Rathaus will weitere Gesamtschule errichten

Kommune plant Neubau für 500 Kinder im Stadtteil Sonnenberg

Mit den Plänen für einen weiteren Schulneubau in Chemnitz sollen die östlichen sowie nordöstlichen Stadtteile gestärkt werden. Wie Finanzbürgermeister Sven Schulze (SPD) am Freitag sagte, sei das Projekt auch ein strukturpolitisches Thema. Man hätte die neue Schule auch auf dem Kaßberg bauen können, so Schulze, sei aber bewusst an den Sonnenberg gegangen. "Wir wollen die Schule in einem Stadtteil haben, der Entwicklungsschritte noch vor sich hat", erklärte er.

Der Neubau soll auf einem der letzten noch freien Grundstücke auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne der Sowjetarmee an der Heinrich-Schütz-Straße erfolgen - konkret zwischen Bethanien-Krankenhaus und Körperbehindertenschule. Das Besondere: Die Einrichtung soll weder Grund- noch Oberschule, sondern eine Gesamt- oder Gemeinschaftsschule werden, wo Kinder von der ersten bis zur zehnten Klasse unter einem Dach lernen können. Das wäre nach dem Chemnitzer Schulmodell an der Stollberger Straße (Stadtteil Kapellenberg) die zweite Einrichtung dieser Art in der Stadt. Möglich wird das Projekt auch durch die neue Staatsregierung von CDU, SPD und Grünen: Deren Koalitionsvertrag sieht vor, derartige Schulen in Sachsen zu ermöglichen. "Gemeinschaftsschulen können dort eingerichtet werden, wo der gemeinsame Wille des Schulträgers, der Lehrkräfte, der Eltern und der Schülerinnen und Schüler dazu besteht", heißt es in dem Papier. Zuvor war die Einrichtung von Gemeinschaftsschulen im Freistaat nahezu ausgeschlossen; ein Volksbegehren dazu hatte mehr als 50.000 Unterschriften gesammelt.

Der Neubau an der Heinrich-Schütz-Straße soll 2023 fertiggestellt werden und Platz für 500 Kinder bieten. Der Bedarf sei vorhanden, die Einrichtung im aktuellen Schulnetzplan der Kommune festgeschrieben, sagt Schulamtsleiter Jirka Meyer. Um den Neubau zu ermöglichen, muss die Stadt zunächst ein 5000 Quadratmeter großes Grundstück vom Träger des Bethanien-Krankenhauses kaufen, das der erst 2016 von der Kommune erworben hatte, um eigene Erweiterungspläne abzusichern. Weil die Stadt die Fläche nun aber dringender benötigt, habe man sich auf einen Rückkauf geeinigt - zum selben Kaufpreis.


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