Feuer mit vier Verletzten: Spuren deuten auf Brandstiftung

In einem Mehrfamilienhaus an der Zschopauer Straße hat es am Mittwochmorgen gebrannt. Die Polizei ermittelt nun gegen einen Mieter.

Reitbahnviertel.

Sie habe erst gedacht, auf der Baustelle vor ihrem Haus sei etwas passiert, sagt Helga Wagner. Am frühen Mittwochmorgen habe sie ein lauter Knall erschreckt. "Wie eine Explosion hat das geklungen", berichtet die 84-Jährige. Als sie den Balkon betrat, der zum Hinterhof zeigt, habe sie starken Rauch wahrgenommen. Dann blickte sie aus dem Fenster eines Zimmers zur Zschopauer Straße. "Da habe ich richtige Flammen gesehen", sagt die Seniorin. Kurz darauf hätten Feuerwehrleute an der Wohnungstür geklingelt. "Sie sagten: 'Sie müssen alle schnell raus.'" Wagner und ihr Mann begaben sich auf den Gehweg vor dem Gebäude. Von dort sahen sie das ganze Ausmaß.

In einer Wohnung im zweiten Obergeschoss des Nachbaraufgangs - das Apartment grenzt an Wagners Wohnung - war gegen 5.50 Uhr ein Feuer ausgebrochen. Als die Rettungskräfte kurz darauf eintrafen, schlugen die Flammen aus dem Fenster und entzündeten die Fassade, sodass das Feuer auf das darüberliegende Geschoss übergriff. Die Feuerwehr löschte den Brand binnen einer halben Stunde. Nach Polizeiangaben konnten sich die Bewohner zum Teil selbst retten, zum Teil seien sie von den Einsatzkräften ins Freie gebracht worden. Mit Verdacht auf Rauchgasvergiftungen wurden eine 23-jährige Hausbewohnerin mit ihrem vier Monate alten Kind sowie die 64-jährige Mieterin der Brandwohnung ins Krankenhaus gebracht. Ein 64-Jähriger aus derselben Wohnung erlitt schwere Verletzungen. An den Löscharbeiten waren 36 Einsatzkräfte beteiligt. Der Bereich Zschopauer Straße/Ritterstraße war bis 8.40 Uhr voll gesperrt. Ein Sprecher der Feuerwehr sprach von "einem sehr schweren Einsatz". So habe man eine verletzte Person aus der Brandwohnung länger suchen müssen.


Die Brandwohnung und ein weiteres Apartment sind laut Polizei nicht bewohnbar. Die Höhe des Sachschadens ist noch offen. Der Vermieter hat nach eigenen Angaben die Bewohner über die Möglichkeit informiert, in Ausweichquartiere zu ziehen, aber noch keine Rückmeldung erhalten. Helga Wagner konnte nach einer Inaugenscheinnahme durch die Feuerwehr wieder in ihre Wohnung im Nachbaraufgang zurückkehren. "Das war alles ein Schock für mich", sagt sie.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Erste Vermutungen, wonach der 64-jährige Mieter der Brandwohnung in dieser ein Feuer verursacht hat, hätten sich nach Untersuchungen der Kriminalpolizei bestätigt, teilten die Beamten am Nachmittag mit. Gegen den Mann werde wegen Brandstiftung ermittelt. Ob er fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hat, sei noch offen.

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