Kinderbetreuung in Neukirchen wird für die Eltern teurer

Gemeinderat hat Anhebung der Beiträge zum 1. September beschlossen - Grund sind gestiegene Betriebskosten

Neukirchen.

Ab 1. September müssen Mütter und Väter für Kinderkrippen- und Kindergartenplätze in Neukirchen und dem Ortsteil Adorf mehr bezahlen. Der von der Gemeindeverwaltung vorgeschlagenen Anhebung der Elternbeiträge hat der Gemeinderat diskussionslos und einstimmig zugestimmt. "Freie Presse" beantwortet wichtige Fragen dazu.

Um wie viel erhöhen sich die Elternbeiträge?

Für einen Krippenplatz mit neun Stunden täglicher Betreuung müssen Eltern ab September 215 Euro anstatt bisher 189,09 Euro monatlich zahlen. Der Elternbeitrag für einen Kindergartenplatz mit neunstündiger Betreuung verteuert sich von 110,58 Euro auf 120 Euro im Monat. Diese Sätze gelten jeweils für das erste Kind einer Familie, das in einer Kindertagesstätte in der Gemeinde betreut wird. Für weitere Kinder, kürzere Betreuungszeiten und für alleinerziehende Mütter oder Väter gibt es Abschläge.

Was ist mit den Beiträgen für Hortplätze?

Sie bleiben unverändert. Für ein Kind, das täglich sechs Stunden im Hort betreut wird, zahlen Eltern weiterhin 64,69 Euro pro Monat.

Warum steigen die Beiträge?

Als Begründung nannte Bürgermeister Sascha Thamm einen erheblichen Anstieg der Betriebskosten im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2016. Dadurch entsprächen die derzeitigen Neukirchener Elternbeiträge für Krippenplätze nicht mehr den gesetzlichen Vorschriften. Denn nach dem sächsischen Kindertagesstättengesetz sind Kommunen zum Erheben von Elternbeiträgen verpflichtet, die für Krippenplätze mindestens 20 bis maximal 23 Prozent der angefallenen Betriebskosten decken. Alle darüber liegenden Kosten werden vom Freistaat mit pauschalen Zuschüssen und von den Kommunen übernommen. In Neukirchen decken die Elternbeiträge für Krippenplätze zurzeit nur knapp 19 Prozent der Betriebskosten. Deswegen mussten sie zwingend auf 20 bis 23 Prozent angehoben werden, was 200,42 bis 230,49 Euro entsprochen hätte.

Trifft das auch für die Kindergartenbeiträge zu?

Nein, die derzeitigen Elternbeiträge für Kindergartenplätze in Neukirchen liegen, ebenso wie die Hort-Beiträge, innerhalb der gesetzlich geforderten Grenzen von 20 bis 30 Prozent der Betriebskosten.

Warum werden die Beiträge für Kindergartenplätze trotzdem angehoben?

Der Bürgermeister empfahl dem Gemeinderat diese, wie er sagte, "moderate" Erhöhung um knapp zehn Euro für neunstündige Betreuung, weil er hoffe, damit eine Anhebung des Beitrages im nächsten Jahr vermeiden zu können. Denn er rechne auch für 2018 mit weiter steigenden Betriebskosten in den Kindertagesstätten. Zuletzt waren die Elternbeiträge in Neukirchen im Oktober 2014 erhöht worden und seitdem vier Jahre stabil geblieben, erinnerte Thamm.

Warum bleiben die Hortbeiträge unverändert?

Zur Begründung dafür erklärte der Bürgermeister, dass sich die Betriebskosten 2017 vor allem in den Krippen und Kindergärten erhöht hätten.

Aus welchen Gründen steigen die Betriebskosten in den Kitas Jahr für Jahr an?

Hauptgrund war laut Thamm im vergangenen Jahr ein Anstieg der Personalkosten um rund elf Prozent - ein Plus von 159.000 Euro - gegenüber 2016. Wesentliche Ursachen dafür seien zum einen die Tariferhöhung im öffentlichen Dienst und zum anderen die Verbesserung des Betreuungsschlüssels von 1 Erzieher je 6 Krippenkinder auf 1 zu 5,5 gewesen. Deswegen und wegen verstärkter Inanspruchnahme von neun- und zehnstündiger Betreuung habe die Gemeinde zusätzliche Erzieher einstellen müssen. Darüber hinaus hätten in der 2017er-Abrechnung erstmals die Betriebskosten der im August 2016 neu eröffneten Krippe "Wiesenzwerge" für ein volles Jahr zu Buche geschlagen, so Thamm weiter. Neben Personalkosten fielen mit dem neuen Gebäude auch um rund 5,6 Prozent höhere Sachkosten als 2016 an - bedingt durch gestiegenen Unterhaltungs- und Erhaltungsaufwand. Durch erneute Tariferhöhungen, weitere Verbesserungen der Betreuungsschlüssel und die bevorstehende Neueröffnung der christlichen Kindertagesstätte in der ehemaligen Adorfer Schule werden die Betriebskosten auch 2018 wieder steigen. Auswirkungen auf die Elternbeiträge soll es laut Thamm aber nur dann geben, wenn diese unter die gesetzlichen Mindestgrenzen sinken.

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1Kommentare
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  • 4
    0
    dschubert
    31.07.2018

    Berlin erlässt die Beiträge und im Sachsen steigen diese in vielen Orten... So viel zum vereinigten Deutschland. Kinderfreundlich ist was anderes...



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