Kosmonaut-Festival soll auf die Innenstadt ausgeweitet werden

Das seit 2013 am Stausee Oberrabenstein stattfindende Konzert-Event soll in diesem Jahr Zuwachs bekommen. Die Organisatoren planen demnach mit mehreren Bühnen im Stadtzentrum.

Eigentlich war das Kosmonaut-Festival selbst aus der Not geboren. Weil 2006 mit dem Wegzug des Splash die drittgrößte Stadt Sachsens zum weißen Fleck auf der deutschen Festival-Landkarte geworden war, hatten die Mitglieder der Chemnitzer Rockband Kraftklub die Idee einer Wiederbelebung des Stausee-Geländes als Event-Standort ins Gespräch gebracht - und das Ganze dann auch gleich selbst auf die Bühne gestellt. In diesem Jahr steht dem Kosmonaut die siebte Auflage bevor; am 5. und 6. Juli sollen Bands wie K.I.Z, Bosse oder "Von Wegen Lisbeth" in Oberrabenstein auftreten.

In diesem Jahr könnte das Ereignis aber erstmals nicht nur an zwei, sondern an drei Tagen stattfinden: Stadtverwaltung, die städtische Tourismusgesellschaft CWE sowie die Organisatoren der Berliner Agentur Landstreicher Booking planen nach "Freie Presse"-Informationen bereits am 4. Juli einen Kosmonaut-Auftakt in der Chemnitzer Innenstadt. Dazu soll es mehrere Bühnen im Stadtzentrum geben, und für den Festival-Ableger auch einen eigenen Namen - Kosmos Chemnitz.


Die Idee für die Ausweitung soll nach dem "Wir-sind-mehr"-Konzert im September vergangenen Jahres entstanden sein. Nach dem gewaltsamen Tod von Daniel H. am Rande des Stadtfests und den sich anschließenden fremdenfeindlichen Demonstrationen waren es wiederum die Mitglieder von Kraftklub, die spontan befreundete Künstler kontaktiert hatten, um gemeinsam bei einem Gratis-Konzert aufzutreten. Das vierstündige Event, unter anderem mit der Punkband "Die Toten Hosen", fand schließlich am 3. September vor annähernd 65.000 Besuchern auf dem Parkplatz an der Johanniskirche statt.

Offizielle Details für den Festival-Abend am 4. Juli in der Innenstadt gibt es bisher aber noch nicht. Weder Stadtverwaltung noch CWE wollten sich auf Anfrage der "Freien Presse" zu den Planungen äußern, stattdessen wurde auf eine Pressekonferenz verwiesen, die nächste Woche stattfinden soll. Daher ist für die Öffentlichkeit bisher unklar, welche Bands auf den Bühnen im Stadtzentrum auftreten werden. Denkbar ist, dass eine dieser Bühnen im Stadthallenpark aufgebaut wird. Indiz dafür ist eine Terminverlegung: Ursprünglich sollte in der Grünanlage am Abend des 4. Juli ein Musical-Open-Air-Konzert stattfinden. Diese Veranstaltung hat die Stadthalle mittlerweile auf den 3. Juli vorverlegt.

Ungeklärt ist ebenfalls die Frage der Finanzierung. Ein Teil der Kosten soll womöglich über Sponsoren abgedeckt werden. Wie groß der Anteil am Gesamtbudget ist, den die CWE leisten muss, ist bisher offen. Informierte Kreise vermuten, dass die städtische Gesellschaft womöglich auf Geld zurückgreift, dass ursprünglich für das Chemnitzer Stadtfest vorgesehen war, nun aber wegen der Absage des Ereignisses nicht mehr benötigt wird. Denkbar ist aber auch, dass sich die CWE aus einem anderen Topf bedient: Der Stadtrat hatte dem kommunalen Tochterunternehmen in seiner Dezember-Sitzung mit den Stimmen von Rot-Rot-Grün einen zusätzliche Finanzspritze in Höhe von 200.000 Euro gewährt.


