Wenn Arbeiter im Wasserturm festsitzen

Ein Einsatz der Feuerwehr am Hochbehälter an der Leipziger Straße hat gestern für Aufsehen gesorgt. Ganz so ernst, wie es aussah, war es dann aber doch nicht.

Schlosschemnitz.

Gestern Morgen, 9.30 Uhr: Bei der Feuerwehr geht ein Notruf ein. Im Wasserturm an der Leipziger Straße sind zwei Arbeiter verunglückt und müssen geborgen werden. Rund 20 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Höhenrettung machen sich daraufhin auf den Weg zu dem Behälter nahe des Küchwalds. Erst vor Ort erfahren die Retter: Es handelt sich um eine Übung.

Laut Knut Liebe von der Feuerwehr wurde folgendes Szenario durchgespielt: Ein Arbeiter ist in einen Schacht gestürzt und kann sich verletzungsbedingt nicht selbst befreien. Eine weitere Person ist zudem an einem Sicherungsseil hängend verunglückt und muss ebenfalls gerettet werden. "Die Übung war erfolgreich. Gegen 10.05 Uhr waren die beiden Personen gerettet", berichtet Liebe.

Für die Chemnitzer Feuerwehr sei es der erste Einsatz in dem Hochbehälter gewesen. Auf, an oder in Anlagen des Energieversorgers Eins führe man allerdings regelmäßig Übungen durch, erklärt er. "Das liegt daran, dass wir selbst nicht allzu vielseitige Übungsobjekte in Chemnitz haben." Die Kollegen des Höhenrettungsdienstes, derzeit sind das etwa 40 Einsatzkräfte, trainierten einmal pro Woche an "gewöhnlichen Objekten", so Liebe. Etwa dreimal im Jahr stünden zusätzlich Übungen an speziellen Gebäuden oder Anlagen an, wie dieses Mal am Hochbehälter oder 2013 an einer 110 Meter hohen Windkraftanlage in Rabenstein. Dafür gebe es eine Kooperation mit Eins, berichtet dessen Sprecher Christian Stelzmann.

Der 22 Meter hohe Trinkwasserspeicher ist Ende 2013 in Betrieb genommen worden. Der rund 4,6 Millionen teure Bau hatte einen unterirdischen Speicher in der Nähe ersetzt, der in die Jahre gekommen und zu groß geworden war. Denn der Trinkwasserverbrauch in Chemnitz ist laut Eins seit 1990 deutlich zurückgegangen. Die neue Anlage mit der markanten Fassade aus spiegelnden Edelstahlplatten fasst statt drei Millionen nur noch 1,3 Millionen Liter Wasser.

Das stammt aus den Talsperren Eibenstock, Einsiedel, Neunzehnhain und Saidenbach und gelangt durch natürliches Gefälle in die Stadt und viele Haushalte. Um auch in höher gelegenen Stadtteilen einen hohen Wasserdruck zu gewährleisten, existieren über das Stadtgebiet verteilt 14 Hochbehälter sowie 26 Pump-Anlagen. Das Trinkwasserleitungsnetz in Chemnitz, das Eins seit 1993 betreut, ist etwa 1500 Kilometer lang. (mit mib)

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