Feuerwehr rechnet pro Minute ab

Was kostet die Arbeit von Einsatzkräften und die Technik in Brand- und Rettungsfällen? Das soll eine vom Rat in Hartmannsdorf beschlossene Satzung regeln.

Hartmannsdsorf.

In der Gemeinde Hartmannsdorf werden die Gebühren für einen Feuerwehreinsatz künftig minutengenau abgerechnet. So steht es in der neuen Satzung, die der Gemeinderat beschlossen hat. Wie Bürgermeister Uwe Weinert (CDU) sagte, gelten dabei feste Sätze.

Für jedes Mitglied der Feuerwehr, das am Einsatz beteiligt ist, werden pro Minute 14 Cent berechnet. Das Löschgruppenfahrzeug schlägt in der gleichen Zeit nun mit 88 Cent zu Buche, das Staffellöschfahrzeug mit 1,01 Euro. Weitere Forderungen können für die Entsorgung von Bindemitteln wie Öl oder Chemikalien hinzukommen, wenn sie zur Gefahrenabwehr eingesetzt werden. Kostenersatz wird die Kommune zudem für Aufwendungen verlangen, die ihr von Dritten für Personal, Material und Geräte in Rechnung gestellt werden.

Was den Nachweis der Leistungen betrifft, dazu sehe der Bürgermeister keine Probleme. "Der Einsatz beginnt mit der Alarmierung oder dem Anfordern der Feuerwehr und endet spätestens nach der Rückkehr ins Feuerwehrgerätehaus mit der Wiederherstellung der Bereitschaft", so Weinert. Ansonsten könne der Leiter erklären, wann Schluss ist. Falls ein weiterer Einsatz folge, sei mit dessen Beginn der vorhergehende ebenfalls beendet. "Es gibt immer einen Bericht und ein Protokoll der Leitstelle, in denen alles genau dokumentiert ist", erklärte Gemeinderat Karl Elgas (CDU). Die Piepser speichern sogar sekundengenau, wann die Kräfte starten und wann sie fertig sind, fügte er hinzu.

Wie bisher wird jedoch die Gemeinde in den meisten Fällen, so bei Einsätzen der Feuerwehr zur Brandbekämpfung und zur technischen Hilfeleistung, die Kosten tragen. Nur wenn ein Verursacher ermittelt wird, der die Gefahr oder den Schaden vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt hat, bekommt er auch nach dem neuen Beschluss die Rechnung. Darüber hinaus gibt es wenige Ausnahmen. Unter anderem können Fahrzeughalter zur Erstattung verpflichtet sein, wenn der Einsatz durch ihr Fahrzeug ausgelöst wurde. Ebenso die Betreiber automatischer Brandmeldeanlagen, wenn diese einen Fehlalarm auslöst, oder in einigen Fällen auch Nachbarorte, wenn die Hartmannsdorfer Wehr dort zur Hilfeleistung anrückt.

Den umfangreichsten Einsatz gab es nach Angaben der Hartmannsdorfer Wehr in diesem Jahr bisher bei den Löscharbeiten in einem Mühlauer Recyclingbetrieb, bei dem im Außenbereich Recyclingabfälle auf rund 3000 Quadratmeter Fläche in Flammen standen. Diese Aktion sei für die Feuerwehrleute aus Hartmannsdorf erst nach rund zehn Stunden beendet gewesen.

Im eigenen Ort wurde die Wehr in diesem Jahr nach ihren Angaben zu kleineren Bränden auf der Kompostieranlage, in einer Garage und auf Feldern sowie zu Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen auf der Autobahn gerufen. Hinzu kamen wetterbedingte Alarmierungen wegen Überschwemmung eines Grundstücks sowie bei Sturm wegen umgestürzter Bäume und abgerissener Stromleitungen.

In drei Fällen rückten Kräfte dieses Jahr bisher aus, weil Brandmeldeanlagen in den Betrieben Komsa und Diamant sowie im Pflegeheim Azurit Alarm ausgelöst hatten. Da es sich um Fehlalarme handelte, seien die Einsätze jeweils nach kurzer Zeit beendet worden, hieß es von der Wehr.

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