Böen verhindern Hundeweihnachtsmarkt

Für die Veranstaltung im Wasserschloß Klaffenbach war schon alles aufgebaut. Doch dann kam heftiger Wind auf.

Am Samstagmorgen sah alles noch so vielversprechend aus: Knapp 50 Buden und Zelte wurden von Händlern aus ganz Deutschland und sogar der Schweiz im Innenhof des Wasserschlosses aufgebaut. Sie wollten unter anderem Hundefutter, Leinen, Hundebetten, Kleidung oder Spielzeug für Vierbeiner anbieten. Das Chemnitzer Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte hatte im Vorfeld Keramiknäpfe für Hunde angefertigt. Eine Tier-Physiotherapeutin wollte dem Markt einen Besuch abstatten und sogar ein sogenanntes Dog-Mobil - ein Wohnmobil speziell für Hundebesitzer - wurde aufgestellt. Doch kurz vor der Eröffnung des Marktes um 12 Uhr fegten Windböen über den Platz und warfen Zelte und Pavillons um. "Das war einfach zu heftig", sagte Veranstalterin Desiree Held. Weil ihr die Sicherheit der Besucher und ihrer Hunde am Herzen lag, entschied sie kurzerhand, den Markt abzusagen.

Es sollte der mittlerweile dritte Chemnitzer Hundeweihnachtsmarkt werden. Die Premiere fand 2017 in der Schönherrfabrik statt, im letzten Jahr wurde die Veranstaltung ausgebaut und ins Wasserschloß verlegt. Rund 1600 Besucher konnten 2018 gezählt werden. Auf so viele Gäste hoffte Desiree Held auch am Samstag. "Doch jetzt ist es ein Desaster geworden", so die junge Frau. Die Händler hätten zwar fast alle hinter ihrer Entscheidung zur Absage gestanden. "Doch der eine oder andere Besucher konnte es sicher nicht verstehen. Wir Hundebesitzer gehen ja bei jedem Wetter vor die Tür", so Desiree Held.

Nachdem sie die Entscheidung getroffen hatte, meldete sie diese im sozialen Netzwerk Facebook, um wenigstens einem Teil der potenziellen Besucher die Anfahrt zu ersparen. Allein bei Facebook hatten sich bis Samstag über 1200 Nutzer ihr Interesse für die Veranstaltung bekundet.

Zu ihnen gehörte Nicole Daßler aus Thüringen. Sie war mit ihrer Tochter und Hündin Rosi gegen 14Uhr in Klaffenbach angekommen und enttäuscht über den abgesagten Markt. "Das hätte man früher online stellen können, dann hätten wir uns die Fahrt sparen können", sagte sie. Dennoch habe Nicole Daßler Verständnis für die Entscheidung der Veranstalterin, fügte sie hinzu.

So sahen es auch Sven Rodemann und Anne Hubrich. Das Paar war mit Mischlingshündin Iona extra aus Dresden nach Chemnitz gekommen. Ihr Ziel war es, auf dem Markt spezielle Hundeaccessoires einer Bekannten aus Pirna zu kaufen. "Es ist aus Gründen der Sicherheit nachvollziehbar, dass der Markt geschlossen wurde", sagte Anne Hubrich.

Thomas Kresse und seine Familie, die aus der Sächsischen Schweiz am Samstag ans Wasserschloß kamen, spürten schon auf der Autobahn den Sturm. Dennoch seien sie traurig über den abgesagten Weihnachtsmarkt gewesen. "Wir wollten unseren Hunden gern was Besonderes gönnen", so Thomas Kresse, der die zwei französischen Bulldogen Gonzo und Matze dabei hatte.

Mit der Absage des Hundeweihnachtsmarktes fällt auch eine Spendenaktion anders aus als ursprünglich geplant. Die Eintrittsgelder sollten komplett den Tierschutzvereinen Zwickau und Umgebung sowie Stollberg und Umgebung zugute kommen. "Wir haben den Besuchern, die auf den Markt wollten, kurzerhand bedruckte Beutel mit Futterproben und Katalogen angeboten, um die Spendenbox wenigstens ein bisschen zu füllen", erzählte Desiree Held. Im nächsten Jahr soll erneut ein Chemnitzer Hundeweihnachtsmarkt veranstaltet werden. "Dann aber mit einer anderen Variante - ausschließlich fest stehenden Buden."

1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    2
    1371270
    16.12.2019

    Das wäre doch was für Windhunde gewesen!



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