Neue Anlage soll für gutes Klima sorgen

Am Klinikum steigt der Bedarf an Kälte. Um ihn zu decken, wird in erster Linie eines genutzt: Fernwärme.

Borna-Heinersdorf.

Viel Zeit zum Warmwerden hatte die neue Kälteanlage am Rande des Küchwaldkrankenhauses nicht: Bei Außentemperaturen um die 30 Grad hat deren Kältemaschine in diesen Wochen gleich ordentlich zu tun. Dabei liegt es nach den Worten von Klinikum-Geschäftsführer Dirk Balster gar nicht mal so sehr an den Auswirkungen des Klimawandels, dass der Kältebedarf des städtischen Krankenhauses seit 2010 um rund 25 Prozent gestiegen ist. Vor allem die empfindliche Medizintechnik - etwa in OP-Sälen und auf den Stationen der Intensivmedizin - und die großen Computersysteme in vielen Bereichen des Klinikums sind es, die die Nachfrage nach Klimatisierungen haben enorm steigen lassen.

Die jetzt in Betrieb genommene Kälteanlage ist bereits die zweite, die das Klinikum seit 2012 ans Netz genommen hat. Durch sie verdoppelt sich die Leistung der Kälteerzeugung auf einen Schlag. Nach dem Standort Flemmingstraße profitieren davon nunmehr vor allem die am Küchwald angesiedelten Einrichtungen des Krankenhauses.

Betrieben wird die Kälteversorgung vom Energieunternehmen Eins, das nach eigenen Angaben rund fünf Millionen Euro in den neu errichteten Komplex investiert hat. Herzstück ist eine Kältemaschine, die mit Fernwärme angetrieben wird. Sie kühlt Wasser auf sechs Grad Celsius ab, bevor es über gut isolierte Leitungen zu den Lüftungsanlagen auf dem Krankenhausgelände transportiert wird - und anschließend wieder zurück in die Anlage. Dort wird es erneut abgekühlt, der Kreislauf beginnt von vorn.

Übersteigt der Bedarf die Leistungsfähigkeit der Maschine, kann ein zweites Aggregat zugeschaltet werden. Das funktioniert mit elektrischem Strom - wie ein großer Kühlschrank. Im Winter soll die Anlage laut Eins sogar weitgehend ohne Fremdenergie auskommen. Eine auf dem Dach des Komplexes installierte Anlage ermöglicht es, ab Außentemperaturen von zwei Grad Kälte aus der Umgebungsluft für die Versorgung zu nutzen.

Wie wichtig ein in jeder Hinsicht gutes Klima im Krankenhaus für die Gesundung von Patienten sein kann, weiß Eins-Chef Roland Warner aus eigener Erfahrung. Denn vor einem Dreivierteljahr, so erzählte er am Mittwoch bei der offiziellen Inbetriebnahme der Anlage, habe er selbst einige Zeit im Klinikum verbringen müssen. Aber auch der Jahrhundertsommer 2018 bereitet ihm durchaus Freude. Dem Interesse an Kälteversorgungslösungen sei das Wetter sehr zuträglich, so Warner.

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