Freuden und Flauten beim Festival am Stausee

Zwischen Wassermangel, Trinkspielen und Tanzfreuden in Propellermützen - das Kosmonautfestival hat am Wochenende den alljährlichen Ausnahmezustand nach Rabenstein gebracht. Mit einigen Höhen und Tiefen.

Flop - Parken: Freundlich wurden die motorisierten Festival-Besucher auf das zum Parkplatz umfunktionierte, große Feld an der Oberfrohnaer Straße geleitet. Bis eine Mitarbeiterin kam und schlappe 15 Euro verlangte, mehr als im vorigen Jahr, als es zehn Euro kostete. "Für das ganze Wochenende?", fragt der Besucher entgeistert. "Nein, für heute", lautet die Antwort. Kommentar der Mitarbeiterin dazu: "Wir wollen ja auch, dass ihr die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt." Nicht wenige kehrten daraufhin um und suchten sich wilde Parkplätze in der Umgebung.

Top - Lamas: Nicht nur die Musik, sondern auch gesellschaftliche Diskurse fanden ihren Platz auf dem Festivalgelände. Neben Ständen von Nichtregierungsorganisationen, die sich gegen Rechtsextremismus und Rassismus, für Toleranz und Menschenrechte einsetzten, war auch die Jugendgruppe von der Tierrechtsbewegung Peta vertreten. Lukas Pfeil tourte durch die Besuchermengen und verteilte Stempel, auf denen aktuell zur Mode gewordene Lamas abgebildet waren, mit dem Spruch "Lamas sind vegan". "Es geht darum, das Wort vegan zu etablieren", erklärte Lukas Pfeil.


Flop - Wassernot: Schlangen bildeten sich während des Festivals weniger an den Toiletten, sondern vielmehr an den Waschbecken. Da die Besucher sämtliche Flaschen am Eingang abgeben mussten und die Wasserstationen nicht immer auf den ersten Blick auffindbar waren, füllten viele ihre Bierbecher mit Leitungswasser auf - auch um Geld zu sparen. Da viele auf die Idee kamen, floss das Wasser nur sehr spärlich aus dem Hahn, was am Freitagabend zur Schlangenbildung an den Waschbecken führte. Am Samstag versorgten sich viele Besucher dann mit Wasser aus Tetrapacks, die auf das Gelände gebracht werden durften.

Top - Verpflegung: Hungrig bleiben musste niemand auf dem Kosmonaut-Festival. Geboten wurde Nahrung für wirklich jeden Geschmack. Neben klassischer Grillwurst gab es Stände mit feurigen Burritos, würzigem Raclette, schwedischen Köttbullar, veganem Döner, Langos, Burger und noch vieles mehr. Wegen des großen Angebots hielt sich an beiden Tagen auch die Wartezeit an den Ständen in Grenzen.

Flop - Rücksicht: Respekt und Rücksichtnahme werden seit jeher groß geschrieben auf dem Festival, die Organisatoren riefen in diesem Jahr sogar extra über die sozialen Medien dazu auf. Auch in Sachen Barrierefreiheit wurde viel unternommen. Der Pulk vor den Bühnen hätte aber mehr Solidarität vertragen können - Besucher berichteten, dass sie sich oft nur schwer aus der Masse nach draußen kämpfen konnten, da viele Gäste nicht bereit waren, kurz beiseite zu rücken.

Top - Kleidung: Krasse Verkleidungen, Besucher in Tierkostümen und schrillen Outfits ließen sich in diesem Jahr kaum auf dem Festival finden. Die Mehrheit trug sommerlich entspannte Alltagskleidung. Hippe Einhorn-, Lama-, Flamingo- und Katzenaccessoires fanden sich zwar trotzdem in den Outfits, jedoch eher in kleiner Form. Ein Trend: bunte Schirmmützen mit Propellern.

Flop - Preisverleihung: Zum Kosmonaut-Festival gehört traditionell, dass eine Person, die vorab im Wettbüro den geheimen Headliner richtig tippt, einen Preis bekommt. In diesem Jahr war das ein Kosmonautenanzug plus Merchandise-Paket. Die Preisverleihung fiel in diesem Jahr jedoch aus. Der Gewinner sei nämlich schon abgereist gewesen, hieß es vom Veranstalter.

Top - Tanzwut: Die entspannte Freiheit des Festivals, dass sich jeder so zeigen kann, wie er ist, färbte auch auf den Bewegungsdrang der Besucher ab. Es wurde im Gleichklang vor den Bühnen geklatscht, geraved, gepoged und mitgewippt. Und während die Menge beim Konzert von K.I.Z vor der großen Bühne sprang und abging, tanzten zwei junge Frauen einen tanzschulfesten Discofox am Ufer des Rabensteiner Stausees.

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