Junger Entblößer erneut vor Gericht

Nach einem nächtlichen Vorfall vor einem Sex-Shop muss ein 19-Jähriger in Wochenend-Arrest. Er fiel nicht zum ersten Mal auf.

Den Ausgang ihres Keramik-Abends vor gut einem halben Jahr, den hatten sich die jungen Frauen anders vorgestellt. Es war schon bald Mitternacht, als sie auf dem Weg zu ihrem Auto eine dunkle Gestalt vor einem Sex-Shop an der Straße der Nationen hocken sehen. "Ich wollte es erst gar nicht glauben, aber der hatte die Hose offen und spielte an sich herum", erinnert sich eine aus dem Trio. "Wir sind schnell ins Auto rein, haben es von innen verriegelt und sind losgefahren", schildert eine ihrer damaligen Begleiterinnen. "Zum Glück waren wir zu dritt unterwegs, allein hätte ich das nicht erleben wollen."

Zumal der junge Mann den Frauen mit einem Fahrrad folgte, die Hose noch immer offen. Zu allem Unglück zeigten die Ampeln immer wieder Rot, sodass er das Auto mehrfach einholte und sich neben dem an der Kreuzung wartenden Wagen postierte. Bis ihn dann irgendwann die Polizei mitnahm, die eine der drei Frauen zwischenzeitlich übers Handy gerufen hatte.

Am Montag nun sahen sie sich wieder, in einem der Verhandlungssäle des Chemnitzer Amtsgerichts - der junge Mann als Angeklagter, die drei Damen als Zeugen. Der aus Afghanistan stammende 19-Jährige musste sich dort wegen exhibitionistischer Handlungen verantworten - und das nicht zum ersten Mal. Bereits vor zwei Jahren war er schon einmal verurteilt worden, wegen insgesamt zehn ähnlicher Vorfälle. Tatorte waren damals vor allem öffentliche Verkehrsmittel gewesen. Die Serie hatte in der Stadt für einiges Aufsehen gesorgt.

Dass er nun erneut vor Gericht stand, von Jugendrichterin und Staatsanwältin immer wieder zu Details befragt, war dem jungen Mann sichtlich peinlich. Zumal die Vorwürfe in deutlichem Widerspruch stehen zu dem, was aus seinem Umfeld sonst über ihn zu hören ist: Ruhig, freundlich, sympathisch, schulisch sehr fleißig und ehrgeizig, so wird er beschrieben. Einer Betreuerin gegenüber soll er einmal geäußert haben, er habe das Gefühl, dass mit seinem Kopf etwas nicht stimme. Auch von Erfahrungen sexueller Gewalt während der Flucht nach Europa sei die Rede gewesen.

Das Urteil: zwei Wochenenden Freizeitarrest und Aufnahme einer psychotherapeutischen Behandlung. "Es muss etwas passieren, sonst entwickeln Sie sich weiter in eine sehr gefährliche Richtung", äußerte die Staatsanwältin.

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