Schloßteich-Pavillon: Warten auf Sanierung sorgt für Frust

Seit drei Jahren macht sich eine Bürgerinitiative für die Sanierung der Anlage stark. 17.000 Euro an Spenden hat sie dafür gesammelt. Nur mit den Arbeiten geht es nicht los.

So langsam ist seine Geduld am Ende: Hendrik Gransee, einer der Initiatoren der Bürgerinitiative "Chemnitz ist reif für die Insel", kann nicht verstehen, warum sich die Sanierung des Pavillons am Schloßteich so lange hinzieht. Seit drei Jahren sammelt die Initiative Spenden, damit der marode Denkmalbau wieder zu einer Bühne für Kulturveranstaltungen unter freiem Himmel werden kann. 17.000 Euro liegen für den Umbau schon in der Kasse, ein Sanierungskonzept steht seit 2015. Der Entwurf sieht vor, Bühne, Dach, Bodenplatte und die Fassade wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen. Nur geht es mit den Bauarbeiten nicht los - und wie Hendrik Gransee sagt, werden die Spender langsam ungeduldig.

Auf eine Anfrage des Stadtrates Maik Otto (SPD) erklärte Baubürgermeister Michael Stötzer (Grüne) nun, die Stadtverwaltung habe zur Sanierung bereits im Frühjahr 2016 Fördermittel bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) beantragt - und lange keine Antwort von dort bekommen. Erst im Februar dieses Jahres habe die SAB dann einige Nachfragen zum Förderantrag an das Rathaus geschickt - nach zehn Monaten. Deshalb erwarte Stötzer den Abschluss der Pavillonsanierung erst zur Saison 2018. Sollte das Fördergeld fließen, wäre der Umbau für die Stadt ein Schnäppchen, rechnet Gransee vor: Die Kommune bräuchte nur zehn Prozent der voraussichtlichen Kosten von rund 180.000 Euro zahlen. Eine Summe, die fast vollständig durch die Spendenmittel gedeckt werden könnte.

Zu den Enttäuschten aufseiten der Bürgerinitiative gehört auch Tobias Möller. Er sagt, der Einbau von Zu- und Abwasserleitungen sei bei den Planungen unter den Tisch gefallen. Diese würden ungefähr 100.000 Euro extra kosten und wären eine praktische Hilfe bei Veranstaltungen aller Art, erklärt Möller. Doch vermutlich sei eine Wasserversorgung der Stadt zu teuer. Möller sagt, wenn Stadt und Bürger die Insel wieder attraktiv machen wollen, sollte sie die Sanierung richtig angehen - nicht bloß zur Hälfte. Langfristig könne die Initiative sich auch Beleuchtung, Grillplätze und weitere Stege auf der Schloßteich-Insel vorstellen sowie kulturelle Veranstaltungen, von Theater über Lesungen bis hin zu Konzerten.

Hendrik Gransee hofft vorerst, dass es keine weiteren Verzögerungen gibt: "Es wäre gut, wenn wir den Pavillon für die 875--Jahr-Feier fertigbekommen würden", sagt er. Als Geschenk der Bürger an die Stadt. Je länger die Sanierung auf sich warten lasse, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass die Kosten steigen.

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3Kommentare
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  • 3
    2
    aussaugerges
    20.03.2017

    Beschmiert;
    Alles Folgen der unsäglichen Politik.
    Wenn im Reichenbacher Stadtpark sowas passiert ist musten die Verurscher 2 Wochen ran und musten (((arbeiten))).
    Habe ich selber noch geshen.

    Leider lachen die heute,und machen lustig weiter

  • 3
    1
    Interessierte
    20.03.2017

    Ich hatte ja nicht schlecht geguckt/gehört , als dieser Beitrag im SF kam ...

    ^Am verfallenen Musikpavillon am Chemnitzer Schloßteich sollen noch in diesem Jahr die Sanierungsarbeiten beginnen.
    Allerdings fehlt noch ein Bewilligungsbescheid der Sächsischen Aufbaubank für die beantragten Fördermittel.
    Die Kosten für die Sanierung wurden in der Vergangenheit auf rund 180.000 Euro geschätzt.^

    ( vielleicht sollte man mal beim Dresdner Schloß nachfragen , was 400 Mio kostet , ob die etwas abgeben ?

    >
    Nach der Sperrung für Veranstaltungen im Jahr 2013 ..
    ( der aber schon seit 2003 kaputt
    ( warum hatte man denn die gesamten Jahre kein Geld , das ist doch an sich eine lächerliche Summe ?

  • 3
    3
    Pixelghost
    20.03.2017

    Erst wird saniert und dann beschmiert - oder beklebt. Dafür haben wir doch ausreichend Kreative in unserer schönen Stadt.



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