Abend-Empfang an der Badewanne

Warum Geschäftsfreunde planschten, wie ein Kind die Promis begeisterte und warum ein Supertalent in Klaffenbach auftrat.

Nicole Zeißig, Inhaberin des Messe- und Promotionunternehmens Elocin, kitzelte am Freitagabend an den sieben Sinnen. Die Chemnitzerin hatte gemeinsam mit Hans-Georg Ullmann, Geschäftsführer des Fliesen- und Sanitärhauses an der Henriettenstraße, in dessen Handelsräume eingeladen. Und aus Spaß planschten sie am Wannenrand im Ausstellungsraum mit ein paar Quietschenten herum. Dabei ging es doch ums Fühlen, Sehen, Riechen, Schmecken, Hören, ums Gleichgewicht und den sprichwörtlichen "siebten Sinn", den Frauen meistens haben. So konnte man die Hände auf moosbewachsene Wandteppiche legen - der neueste Schrei in Sachen Badgestaltung. Silke Koppe, Inhaberin der Salbenmanufaktur Beti Lue, hatte duftende Seifen und Cremes aufgetafelt. Caterer David Kaminski servierte Häppchen mit Rote-Beete-Aufstrich, Curry-Paste und Käse im Blätterteigmäntelchen - auf Fliesen statt auf Tellern. Und Tobias Kimmer, Experte für fein abgestimmte Unterhaltungselektronik und Boxentechnik, drehte sanft an den Reglern. "Wir wollen eine unkomplizierte Party mit guten Freunden und verlässlichen Geschäftspartnern auf die Beine stellen", sagte Nicole Zeißig am Abend. Unter den Gästen: Gastronom Henrik Bonesky, Sprachinstitutsleiterin Angela Donat, Rechtsanwalt Thomas Beneking, die Zahnärzte Tom Barthel und Wolf Ullrich Mehmke, Kunstmalerin Susann Riedel und Büroausstatter Uwe Thuss. Er lud noch an dem Abend zu seiner eigenen Party am Folgetag ein.

Uwe Thuss (Foto), Inhaber des Ausstatters Büroland und Geschäftsführer des Büro- und Konferenzzentrums Business-Village, hatte sich am Samstag die Skihosen angezogen. In Chemnitz lag zwar gar kein Schnee, aber egal. In der Fabrikhalle neben dem Cammann-Hochhaus an der Blankenauer Straße bat er trotzdem zur Aprés-Ski-Party. In der historischen Halle hatte er dafür extra eine Rodelpiste einbauen und eine Menge Musiker antreten lassen: Roland Kaiser, Helene Fischer, Andreas Gabalier, Klaus & Klaus - was, die waren da alle da? Zumindest Doubles der Künstler. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch.

Ben Lepetit, zehnjähriger Ausnahmepianist, saß am Samstagabend vor dem Fernseher und schaute sich die Aufzeichnung der Show "Klein gegen Groß - Das unglaubliche Duell" an. Denn darin spielte er eine der Hauptrollen. Der Schüler war angetreten, um den Schauspieler und "Tatort"-Kommissar Miroslav Nemec in einer Klavier-Herausforderung zu schlagen. Er wettete, dass er mehr klassische Musikstücke allein an der Bewegung der Dämpfer im Inneren eines Flügels erkennen kann als Nemec. Der Mime hat einst am Mozarteum in Salzburg eine klassische Klavierausbildung genossen. Gegen den talentierten Chemnitzer hatte der Schauspieler jedoch keine Chance. Er erkannte nur zwei von drei dargebotenen Musikstücken, während Ben alle Klavierausschnitte zuordnen konnte. Dafür gab es nicht nur Lob von den prominenten Zuschauern auf dem Showsofa, darunter Sportler Christoph Harting, Designer Guido Maria Kretschmer und die Musiker Yvonne Catterfeld und Hansi Hinterseer. Ben Lepetit bekam für seine Leistung auch ein besonderes Geschenk. Er darf für einige Tage nach Salzburg reisen und dort am Hammerklavier spielen, dass einst dem berühmten Komponisten gehörte. "Jaaaaaaaa!", rief Ben in riesiger Vorfreude darauf aus. Wie passend: Ben Lepetit ist derzeit Stipendiat der Sächsischen Mozartgesellschaft in Chemnitz. In deren Auftrag spielte er erst im Januar in Salzburg, da allerdings nicht am Originalklavier.

Michael Hirte (Foto), Musiker mit Mundharmonika, erfüllte der Chemnitzerin Margit Liebeskind einen Herzenswunsch. Er spielte im Wasserschloß Klaffenbach im Rahmen einer Tagung der Aphasiker Südwestsachsen. Der gemeinnützige Verein mit Sitz in Stollberg, dem auch die Chemnitzerin angehört, unterstützt Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen, wie sie etwa nach Schlaganfällen, Schädel-Hirn-Traumata oder Hirntumoren auftreten können. Margit Liebeskind ist selbst von der Einschränkung betroffen. Also knüpfte sie Kontakt zu Michael Hirte. Der Musiker wurde im Jahr 2008 mit seiner Mundharmonika in einer Fernsehsendung zum "Supertalent" gekürt und spielte seitdem vor Millionen seiner Fans. "Es war ein unvergessliches Erlebnis für uns alle", sagte Margit Liebeskind nach dem Konzert gerührt.

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