Mehrere Interessenten für insolvente Landmolkerei

Für die 90 Mitarbeiter des Peniger Unternehmens gibt es Hoffnung. Die Produktion läuft weiter. Ende des Monats könnte eine Entscheidung fallen.

Penig.

Für die rund 90 Mitarbeiter zählende Kohrener Landmolkerei, die am 18. Juli einen Insolvenzantrag gestellt hat, gibt es neue Hoffnung. Die Suche nach Investoren verläuft offenbar positiv. Eine Vielzahl "von teils sehr renommierten Unternehmen" habe Interesse an der Molkerei bekundet, teilt Mario Sänger, Fachanwalt für Insolvenzrecht, auf Anfrage der "Freien Presse" mit. Diese prüfen nach Sängers Angaben derzeit, inwiefern eine Übernahme der Landmolkerei in Betracht komme.

Doch nicht nur das. "Es liegen auch bereits konkrete Übernahmeangebote für das Unternehmen vor. Mit diesen Interessenten werden nun Verhandlungen geführt", so der Sanierungsexperte. Alle Interessenten, die bereits Angebote abgegeben hätten, seien an einem Weiterbestand beziehungsweise an einem Ausbau der Molkerei interessiert, heißt es. Laut Sänger könne sich nicht ausschließlich das Unternehmen beziehungsweise der vorläufige Insolvenzverwalter für einen speziellen Interessenten entscheiden, sondern dies hänge insbesondere von der Zustimmung der Banken ab.

In der Landmolkerei wird indes weiter produziert. "Nach Anordnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens konnten wir in Gesprächen mit diversen Kunden und Lieferanten erreichen, dass die Produktion aufrechterhalten wird", erklärt Mario Sänger. Einige Kunden seien sogar bereit gewesen, die Molkerei durch eine Erweiterung des Auftrages zu unterstützen. "Diese Aufträge werden aktuell abgearbeitet." Es gebe aber auch einige Kunden, die ihre Bestellungen storniert haben. Dies betreffe insbesondere einzelne Handelsketten, die die Produkte der Kohrener Landmolkerei von der Liste genommen hätten. "Auch mit diesen werden aktuell Gespräche geführt", erklärt Sänger. Aufgrund dieser Umstände laufe die Produktion auf einem niedrigeren Niveau als vor der Unternehmenskrise. Da sich die Suche nach Investoren positiv entwickelt habe, hofft die Insolvenzverwaltung, dass bis Ende August eine Lösung für die Kohrener Landmolkerei gefunden ist. "Mit Sicherheit können wir dies heute leider noch nicht sagen", so der Rechtsanwalt.

Für die Belegschaft sei die aktuelle Situation naturgemäß angespannt. Zwar seien die Löhne über das Insolvenzgeld gesichert. Es bestehe aber eine große Verunsicherung, wie es in Zukunft weitergeht. "Leider können wir diese Verunsicherung heute noch nicht beseitigen", so Sänger. Während der bisherigen Tätigkeit innerhalb dieses vorläufigen Verfahrens habe die Insolvenzverwaltung von den Mitarbeitern der Kohrener Landmolkerei und der Geschäftsleitung viel Unterstützung erfahren, heißt es. Die Mitarbeiter seien sehr motiviert und würden sich für ihr Unternehmen in einem außergewöhnlich hohen Maß einsetzen. "Wir spüren, dass es sich um eine langjährig gewachsene Belegschaft handelt, die von einem engen Zusammenhalt geprägt ist", lobt Sänger die Belegschaft und deren Unterstützung bei der Fortführung des Betriebes.

Die in der Region bekannte Kohrener Landmolkerei stellt Milch, Milchmixgetränke und Puddings für eine eigene Produktlinie sowie für einige Handelsmarken des Lebensmitteleinzelhandels her. Sie betreibt auch mehrere Hofläden, darunter einen am Molkereistandort in Penig. Als Grund für den Insolvenzantrag waren vorerst gescheiterte Verhandlungen mit Interessenten angegeben.

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