Neukirchen empfängt Brautpaare in renoviertem Raum

Das Trauzimmer in der Gemeinde ist saniert worden. Doch nicht nur die Einrichtung hat sich verändert, sagen die Standesbeamten.

Neukirchen.

Seit diesem Jahr kommt Karsten Wolf, Standesbeamter bei der Gemeinde Neukirchen seit 2004, noch lieber auf Arbeit. Der Grund: Das Trauzimmer im Rathaus wurde umfangreich saniert. Insgesamt wurden rund 30.000 Euro dafür investiert, die komplett aus Eigenmitteln der Gemeinde stammen.

Durch das gesamte Zimmer ziehen sich die Farben Weiß und Grün. Karsten Wolf sagt: "Dadurch wirkt alles deutlich frischer und moderner. Außerdem hebt sich das Neukirchener Trauzimmer somit von den meisten anderen Trauzimmern ab." Bei der Gestaltung des Raumes konnte der Standesbeamte seine eigenen Wünsche mit einfließen lassen. "Jetzt nach der Sanierung ist es ein wesentlich angenehmeres Arbeiten", berichtet er.


Die Renovierungsarbeiten fanden im Herbst und Winter des vergangenen Jahres statt. Der Raum wurde generalüberholt. Die Holzverkleidung der Wand und das Parkett kamen weg. Die Zwischentür wurde ausgebaut und zugemauert, die Wände bekamen einen neuen Anstrich, der Boden modernes Laminat. Außerdem wurden eine neue Beleuchtung und Heizkörper installiert. Auch Möbel und Beschallungsanlage sind neu. Seit der Renovierung haben bereits fünf Paare im umgestalteten Raum geheiratet. Karsten Wolf sagt: "Die Hochzeitssaison steht allerdings noch bevor". In Neukirchen gehen jährlich durchschnittlich 25 Paare den Bund der Ehe ein.

Allerdings ist Wolf nicht die einzige Person, die in Neukirchen Trauungen vornimmt. Auch seine Kollegin Cornelia Bischoff darf Paare in den Hafen der Ehe bringen. Sie kann dabei auf mehr als 25 Jahre Erfahrung zurückblicken. Die Sanierung des Neukirchener Trauzimmers ist aus ihrer Sicht gut gelungen und sei nötig gewesen. Sie erinnere sich, dass es im alten Raum eine Trauung gegeben habe, bei der eine Frau gesagt habe, dass noch alles wie zu DDR-Zeiten aussehe. Nun, so sagt Bischoff, ist alles neu. Nur der Zugang ist nicht barrierefrei. "Aber wir haben ziemlich flache Stufen", erklärt Bischoff.

Wer es vielleicht etwas historischer angehaucht möge, lasse sich wahrscheinlich im Trauzimmer in Jahnsdorf in einem historischen Fachwerkhaus trauen. Hintergrund ist, dass Neukirchens und Jahnsdorfs Standesämter seit Jahren zusammengelegt sind.

Aber das neugestaltete Zimmer findet offenbar Zuspruch. Denn wie die Standesbeamtin erklärt, sind derzeit bis Oktober noch acht Paare für eine Eheschließung im Raum in der ersten Etage des Rathauses von Neukirchen angemeldet. Zwei davon werden nächste Woche den Bund der Ehe eingehen. Platz ist im Trauzimmer für rund 25 Gäste. Darunter darf sich auch ein Hund befinden, erklärt Bischoff, da er ja für die Besitzer auch so etwas wie ein Familienmitglied darstelle.

Die Sitten und Gebräuche sowie die Kleidung und Musik zur Eheschließung haben sich aus Sicht der Standesbeamtin in den vergangenen Jahrzehnten schon deutlich verändert. Bei der Wahl der Musik dürfe es für einige Brautpaare schon auch mal etwas härtere Klänge geben. Sie habe schon Ehen geschlossen, bei denen Lieder der Punkband "Die Toten Hosen" zu hören waren. "Auch zu ,Nothing else matters' von Metallica wurde schon geheiratet", erläutert Cornelia Bischoff. Die Brautpaare könnten ihre Musik ja auch auf CD oder Datenstick mitbringen. Beim Kleidungsstil sei von klassischem Stil über leger bis hin zur Black-Metal-Hochzeit ganz in Schwarz alles dabei. (mit reu)

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