Rätselraten um Bauverzug - "Das macht mich stinkig"

Seit Wochen verzögert sich der Arbeitsstart an der Unteren Hauptstraße in Niederfrohna. Der Bürgermeister zeigt sich genervt. Die Behörden warten auf die Baufirma - doch die erscheint nicht.

Niederfrohna.

Erst der 5. September, dann der 26. September, später der 5. Oktober - die Liste mit Terminen, an denen die Großbaustelle Untere Hauptstraße in Niederfrohna eingerichtet werden sollte, wird immer länger. Fakt ist: Alle sind genervt. Woran es liegt, dass sich der Start so lange verzögert, weiß aber niemand genau.

Vor zwei Tagen sollte es eigentlich endlich losgehen, hieß es aus dem Landratsamt, das für die Kreisstraße zuständig ist. Um 10 Uhr trafen sich vor Ort Vertreter des Amtes und der Stadt Limbach-Oberfrohna, um die Beschilderung offiziell abzunehmen. Dort stellten sie dann fest, dass erstens keine Beschilderung aufgestellt wurde und zweitens auch niemand von der ausführenden Baufirma anwesend war.

Nun wurde von der Stadt ein neuer Abnahmetermin bekannt gegeben: Montag, der 10. Oktober. Wir hoffen, dass das was wird", sagte Franz Kittel vom Amt für Straßenverkehrsangelegenheiten. Dann soll auch die neue Beschilderung in Kraft treten. Die Straße ist von da an vollgesperrt.

Wie kam es zu der Verzögerung, dessen Ende immer noch nicht ganz absehbar ist? Laut der Verwaltung in Limbach-Oberfrohna ging erst Mitte September ein Antrag der Baufirma ein, den die Stadt prüfen und absegnen muss. Darin geht es um verkehrsrechtliche Regelungen wie Sperrungen und Umleitungsschilder.

Darum kümmert sich vor Ort die Baufirma, genehmigen muss es aber die Verkehrsbehörde. Die Abwesenheit der Firma wird von der Stadt mit Kapazitätsengpässen erklärt - der gleiche Grund wie bei der Verschiebung vom 5. auf den 26. September. Das Unternehmen sei derzeit schwer erreichbar, der Bauleiter weilt nach Aussage des Landratsamtes im Urlaub. Auch Kontaktversuche der "Freien Presse" blieben gestern erfolglos.

Deutlich genervt von der Angelegenheit gab sich gestern Niederfrohnas Bürgermeister Klaus Kertzscher: "Es kann nicht sein, dass sich der Bau ständig verzögert. Das macht mich stinkig", so Kertzscher. "Das können sie ruhig so schreiben." Er werde darüber noch nicht einmal informiert. "Anwohner haben mich erst heute darauf angesprochen, was denn da los ist." Antworten konnte er keine geben.

In dem betreffenden Bauabschnitt zwischen der Siedlung am Viehweg und Wagners Getränkemarkt sind Reparaturen von Hochwasserschäden geplant. Die Strecke verfügt zum Teil noch über Kopfsteinpflaster und soll grundhaft ausgebaut werden. Ein weiterer Abschnitt nahe der Wetzelmühle ist bereits gesperrt. Anwohner müssen ihre Autos zum Teil anderswo parken, Fahrer sollen über die Ortsumgehung umgeleitet werden.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...