Premiere: Tanja und Toni Krahl im Duett

Musik ganz in Familie, Süßes aus dem Süden Frankreichs und freche Frotzeleien aus Holland.

Toni Krahl, Frontmann der Band City, ging am Samstagabend fremd - mit seiner eigenen Frau. Statt an der Seite seiner Ostrock-Musiker verbrachte er mit seiner Liebsten Tanja den Abend auf der Bühne. Sie ist ebenfalls Sängerin, Frontfrau der Chemnitzer Band Sonic Music, und trat am Wochenende im City-Pub im Terminal 3 auf. Weil ihr Göttergatte an dem Abend keine eigenen Termine hatte, gesellte er sich einfach dazu und meinte: "Hurra, endlich ein freier Tag. Da mach ich mal einen auf Familie." Fürs Publikum gab es eine Premiere: Zum ersten Mal überhaupt sang das Ehepaar Krahl ein Duett. "Wand an Wand" stimmten sie an, einen der größten Hits von City. Und als Zugabe spielte Toni sein bekanntestes Lied "Casablanca". So richtig ans Herz ging es, als sich ein Mann aus dem Publikum ein Lied für seine Liebste wünschte. Toni Krahl erfüllte diesen Wunsch und sang "Wonderful Tonight" von Eric Clapton. Für die Chemnitzer Musiker war es ein unvergesslicher Abend, auch wenn ihnen wegen des berühmten Gaststars nicht die Muffe ging. "Warum auch?", so Gitarrist Rico Hinkel. "Toni ist ein unaufgeregter, klasse Typ. Wir mögen ihn alle sehr gern."

Petra Borges, langjährige Leiterin des Chemnitzer Kulturamtes, wurde am Samstag in den Kunstsammlungen überrascht. Da verfolgte sie im Rahmen der Eröffnung der 27. Tage der jüdischen Kultur ein Konzert im Museum. Anschließend wurde sie selbst auf die Bühne gebeten. Gemeinsam mit Iris Tätzel-Machute, Leiterin des Begegnungszentrums Lila Villa, und dem ehemaligen Pfarrer Karl-Heinz Kleve erhielt sie eine Anerkennung um ihre Verdienste bei der Durchführung der Kulturtage. Organisator Egmont Elschner: "Alle drei standen uns von Beginn an mit Herz und Rat zur Seite. Dafür gebührt ihnen großer Dank." Borges und die anderen beiden erhielten eine Urkunde und die Patenschaft über ein wachsendes Pflänzchen. In ihrem Namen werden in wenigen Tagen junge Bäume im sogenannten Wald der deutschen Länder gepflanzt. Er wächst in der israelischen Wüstenlandschaft Negev heran, soll das Gebiet nachhaltig begrünen. In diesem Wald gibt es einen von der Stadt unterstützten "Chemnitz-Hain".


Annett Teich, in Frankreich lebende Köchin mit deutsch-russischen Wurzeln, kitzelte am Freitagabend die Gaumen der Gäste im Wasserschloß Klaffenbach. Dort wurde der zweite Genussmarkt eröffnet - diesmal ganz im Zeichen der südfranzösischen Region Languedoc-Roussillon. Teich, Spitzenköchin im Restaurant "BK" in der Stadt Montagnac, servierte den Gästen butterzarte Macarons, ein Baiser-Gebäck mit Lavendel-, Haselnuss- und Basilikumnoten. "Drei Tage dauert es, bis die Teilchen fertig gebacken sind. Nur dann werden sie richtig schön fluffig", erklärte die Gastronomin, die in Dresden aufwuchs. Nicht nur Bürgermeister Miko Runkel und Stadthallenchef Ralf Schulze naschten eifrig. Auch die angereisten Vertreter der französischen Stadt Montagnac, die Kulturbeauftragte Marie Claude Barattini und Bürgermeister Yann Llopis, kosteten davon.

Michèl und René Ursinus sowie Peter Brückner, Mitglieder der Schlager-Band "Cappuccinos", hüpften am Freitag über die Bühne im Neefepark. Dort stellte das niederländisch-deutsche Trio das Album "Curacao - Holland unter Palmen" vor. Ihr Publikum lockten sie mit frechen Fußball-Frotzeleien aus der Reserve. "Wollt ihr noch ein Lied hören?" Darauf kam ein gemurmeltes "Ja". Die Jungs darauf: "Das soll ein weltmeisterlicher Jubel sein? Das können wir Niederländer besser." Zwei Zugaben holten sie mit dieser Ansage raus. Die "Cappuccinos" ist eine Band, die von Schlagersängerin Kristina Bach 2007 gecastet wurde. Benannt wurde sie nach einem Lied der Sängerin.

Kevin "Moe" Morris bat am Samstagabend zur Abschiedsparty in seine Bar "Moes". Zum letzten Mal hatten sich im Mini-Laden in der City die Türen geöffnet. Morris schloss in den Morgenstunden ein bisschen wehmütig ab, sagt jedoch: "Die Bar sollte von Anfang an nur für einen begrenzten Zeitraum öffnen." Ursprünglich sei ein Jahr Test geplant gewesen, nun liegen schon dreieinhalb Jahre Tresenleben zurück. Kevin Morris will sich künftig um seine anderen beiden Gastronomien kümmern. Er betreibt den Theaterclub in der Carolastraße und das Catering "Suppengrün" in den Rathaus-Passagen. "Damit habe ich alle Hände voll zu tun", erklärt er. "Wenn ich die beiden Läden erfolgreich führen will, bleibt leider keine Zeit für die Bar."

André Donath (Foto), Gastronom, stand gestern Vormittag in Malerklamotte in seinem Brauclub. Auch dort war am Samstagabend ein vorerst letzter Party-Abend. Der Club macht allerdings nur Pause - Umbaupause. "Wir wollen frischen Wind reinbringen", so Donath. "Die Technik wird modernisiert. Die Räume gestalten wir so um, dass sie flexibel für Privatpartys genutzt werden können." Am 1. April macht der Brauclub wieder auf. "Bis dahin wird er sich verändern", so Donath. "Wir werden mit dem Chemnitzer Fotokünstler Jörg Riethausen das Design neu gestalten."

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