Beirat schlägt öffentliches Forum gegen Rechts vor

Mitglieder in Sorge um Chemnitz - Offener Brief an Oberbürgermeisterin

Mit einem offenen Brief wendet sich der Agenda-Beirat des Stadtrates an Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig. Er ist mit den Worten überschrieben "In Sorge um unsere Stadt" und nimmt Bezug auf die Ereignisse im Spätsommer, als es nach einer tödlichen Messerstecherei zu Kundgebungen kam, an der auch Rechtsextreme teilnahmen, sowie auf die Trauerbekundungen im Stadion an der Gellertstraße für einen bekannten Neonazi. Der Agenda-Beirat setzt sich aus Stadträten und sachkundigen Bürgern zusammen und sieht sich selbst als Gremium für nachhaltige Stadtentwicklung.

"Die Stadtgesellschaft muss endlich begreifen: Wir haben ein echtes Problem", heißt es in dem Brief, der vom Vorsitzendem Thomas Scherzberg, Stadtrat der Linken, unterschrieben ist. Dabei führt er auch die Anfänge des NSU in Chemnitz, Veranstaltungen der rechtsextremen Partei 3. Weg und rechtsradikale Labels an, die in Chemnitz angesiedelt sind. Es sei schockierend, dass viele Bürger wegschauen, "für die rechtes Gedankengut anscheinend wohl Teil der Stadtgesellschaft ist". Der Beirat zitiert den ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog: "Es muss ein Ruck durch die Gesellschaft gehen" und schlägt unter diesem Motto ein Forum gegen Rechts vor. Daran sollen sich alle Bürger beteiligen, "die gegen Rechtsradikalismus, Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung etwas tun wollen". Zunächst, so Scherzberg, sollten in großer Runde Ideen entwickelt werden, die danach kleine Gruppen verwirklichen. Für die Moderation des Auftaktforums stehe Christoph Magirius bereit. Der ehemalige Superintendent ist Ehrenbürger der Stadt und Leiter des Runden Tisches zur politischen Wende 1989 gewesen. Den Stadtrat fordert der Beirat auf, für diese Veranstaltungen extra finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
7Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    2
    Franziskamarcus
    29.03.2019

    Nujah, brauch koa Sau, will koa Sau, kost nur Geld. Auch mein Geld. Kann Weg.

  • 4
    3
    franzudo2013
    29.03.2019

    Wann wird hier mal wieder sprachliche Sorgfalt gepflegt?
    Ein Forum gegen Rechts ist etwas anderes als ein Forum gegen Rechtsradikale bzw. Rechtsextremismus.
    Wer ein Forum gegen Rechts will, muss sich nicht wundern, wenn andere ein Forum gegen Links wollen.
    Ein Forum gegen Gewalt und Extremismus wäre wohl der korrekte Name. Aber das will der linke Herr Scherzberg offenbar nicht.

  • 5
    3
    Hinterfragt
    29.03.2019

    @Blackadder; Wow, man kann in der analogen Ausgabe kommentieren?

  • 2
    6
    Blackadder
    29.03.2019

    @Moderator: Nicht an der gedruckten Fassung, die ich in Händen halte :-)

    Aber kein Problem, ich habe es anderweitig gefunden. Ich finde die Idee sehr gut, weil sie auch Leute erreicht, die aus Angst vor Ausschreitungen oder der bösen Antifa nicht zu Gegendemos geht, sich aber gerne auch engagieren möchte und zwar aus der Mitte der Gesellschaft heraus. Hier müsste jetzt die OB das Heft in die Hand nehmen und sich an die Spitze dieser Bewegung stellen, sie ist überfällig! Ob sie das schafft?

    So muss das angegangen werden und nicht durch Leugnung der Probleme oder Verschweigen!

  • 6
    1
    Moderator
    29.03.2019

    @Blackadder: Hängt als PDF an.

  • 3
    4
    Blackadder
    29.03.2019

    Kann man den Brief irgendwo einsehen?

  • 6
    8
    Hinterfragt
    29.03.2019

    ".. sachkundigen Bürgern zusammen..."
    - um welche Sachkunde handelt es sich dabei,
    - gibt es entsprechende Nachweise dafür,
    - die Namen bitte

    "...Es muss ein Ruck durch die Gesellschaft gehen" und schlägt unter diesem Motto ein Forum gegen Rechts vor..."
    Richtig, aber der Ruck darf NICHT in die linke Richtung gehen!
    Es braucht KEIN Forum gegen Rechts, es braucht eines gegen JEGLICHE(N) Gewalt und Extremismus!
    Herr Scherzberg, auch vor der eigenen Tür liegt da ziemlich viel "Dreck" ...



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