Anklage wegen Angriffs auf Libyer im Rollstuhl

Ein 22-Jähriger soll Mann aus Rollstuhl geworfen und geschlagen haben

Ein rassistisch motivierter Angriff auf einen Mann im Rollstuhl hatte Chemnitz im September erneut bundesweit in die Schlagzeilen gebracht. Am Montag hat die Staatsanwaltschaft nun mitgeteilt, dass gegen den 22 Jahre alten Täter aus Chemnitz Anklage an das Amtsgericht Chemnitz wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Diebstahls erhoben wird.

Dem Angeschuldigten wird zur Last gelegt, am 14. September gegen 23 Uhr auf der Bruno-Granz-Straße einen libyschen Staatsangehörigen, der aufgrund einer Lähmung auf einen Rollstuhl angewiesen ist, unvermittelt mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben. Als der Geschädigte daraufhin aus dem Rollstuhl gefallen war, soll der Angeschuldigte auf den am Boden liegenden Geschädigten eingetreten und ihm nochmals einen Schlag ins Gesicht versetzt haben. Obwohl mehrere Zeugen den Angeschuldigten von weiteren Handlungen abhalten wollten und den Geschädigten wieder in den Rollstuhl gesetzt hatten, soll er ihn erneut mehrfach umgestoßen haben. Jedes Mal habe er den Rollstuhl einige Meter weit weg geworfen. Weiterhin soll er eine Bierflasche gegen den Rollstuhl geworfen haben. Schließlich soll der Angeklagte aus der am Rollstuhl hängenden Tasche des Geschädigten unter anderem eine Bluetooth-Box gestohlen haben. Aufgrund der Äußerungen des Angeschuldigten gegenüber dem Geschädigten und der über einen längeren Zeitraum unbeirrt fortgesetzten Gewalteinwirkung, sei von einer verfestigten ausländer- und behindertenfeindlichen Grundeinstellung des Angeschuldigten auszugehen, hieß es aus der Staatsanwaltschaft. Ein Hauptverhandlungstermin steht noch nicht fest.

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