nachts ist auch noch ein Tag.

Wollen Sie mit dem Buch auch etwas Politik machen? Falls ja, warum gehen Sie dann nicht in den Stadtrat?

Mit jedem Wort, das man ausspricht, macht man schon Politik. Nehmen Sie das Wort Ausländer. Ganz gefährlich heute. Dabei ist doch nur eine Person gemeint, die aus dem Ausland kommt. Treffender kann man es nicht sagen. Das mit dem Stadtrat lass' ich lieber sein. Wir haben ja schon einen Naumann als Bürgermeister. Wir sind aber nicht miteinander verwandt.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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