Kretschmer: Bewerbung ist Bereicherung für ganz Sachsen

Der Ministerpräsident war zu Gast, um sich über den Stand der Bewerbung zur Kulturhauptstadt zu informieren. Die Stadt hat indes ihr Team verstärkt.

Der Termin war nicht von langer Hand geplant: Am Montag hat sich Ministerpräsident Michael Kretschmer mit Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig und Ferenc Csák getroffen, dem Projektleiter der Chemnitzer Bewerbung um den Titel der Kulturhaupt Europas 2025. "Er wollte das Team kennenlernen, das die Stadt in die zweite Runde gebracht hat", sagte Ludwig.

"Ich wollte gratulieren und mich bedanken", ergänzte Kretschmer. In Chemnitz sei etwas Großartiges geschaffen worden. Die Staatsregierung stehe zu ihrem Wort, die Bewerbung mit 600.000 Euro zu unterstützen. Das Geld werde in den nächsten Tagen fließen. Falls die Bewerbung erfolgreich ist - und davon gehe er aus -, werde der Freistaat wie versprochen 20 Millionen Euro beisteuern. "Die Bewerbung motiviert und weckt die Neugier auf Chemnitz", so der Ministerpräsident, "aber sie ist auch eine Bereicherung für ganz Sachsen." Bei der Kulturhauptstadt gehe es darum, einen Beitrag für die europäische Einheit zu leisten. Ziel sei es, Antworten auf drängende Fragen der Zeit zu finden, wie jener, was unsere Kultur eigentlich ausmache und wie mit der Zuwanderung umgegangen werden sollte, erklärte Kretschmer.

Wobei Unterstützung des Freistaats gebraucht werde, wolle man nicht verraten, so Ludwig, denn inhaltliche Details aus der Bewerbung werde man mit Blick auf die Konkurrenz aus vier Städten nicht preisgeben. Csák sagte, Unterstützung sei zum Beispiel bei der Umgestaltung großer Areale, der sogenannten Interventionsflächen, nötig.

Chemnitz hatte es Mitte Dezember auf die Shortlist für die Kulturhauptstadt geschafft - und damit die sächsischen Mitbewerber Dresden und Zittau aus dem Rennen geworfen. Ebenfalls eine Runde weiter sind Nürnberg, Hannover, Hildesheim und Magdeburg. Bis Ende Juli müssen alle ein zweites Bewerbungsbuch abgeben, in dem auch das konkrete Programm für 2025 ausgearbeitet sein muss. Im September rechnet man in Chemnitz mit dem Besuch der Jury. Im Herbst soll dann die endgültige Entscheidung fallen.

Um die Arbeit in Chemnitz zu unterstützen, sind im Januar zwei Mitarbeiterinnen aus der Stadtverwaltung ins Kulturhauptstadtbüro gewechselt. Außerdem wurde der Berater Mattijs Maussen engagiert. Der Niederländer hat mehr als 15 Kulturhauptstädte und Kandidaten beraten, darunter Pilsen (2015) und San Sebastián (2016).

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...