Rosenhof-Springbrunnen ist nicht ganz dicht

Stundenlang ist Wasser auf den Boulevard gelaufen. Die Stadtverwaltung hat einen Verdacht, wie es dazu kam.

Wochenlang hatte es keinen Tropfen Regen gegeben und dann das: Unzählige Liter Wasser sind am Montagnachmittag aus dem Springbrunnen am Zugang zum Rosenhof aus Richtung Markt auf das Pflaster und in die Kanalisation gelaufen. Und über die unablässig weiter sprudelnden Fontänen wurde das Becken, an dem offensichtlich eine Fuge undicht geworden war, immer wieder aufgefüllt.

Viele Passanten und Anlieger wunderten sich, dass gerade in einer derart trockenen Zeit so verschwenderisch mit dem kostbaren Nass umgegangen wird. "Es begann etwa zwei bis drei Stunden, bevor die Sprudel wie jeden Abend um 18 Uhr abgestellt wurden", berichtet Diana Böttger, die aus dem Blumengeschäft im benachbarten Türmerhaus direkt auf den Brunnen blicken kann. Wegen der blattähnlichen Form seiner Fontänen heißt der offiziell Ginkgobrunnen. Zum Glück sei kein Wasser bis in den Laden gelangt, sondern vorher in die Abflussrinnen für Regenwasser gelaufen, so die Floristin. Mit dem Ausschalten der Fontänen stoppte zumindest der Wassernachschub und das Auslaufen des Beckens verlangsamte sich.

Am Dienstagmorgen zur üblichen Einschaltzeit wurde der Ginkgobrunnen dann außer Betrieb gesetzt, wie die Stadtverwaltung dazu auf Nachfrage mitteilte. Warum das nicht schon am Montagnachmittag geschehen war, blieb offen. Die Pressestelle des Rathauses bestätigte, dass eine defekte Dichtung zum Auslaufen des Wassers geführt hat. "Vermutlich handelt es sich um eine mutwillige Beschädigung", so der Verdacht der Stadtverwaltung. Die Fugen des Wasserbeckens sollen so schnell wie möglich repariert werden. Ein Termin dafür könne aber noch nicht genannt werden, da die Stadtverwaltung noch Gespräche mit Firmen führe, die für den Auftrag infrage kommen.

Der Ginkgobrunnen gehört zu den insgesamt 17 städtischen Brunnen und Wasserspielen, die in diesem Jahr seit April in Betrieb sind. Als einer von acht Brunnen wird er auf Basis eines Dienstleistungsvertrages vom Versorger Eins betreut. Um den Betrieb der neun anderen stadteigenen Brunnen kümmern sich Sponsoren. Für die diesjährige Unterhaltung der Brunnen hatte die Stadtverwaltung ursprünglich 63.000 Euro vorgesehen. Welcher unvorhergesehene Schaden durch die beschädigte Fuge am Ginkgobrunnen entstanden ist, lässt sich noch nicht beziffern.

Undichte Becken von Springbrunnen und Wasserspielen sind in Chemnitz kein Einzelfall. So musste das obere Becken der Brunnenanlage an der Stadthalle erst über den Winter 2017/18 komplett neu abgedichtet werden. Zuletzt war noch offen, ob auch die beiden unteren Becken saniert werden müssen. Darüber sollte nach einem Testlauf der Brunnenanlage entschieden werden. Denn nur in gefüllten Becken sei erkennbar, ob der Wasserstand relativ stabil bleibt oder ob weiterhin Wasserverluste auftreten.

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1Kommentare
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  • 1
    2
    1005
    11.07.2018

    Welche Schlafmützen sitzen im Rathaus? Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung werden von Steuergeldern bezahlt und nicht zu knapp.Mit welcher Gleichgültigkeit wird das Wasser erst einen Tag später abgestellt.Was sagt dazu die Rathauschefin? In der freien Wirtschaft gibt es dafür die Kündigung.



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