OB Ludwig steht zur Wahl - und weiß nichts davon

Eine Stiftung sucht das beste weibliche Stadtoberhaupt. In der Liste der Nominierten steht die Chemnitzerin mit Frauen aus Paris und Sydney.

Seit fast 15 Jahren zeichnet die City- Mayors-Foundation (Bürgermeister-Stiftung) alle zwei Jahre den besten Stadtchef der Welt aus. In diesem Jahr ist ein für Chemnitzer bekanntes Gesicht unter den Nominierten: Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD). "Sie hat sich für ein weltoffenes, tolerantes Sachsen und Chemnitz eingesetzt und damit deutlich gemacht, dass sie nicht will, dass Rechtspopulisten das Bild Sachsens bestimmen", begründet Tann vom Hove von der City-Mayors-Foundation die Nominierung. In diesem Zusammenhang habe sich Ludwig auch für die Integration von Migranten stark gemacht. Chemnitz habe sich seit ihrem Amtsantritt zu einer familienfreundlichen Stadt mit steigender Einwohnerzahl entwickelt, die auch wirtschaftlich auf einem guten Weg sei. Vom Hove hebt außerdem Ludwigs Einsatz für gute Beziehungen zu Israel und ihre Unterstützung der jüdischen Gemeinde in Chemnitz hervor. Die Oberbürgermeisterin selbst wollte sich zu der Nominierung, von der das Rathaus erst aufgrund einer Anfrage von "Freie Presse" erfuhr, nicht äußern.

Neben Ludwig sind auch die Bürgermeisterinnen von Saarbrücken, Baden-Baden und Reutlingen im Rennen. Insgesamt stehen bislang 57 Frauen aus 33 Ländern zur Wahl, darunter auch die Stadtoberhäupter von Prag, Paris, Madrid und Sydney.

Der Preis soll leidenschaftliche und talentierte Bürgermeister und deren Leistungen würdigen, schreiben die Stifter auf ihrer Internetseite. Der erste Gewinner war 2004 der heutige Ministerpräsident Albaniens, Edi Rama - damals Bürgermeister der Hauptstadt Tirana. Es folgten unter anderem Dora Bakoyannis (Athen), John So (Melbourne) und Helen Zille (Kapstadt). Die Auszeichnung ist nicht dotiert. Die Gewinnerin erhält eine Trophäe, die Zweit- und Drittplatzierte je eine Urkunde. In diesem Jahr gehen erstmals nur weibliche Bürgermeister ins Rennen. "Auf diese Weise hoffen wir, mehr Frauen dazu zu ermutigen, eine Karriere in der Kommunalverwaltung zu erwägen und für politische Ämter zu kandidieren", schreiben die Verantwortlichen auf ihrer Webseite. Die vor 15 Jahren gegründete City-Mayors-Foundation beschreibt sich selbst als unabhängige internationale "Denkfabrik", die sich der Förderung guter lokaler Regierungen verschrieben hat.

Weitere Nominierungen für den Preis sind bis zum 10. August möglich. Anfang September will die Stiftung bekanntgeben, wer es in die engere Auswahl geschafft hat. Dabei sei es hilfreich, wenn die Stadtcheffinnen von ihren Bürgern unterstützt werden, sagt Tann vom Hove: "Es kommt uns nicht auf die Anzahl der Nominierungen, sondern mehr auf die Qualität der Argumente an." Auf der Internetseite der Stiftung können sich Bürger mit anonymen Kommentaren für ihre Favoritin einsetzen. Die Preisträgerin soll Anfang 2019 bekanntgegeben werden.

Alle Nominierten und weitere Informationen zu dem Wettbewerb stehen im Internet unter www.freiepresse.de/worldmayor

Bewertung des Artikels: Ø 2.5 Sterne bei 2 Bewertungen
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...