Kinder dürfen Spielgeräte nicht nutzen

Damit es schneller vorangeht, wollten Eltern die Reparatur von Schaukel und Wippe in einer Kita unterstützen. Doch eine Reparatur kommt für die Anlage nicht infrage.

Borna-Heinersdorf.

Ein orangefarbener Zaun trennt im großen Garten der Kita Rappelkiste in Borna-Heinersdorf die Schaukel und die Wippe von den übrigen Spielgeräten. Der Zaun soll verhindern, dass Kinder mit den Geräten spielen. Die Schaukeln wurden an der Stange festgemacht. Schon lange saß dort kein Kind mehr, ebenso auf der Wippe daneben. Beide Spielgeräte dürfen schon seit Monaten nicht mehr genutzt werden, sagt ein Vater, dessen Kind die Einrichtung besucht und der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Gefahr gehe vor allem von der Holzumrandung aus, die Schaukel und Wippe eingrenzt, sagt er. Das Holz sei morsch. Der Vater und andere Eltern wollen nun helfen, damit die Reparatur der Spielanlage nach längerer Zeit endlich beginnen kann. "Wir können die Materialkosten stemmen", sagt er.

Doch eine Reparatur kommt für die Anlage nicht mehr infrage, teilt ein Stadtsprecher mit. Wippe und Schaukel seien in den 1990er-Jahren aufgestellt worden, sagt er. Sie seien nicht mehr nutzbar. "Alle Holzteile sind morsch, verfault oder komplett verschlissen." Dies beträfe unter anderem den Standpfosten der Schaukel, den Wippbalken und die gesamte Einfassung. Statt Reparaturarbeiten müsse der komplette Teil der Spielgeräte im westlichen Teil des weitläufigen Gartens saniert werden. Das Vorhaben sei aufwendig. "Dies erfordert eine entsprechende Planung, um den heutigen Ansprüchen und pädagogischen Konzepten gerecht zu werden", erläutert der Sprecher.


Eine schnelle Reparatur, wie von den Eltern erhofft, ist damit nicht in Sicht. Auch der Betrag, den Eltern dafür bereitstellen wollten, reiche bei weitem nicht aus, heißt es aus der Verwaltung. Spenden für die Finanzierung der Arbeiten seien jederzeit willkommen, betont der Stadtsprecher. Die Kosten für die Komplettsanierung übersteigen die Materialkosten für eine Reparatur aber um ein Vielfaches, sagt er.

Die Eltern wollen dennoch nicht aufgeben, sondern sich stattdessen weiterhin engagieren, sagt der Vater. Es gehe schließlich darum, im Interesse der eigenen Kinder "neue Wege zu gehen, um schneller zu Lösungen zu kommen", betonte der Vater. Dafür benötige es möglicherweise in der Stadtverwaltung ein Umdenken, fügt er hinzu. Pragmatisches Denken sei wichtig, ebenso ein kooperatives Verhalten zwischen Eltern und Stadt, so der Mann. Dass für den Wiederaufbau von Schaukel und Wippe ein pädagogisches Konzept notwendig sei, halte er für fragwürdig, sagt der Vater. Doch er freue sich, dass die Verwaltung jetzt kurzfristig einen Vor-Ort-Termin in der Kindertageseinrichtung festgesetzt habe, um sich die Spielgeräte anzusehen.

Schneller als mit dem Wiederaufbau der Spielanlage soll es mit zwei Wipptieren gehen, die im Frühjahr im Garten der Kita Rappelkiste abgebaut worden waren. Sie seien aus Sicherheitsgründen Ende März in der Einrichtung eingelagert worden, so der Stadtsprecher. Nun sollen sie unter die Lupe genommen werden, um zu prüfen, ob sie noch repariert werden können.

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