Gemeinde wächst im Jubiläumsjahr

Seit 125 Jahren gibt es die Gemeinschaft der Baptisten in Chemnitz. Nicht nur über einen neuen Pastor freuen sich die Mitglieder.

Kaßberg.

Als 2017 das Gotteshaus der Chemnitzer Baptisten auf dem Kaßberg 50 Jahre alt wurde, hatte die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde ein Problem, das sie schon länger beschäftigte: Seit drei Jahren suchte sie einen neuen Pastor. Zwei Jahre später hat die Gemeinde einen neuen Pastor gefunden: Den Festgottesdienst zum 125-jährigen Bestehen der Baptistengemeinde in Chemnitz am Wochenende hielt Roland Hartung. Seit Juli bekleidet er eine halbe Stelle in der Gemeinde an der Kanzlerstraße 10.

Der neue Pastor steht auch für ein Wachsen der Chemnitzer Baptisten. Nachdem die Gemeinde in den vergangenen Jahren mehrere Mitglieder verloren hatte, wird die Religionsgemeinschaft nun wieder größer. Derzeit gehören rund 110 Mitglieder zur Gemeinde, hinzu kommen 15 Frauen und Männer, die als Freunde der Gemeinde gelten, ihr eng verbunden sind, sich aber nicht taufen lassen, erklärt Gemeindeleiter Manfred Schramm. Die Taufe ist das große Unterscheidungsmerkmal der Baptisten gegenüber anderen christlichen Glaubensgemeinschaften. Säuglingstaufen lehnen die Baptisten ab. Sie sehen in einer Taufe eine bewusste Entscheidung, die erst in einem späteren Alter getroffen werden kann, so Manfred Schramm. Ein Mindestalter für die Taufe gebe es jedoch nicht. "Der Entschluss zur Taufe muss bewusst getroffen werden", erklärt der ehemalige Pastor.

Nachdem im Juni dieses Jahres bereits fünf Taufen in der Baptistengemeinde stattfanden, hat Pastor Hartung Anfang Oktober sechs weitere neue Mitglieder, in der Mehrzahl junge Leute, in die Gemeinde aufgenommen. "Im Augenblick erleben wir einen Aufbruch", kommentiert Manfred Schramm die Neueintritte, die mit der Taufe verbunden sind. Er möchte auch künftig weitere Menschen für den Glauben gewinnen. "Wir wollen missionarisch in der Stadt wirken und als Gemeinde weiter wachsen." Das sieht der Pastor ähnlich. "Wir schauen nach vorn."

Vor allem unter jungen Iranern scheint die freikirchliche Gemeinde, die nicht zur Landeskirche gehört, sich ausschließlich von Spenden finanziert und keine Steuergelder erhält, beliebt zu sein. "Sie kommen gern zu uns, fühlen sich hier wohl", sagt Hartung. Die jungen Migranten beschäftige die Frage nach dem Sinn des Lebens, häufig haben sie auf ihrer Flucht traumatische Erlebnisse gehabt. Unter den elf Täuflingen im Juni und Oktober befand sich eine größere Gruppe, der neben Iranern auch Afghanen angehörten, sagt Hartung. Man nehme es nicht auf die leichte Schulter, die Migranten in die Gemeinde aufzunehmen und sie zu taufen. "Sie werden geschult, nach ihrem Glauben befragt, und ich habe mit ihnen sehr intensive Gespräche geführt", berichtet der Pastor.

Der nächste Gottesdienst in der Baptistengemeinde, Kanzlerstraße 10, findet am Sonntag, 20. Oktober, 9.30 Uhr statt.

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