15.000 Gäste an zwei Tagen

Das Kosmonaut-Festival begann 2013 als eintägige Veranstaltung am Stausee Oberrabenstein, organisiert von den fünf Mitgliedern der Chemnitzer Band Kraftklub. Der Name des Festivals geht wohl auf Sigmund Jähn zurück, der als erster Deutscher im Weltall war. Seit 2014 findet das Kosmonaut an zwei Tagen statt. Zuletzt kamen rund 15.000 Besucher. Markenzeichen ist der Auftritt einer Hauptband, deren Namen vorab nicht bekannt gegeben wird. Dazu gehörten bisher Kraftklub selbst, Fettes Brot, Marteria, Die Fantastischen Vier und Beginner. Kraftklub treten immer wieder beim Kosmonaut auf, außerdem waren zum Beispiel Casper und Feine Sahne Fischfilet mehrfach zu Gast. (jpe)

Bewertung des Artikels: Ø 3.3 Sterne bei 10 Bewertungen
29Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    0
    Interessierte
    25.05.2019

    Frau Diestelblüte , das hatte ich schon geschrieben , was unsere Eltern über diese Musik gesagt hatten ......

    Stimmt genau , Freigeist ...
    Und verhärend - das ist verheerende sächsich ;-)))))

  • 1
    1
    Freigeist14
    24.05.2019

    Interessierte@ : Ist es denn so , das wir jeden Dreck der vom Westen kommt kopieren müssen ? Ich denke Genossen , mit der Monotonie des >Yeah,Yeah ,Yeah< und wie das alles heißt , ja , sollte man Schluss machen . Was bitte schön ist "Verhärend " ?

  • 8
    2
    Distelblüte
    24.05.2019

    Gut möglich, dass Ihre Eltern das gleiche über die Musik der Beatles gesagt haben wie Sie jetzt :)

  • 1
    9
    Interessierte
    24.05.2019

    Das Geplärre ist doch keine Musik ; ich kann mich noch an die Beatles erinnern und dem jäjäjä , oder an die Stones und an die viele schöne Musik aus den 70-ern und 80-ern und an die BeeGees und an UB40
    Aber was dann Ende der 80er losging , das war ja` verhärend ...............

  • 6
    2
    Blackadder
    24.05.2019

    @interessierte: Kommt immer drauf an, wie man reiferes Alter definiert. :-)

  • 1
    9
    Interessierte
    24.05.2019

    Diese Frau Blackadder ist doch nun auch schon im reiferen Alter mit ihrer Lebenserfahrung , das wundert mich nun aber , dass ihr diese Art von Musik noch gefällt ...

  • 4
    0
    Hinterfragt
    24.05.2019

    @Klemmi; Ich sehe das hier reinweg im Zusammenhang mit der Kneipenmeile.
    Es kann doch da eigentlich nicht sein, dass man am Wochenende um 23:00 Uhr gehen muss weil sich oberhalb Wohnungen befinden (Aussage eines Betreibers im pers. Gespräch Dez. 2018).
    Da hat man beim Konzept irgendwas falsch gemacht,
    Und um Fehlinterpretationen vorzubeugen, die Idee an sich finde gut.

    Und deshalb auch das Beispiel mit Leipzig, da konnten wir am späten Abend noch gemütlich und ohne Zeitdruck "durch die Kneipen ziehen" ;-)

  • 4
    3
    Klemmi
    23.05.2019

    @ Hinterfragt: Vielen Dank für die tolle Auflistung der sämtlichen Lokale im Barfußgässchen. Ich meinte eher die Öffnungszeiten im Einklang mit der jeweiligen kommunalen Lärmschutzverordnung. Es gibt Städte, da wird mit kleinen Schildern auf die Nachtruhe hingewiesen. In der Regel funktioniert das- Ausnahmen gibt es, aber das wäre dann eine zu ahndete Übertretung.

  • 0
    2
    Hinterfragt
    23.05.2019

    @Klemmi; "...Diese Uhrzeiten sind üblich für Städte,.."
    Habe da andere Erfahrungen. z. B in Leipzig

    Und hier die Fakten:
    https://www.google.de/search?newwindow=1&biw=1280&bih=887&tbm=lcl&ei=xWbmXN-9O4uVsAfAlavgAg&q=kneipen+leipzig+Barfu%C3%9Fg%C3%A4%C3%9Fchen&oq=kneipen+leipzig+Barfu%C3%9Fg%C3%A4%C3%9Fchen

  • 4
    2
    cn3boj00
    23.05.2019

    vergessen Sie's

  • 2
    7
    Hinterfragt
    23.05.2019

    OK - ich gebe mich geschlagen, bei Rockkonzerten gibt es keinen Lärm, man lernt halt nie aus ...

