CFC-Insolvenzverwalter: Sicherheitsdienste im Stadion Einfallstor für Rechtsextreme

Klaus Siemon findet, Privatfirmen aus der Sicherheitsbranche untergraben das staatliche Gewaltmonopol und sichern die Finanzierung von Extremisten.

Chemnitz (dpa) - Der Insolvenzverwalter des Chemnitzer FC hat sich nach den Vorkommnissen bei dem Regionalligisten für das Gewaltmonopol des Staates auch im Stadion ausgesprochen. «Die Erledigung von Sicherheit in Stadien durch private Sicherheitsdienste ist Einfallstor für rechtsextreme Ideologien», schrieb Klaus Siemon am Dienstag bei Twitter. Sie sichere deren Finanzierung und untergrabe das staatliche Gewaltmonopol, meinte er weiter.

Siemon antwortete dabei auf eine Stellungnahme von Innenminister Horst Seehofer. Der CSU-Politiker hatte als Reaktion auf die umstrittene Trauerfeier für einen gestorbenen Rechtsextremen im Stadion des CFC der Deutschen Presse-Agentur am Montag gesagt: «Ich halte es für richtig und absolut notwendig, dass die Verantwortlichen beim Chemnitzer FC und beim Nordostdeutschen Fußballverband die erforderlichen Konsequenzen ziehen.»

Sport solle eine integrierende Wirkung haben und Menschen miteinander verbinden. «Hier darf es keinen Raum für Rechtsextremismus und Rassismus geben», sagte Seehofer. Deswegen fördere sein Ministerium Projekte, die sich gegen Diskriminierung und jede Form von Extremismus richteten.

Der Sicherheitsdienst des toten Fans, der als Mitbegründer einer ehemaligen rechtsextremen Organisation gilt, war jahrelang bis 2007 auch für die Sicherheit im Stadion des CFC verantwortlich gewesen. Vor dem Meisterschaftsspiel am Samstag war eine Trauerbekundung für ihn im Stadion abgehalten worden.

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5Kommentare
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  • 3
    1
    derBuerger
    13.03.2019

    Leider gibt es eine korrelation zwischen Rechtsradikalen und Sicherheitsdiensten. Auf keinem Volksfest oder Freiluftkonzern sollten bekennende bzw verurteilte Rechtsradikale als Ordnungsmacht eingesetzt werden dürfen. Glücklicherweise hat man erkannt, daß andere Gewaltbereite und Kriminelle wie die Hells Angels nicht mehr mehr bei Konzerten eingesetzt werden. Gleiches gilt für Rechtsradikale. Das wird teuer, aber der DFB und die FIFA sollte sich überlegen, hier die Vereine finanziell zu unterstützen. Und wenn dies durch Verteilung der Strafen für Bengalos geschieht! Ebenso der Staat. Terrorismus im Stadion muß mit drastischen Strafen sanktioniert werden. Bengalos und ähnliches muss als Angriff auf den Sport angesehen werden und nicht als Vergnügungsaktion. Dann wird mittelfristig die Security im Stadion auch preiswerter. Bengalos ins Stadion zu schmuggeln und zu zünden sollten z.B. unter das Waffengesetz fallen und mit Strafen nicht unter 3 Monaten bestraft werden. Wenn man den Bock ( Rechtsradikale) zum Gärtner (Security) macht muss man sich nicht wundern, wenn die Kumpels massenweise Bengalos ins Stadion schmuggeln. Wenn die Bezahlung der Security unterbleibt, wenn Bengalos eingeschumuggelt und gezündet werden ist dies ein weiterer Ansatz. Bengalos in Dimensionen gezündet: Security hat in Ihrem Job bewußt oder fahrlässig versagt und bekommt kein Geld!

  • 13
    8
    Hinterfragt
    12.03.2019

    @Pixelghost; "...Wird die Polizei dann für denn CFC ein privatrechtliches Unternehmen, das man kaufen kann?.."

    Wer sagt das?

    Er sagte"...für das Gewaltmonopol des Staates auch im Stadion ..."
    Das ist u.a. die Polizei.

    Warum soll der Steuerzahler den Fußballspaß einiger bezahlen?
    Der einfache Bürger muss doch auch für Polizeieinsätze blechen.

  • 9
    9
    Pixelghost
    12.03.2019

    @Hinterfragt, wovon dann der CFC die Polizeieinsätze bezahlen will? Wird die Polizei dann für denn CFC ein privatrechtliches Unternehmen, das man kaufen kann?

  • 18
    3
    Lesemuffel
    12.03.2019

    Richtig, Herr Siemon. Man sollte unseren Innenminister beim Wort nehmen. Der Staat sollte die Einfallstore für den Rechtsextremismus schließen und das staatliche Gewaltmonopol nutzen, indem der Staat für die Sicherheit sorgt. Handeln statt Reden und von anderen fordern.

  • 14
    17
    Hinterfragt
    12.03.2019

    "Klaus Siemon findet, Privatfirmen aus der Sicherheitsbranche untergraben das staatliche Gewaltmonopol und sichern die Finanzierung von Extremisten."

    Rummmms!

    Das gilt dann aber ja auch für alle möglichen Volksfeste und Freiluftkonzerte.

    Die Polizei hat ja sonst nichts zu tun und leidet an massiver Langeweile.

    Wovon der CFC dann die Polizeieinsätze bezahlen will, lässt Herr Siemon natürlich offen, aber er könnte ja mal bei der OB nachfragen ...



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