Bau-Verzug: Neue Ringbuslinie geht mit Umleitung in Betrieb

Die seit Sommer laufenden Leitungsarbeiten auf der Zietenstraße benötigen weit mehr Zeit als anfangs erwartet. Die Fahrgäste der künftigen Linie 82 bekommen das zu spüren - durch erheblich längere Fahrzeiten.

Sonnenberg.

Das hatten sich die Mütter und Väter des neuen Nahverkehrsplanes ganz anders vorgestellt: Die seit Jahren von vielen Bus- und Bahn-Nutzern geforderte und nun groß angekündigte Ringlinie rund um die Innenstadt kann vorerst nur mit Abstrichen in Betrieb gehen. Grund sind Verzögerungen bei einer Baustelle des Versorgers Eins auf der Zietenstraße. Die Arbeiten dort hatten eigentlich in dieser Woche beendet werden sollen, rechtzeitig vor der Einführung des neuen Liniennetzes am Sonntag kommender Woche. Laut Tiefbauamt der Stadt dauern sie nun voraussichtlich bis Mitte Januar.

Für die Busse der künftigen Ringlinie82, die normalerweise über die Zietenstraße verläuft, bedeutet das mehrere Kilometer Umweg. Dieser führt in beide Richtungen über die Augustusburger, die Yorck- und die Fürstenstraße, erläutert Stefan Tschök von der Chemnitzer Verkehrs-AG. Unternehmensinternen Berechnungen zufolge dürften Fahrgäste auf dem betreffenden Abschnitt eine knappe Viertelstunde länger unterwegs sein als vorgesehen. Statt der kalkulierten 47 Minuten benötigen die tagsüber dreimal die Stunde verkehrenden Busse nun voraussichtlich 61 Minuten für eine volle Runde.


Das Problem ist nicht allein die Baustelle an sich, sondern auch deren vergleichsweise ungünstige Lage. Denn die Zietenstraße stellt die einzige für Busse geeignete Nord-Süd-Verbindung über den Sonnenberg zwischen Innenstadt und Yorckgebiet dar. "Wir haben geprüft, ob nicht auch eine kürzere Umleitung möglich ist", verdeutlicht CVAG-Sprecher Tschök. "Die Straßen in der Umgebung sind aber alle zu eng."

Mit den Arbeiten zur Verlegung einer Fernwärmetrasse hatte der Versorger Eins bereits im Juli begonnen. Seither ist die Zietenstraße für den Verkehr voll gesperrt. Die Verzögerungen bei den Bauarbeiten haben laut Eins-Sprecher Christian Stelzmann vor allem zweierlei Gründe. Zum einen habe sich die Anzahl der Hauseigentümer, die einen Anschluss an die neue Fernwärmetrasse wünschen, nach Beginn der Bauarbeiten noch einmal deutlich erhöht, sagte er. Zum anderen sei im Zuge der Tiefbauarbeiten festgestellt worden, dass in dem Bereich auch eine Reihe von Trinkwasserleitungen erneuert werden muss. "Damit wir die Straße in absehbarer Zeit dann nicht noch einmal aufreißen müssen, erneuern wir diese Leitungen jetzt gleich mit", so Stelzmann.

So ärgerlich die Probleme beim Start des neuen Netzes auch sind: Bei der CVAG geht man fest davon aus, dass dies nicht die letzte Baustelle gewesen sein wird, die für Turbulenzen im Nahverkehr sorgt. Mit der Sanierung der Karl-Schmidt-Rottluff-Brücke an der Kaßbergauffahrt etwa steht voraussichtlich bereits ab kommendem Frühjahr das nächste Vorhaben an, das für längere Zeit Umleitungen auf mehreren Bus- Linien zur Folge haben wird. Die auf etwa anderthalb Jahre kalkulierten Bauarbeiten werden sich insbesondere auf die Linien 62 und 72 auswirken. Betroffen davon sind nicht zuletzt die Schüler des Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasiums an der Hohen Straße.

Die Fahrpläne für die neue Ringbuslinie und alle anderen Linien des neuen Netzes können ab sofort im Internet unter der Adresse www.cvag.de eingesehen werden.

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