    @cn3boj00; zurückgerudert, wo?
    Von Anfang an stand PROBLEM.
    Und Probleme lassen sich meist LÖSEN.

    Wortbedeutung:
    "Probleme stellen Hindernisse dar, die überwunden oder umgangen werden müssen, um von einer unbefriedigenden Ausgangssituation in eine befriedigendere Zielsituation zu gelangen"


    k.w.K.

  • 7
    1
    cn3boj00
    22.05.2019

    Also Leute, außer Hinterfragt, der mit Lärm angefangen hat und dann wieder zurückrudert (er muss eben aus Prinzip was sagen), hat sich doch keiner beschwert! Alle anderen haben doch gesagt, dass sie es gut finden. Und lieber Herr / Frau vom Zeisigwald, obwohl ich Rentner bin war ich die letzten 3 Jahre beim Kosmonaut. Solche Verallgemeinerungen sind unzulässig. Das Lineup findeich dieses Jahr auch besser als letztes. Ich freu mich drauf. Und vermutlich würden ja die Innenstadtkonzerte auch kostenlos sein, denn ich kann mir nicht vorstellen wie man das sonst hinkriegt.

  • 8
    2
    Steuerzahler
    22.05.2019

    Dafür wird, was den meisten ja gelegentlich entgeht, im Stadtzentrum auch weniger Grundsteuer gezahlt als am Stadtrand mit den eingemeindeten Ortschaften. Also auch nicht beschweren, wenn ab und zu mal etwas los ist. Nur Vorteile geht auch nicht und wer sich dort niederlassen will müsste eigentlich wissen, was drum und dran ist.

  • 12
    1
    Klemmi
    22.05.2019

    @Hinterfragt: Diese Uhrzeiten sind üblich für Städte, ob in Deutschland oder Europa. Außerdem: An wievielen Tagen im Jahr spielt sich das Nachtleben primär auf der Straße ab? Das Chemnitzer Klima lässt da nicht sehr viel Spielraum. Aber ich habe die Problematik bewusst angebracht. Wurde nicht schon aus Angst vor Klagen die Filmnächte abgesagt? Hier muss sich der, in der Innenstadt lebende, Bürger entscheiden: Citylage mit möglichen lärmerzeugenden Veranstaltungen oder Peripherie mit Ruhe.

  • 3
    11
    Hinterfragt
    22.05.2019

    @HHCL:

    LÄRMPROBLEM
    LÄRMBELÄSTIGUNG

    Sieht schon anders aus und ist auch was anderes ,,,

    Und das mit dem Wind hatte ich dargelegt, ich schrieb NICHT dass ich dadurch belästigt wurde.

  • 11
    4
    HHCL
    22.05.2019

    "@DTRFC2005; Die "Lärmbelästigung" haben Sie ins Spiel gebracht."

    Wen wollen Sie hier eigentlich verkaspern? Sie und nur Sie haben die Lärmbelästigung ins Spiel gebracht, sonst niemand:

    "[...]Vom Lärmproblem für die Anwohner reden wir mal noch gar nicht ...
    Bei "günstigem" Wind, waren wir hier bisher immer fast Live dabei."

    Ausgerechnet von einem, der dauernd anderen Unterstellungen vorwirft. Unsagbar peinlich!

  • 3
    9
    Hinterfragt
    22.05.2019

    "... Wer in der Innenstadt lebt, muss damit rechnen, dass es zu Veranstaltungen und damit zu Lärm kommt. ..."
    Das erzählen Sie mal den Anwohnern der "Kneipenmeile, die Öffnungszeiten sind nämlich dementsprechend (Ruhe) ausgelegt.

    z.B.:
    So - Do 11.30-22.00 Uhr
    Fr - Sa 11.30-23.00 Uhr

  • 5
    7
    Hinterfragt
    22.05.2019

    @DTRFC2005; Die "Lärmbelästigung" haben Sie ins Spiel gebracht.
    Auch habe ich ja nichts dagegen, dass im Stadtzentrum Teile des Festivals etabliert werden sollen, richtig so.
    Der Ausschlag war einfach nur Ihr Argument mit dem Rasen in Rabenstein und dieser ist eigentlich für ein massive Beanspruchung ausgelegt.

  • 14
    3
    DTRFC2005
    22.05.2019

    @Blackadder: Vielen Dank für die Info. Da habe ich wohl tatsächlich in der Eile etwas überlesen oder eher falsch verstanden. Dennoch finde ich es Klasse und die Lärmbelästigung ? nun ja, wenn es danach ginge, würde ich mir z.B Nachts ein Fahrverbot wünschen. Bei uns donnern die LKWs die Straße runter oder es werden Autorennen gefahren. Aber das ist absolut nicht machbar und Wunschdenken meinerseits. Es würde uns ja schon ausreichen, wenn bestimmte Nachbarn sich einfach mal ab 22 Uhr Zimmerlautstärke angewöhnen würden.Aber egal, in der Stadt wird wieder etwas gutes auf den Weg gebracht und das zählt.

  • 23
    7
    AmZeisigwald
    22.05.2019

    An alle Rentner hier...bucht einfach ein Wochenende in Bad Elster zu diesem Termin.
    Oder Hörgeräte ausmachen. Ich finde es Klasse. Und früher war der Rasen auch nicht grüner...auch nicht in Rabenstein.

  • 35
    6
    Klemmi
    22.05.2019

    Zur Diskussion über Lärmbeschwerden: Wer in der Innenstadt lebt, muss damit rechnen, dass es zu Veranstaltungen und damit zu Lärm kommt. Natürlich unter Berücksichtigung gesetzlicher Bestimmungen. In der Innenstadt leben wollen, aber Ruhe wie am Stadtrand verlangen, dass wird nicht funktionieren.
    Zum eigentlichen Thema: Gute Sache, auch derartige Veranstaltungen nützen dem Image der (Innen-)Stadt.

  • 12
    13
    Hinterfragt
    22.05.2019

    @Blackadder; Warum sollte ich?

    Ich habe nirgendwo geschrieben, dass ich das je getan habe oder tun werde!
    Ich schrieb lediglich den Gedanken Lärmproblem der Anwohner auf.

    Vom Stadtfest habe ich hier noch keine Geräusche (außer Feuerwerk) mitbekommen, vom Kosmonaut aber eben bei günstigem Wind Schon und nicht leise, von Beschweren oder mich stören war da nirgendwo eine Rede.
    Das war mal wieder reinweg Ihre Interpretation ...

  • 14
    13
    Blackadder
    22.05.2019

    @Hinterfragt: Und? Haben Sie?

  • 10
    21
    Hinterfragt
    22.05.2019

    @Blackadder; "...dass Sie sich jemals darüber beschwert hätten...."
    Hä, schon wieder eine Unterstellung?

  • 20
    14
    Blackadder
    22.05.2019

    @hinterfragt: Dafür fällt der Lärm vom Stadtfest weg. Kann mich nicht erinnern, dass Sie sich jemals darüber beschwert hätten.

  • 12
    32
    Hinterfragt
    22.05.2019

    "...das der Rasen am Staussee und damit die Natur extrem entlastet wird...."
    Genau, dafür wird dann der Rasen z.B. Stadthallenpark um so mehr belastet!

    Vom Lärmproblem für die Anwohner reden wir mal noch gar nicht ...
    Bei "günstigem" Wind, waren wir hier bisher immer fast Live dabei.

  • 19
    7
    Blackadder
    22.05.2019

    @DTRFC: Da haben Sie etwas falsch verstanden: die Konzerte in der Innenstadt finden zusätzlich zum normalen Festival statt, was ganz normal Freitag / Samstag stattfinden wird.

  • 11
    15
    DTRFC2005
    22.05.2019

    Klasse Idee, das zieht nicht nur die Leute in die Innenstadt, sondern, was mich daran besonders freut, ist der Fakt, das der Rasen am Staussee und damit die Natur extrem entlastet wird.

  • 27
    14
    Blackadder
    22.05.2019

    Schön, freue ich mich drauf. Das Publikum des Kosmonautfestivals ist in den letzten Jahren nach meinen Erfahrungen immer extrem nett, freundlich und friedfertig gewesen, das kann Chemnitz nur guttun.



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