So soll das Braustolz-Gelände zum Wohngebiet werden

Für die Bebauung der Fläche der ehemaligen Brauerei liegen erste Pläne vor. Von dem Projekt sollen auch Radfahrer und Naturfreunde profitieren.

Altendorf.

Westlich neben der früheren Braustolz-Brauerei sollen drei Einfamilienhäuser errichtet werden. Das sieht der erste Bebauungsplan-Entwurf für das Gelände vor, über den die Stadträte im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss in ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr am kommenden Dienstag zu entscheiden haben.

Das gesamte, etwa 3,5 Hektar große Braustolz-Gelände war nach dem Umzug der Brauerei nach Neuensalz bei Plauen 2017 von der Kulmbacher-Gruppe an die Chemnitzer Immobiliengesellschaft Mierbach Wohnbau verkauft worden. Kurz darauf kündigte Investor Jörg Mierbach die Umnutzung des Standortes zu einem kombinierten Arbeits- und Wohngebiet mit Reihen- und Doppelhäusern, Eigentums- und Mietwohnungen sowie Büros an.

Die Umsetzung dieser Pläne soll in drei Etappen mit jeweils einem Entwicklungsgebiet erfolgen. Anfang Juni 2018 hatte der Bauausschuss einstimmig gebilligt, dass Bebauungspläne für die Flächen westlich und östlich der Brauerei erarbeitet werden. Auf dem etwa einen Hektar großen östlichen Areal sehen Mierbachs Pläne zwei Zeilen mit je sechs Doppelhaushälften vor.

Herzstück des Projekts soll die rund 2,15 Hektar große ehemalige Brauerei mit Sudhaus, Malzlager, Malzturm, Sozialgebäude, Wasserturm, Verwaltungs- und dem Abfüllgebäude werden, die zum Teil unter Denkmalschutz stehen. Vorgesehen ist laut Mierbach, diesen Teil zu Miet- und Eigentumswohnungen sowie Büros umzunutzen und durch Neubauten zu ergänzen, die dem Charakter der historischen Gebäude folgen.

Im jetzt vorliegenden Planentwurf für das Gebiet westlich der Brauerei sind am Hang zum Kappelbach zwei dreigeschossige und ein zweigeschossiges Wohnhaus mit Flachdächern und 284, 231 beziehungsweise 146 Quadratmetern Wohnfläche, Doppelgaragen sowie Terrassen vorgesehen. Sie sollen außerhalb des Überschwemmungsgebietes des Kappelbachs entstehen.

Durch das geplante Baugebiet verläuft der sogenannte Grünzug am Kappelbach - ein städtisches Projekt, das unter anderem die Renaturierung der Bachufer und das Anlegen eines durchgängigen Geh- und Radweges von der Innenstadt bis nach Schönau vorsieht. Mit dem Bebauungsplan soll der Investor daher verpflichtet werden, eine Fläche von insgesamt 635 Quadratmetern entlang des Kappelbachs zu entsiegeln und dauerhaft als öffentliche Fläche zu begrünen. Auch die Flachdächer der Wohnhäuser und die Garagen sollen zu mindestens 80Prozent begrünt werden. Zur Erschließung des neuen Eigenheimstandortes soll eine neue öffentliche Straße von der Straße Am Feldschlößchen in westlicher Richtung gebaut werden, die mit einer Wendestelle endet. Von dort bis zur Nansenstraße muss der Investor einen drei Meter breiten öffentlichen Fuß- und Radweg errichten lassen.

Stimmen die Stadträte am kommenden Dienstag zu, wird der Planentwurf anschließend für mindestens 30 Tage öffentlich ausgelegt. Bevor er endgültig beschlossen wird, muss die Berücksichtigung der dazu von Anwohnern und den sogenannten Trägern öffentlicher Belange - das sind unter anderen Behörden, Versorgungsunternehmen und Umweltverbände - abgewogen werden.


Fast 150 Jahre Brauereigeschichte endeten 2017

Landwirt Friedrich August Kupfer gründete 1868 die Feldschlößchen-Brauerei zu Chemnitz-Kappel. Seine Blütezeit erlebte das Unternehmen in den 1920er- und 1930er-Jahren. Bis Ende des Zweiten Weltkrieges verließen jährlich 40.000 Hektoliter Bier die Brauerei.

Zu DDR-Zeiten gehörte der verstaatlichte Betrieb zum VEB Getränkekombinat Karl-Marx-Stadt. Mit Marken wie "Braustolz Spezial" und "Kappler Braumeister delikat" machte er sich auch überregional einen Namen.

Seit 1991 ist Braustolz ein Tochter- unternehmen der Kulmbacher Brauerei AG. Abgefüllt wurde das in Chemnitz gebraute Braustolz-Bier bereits seit 2016 in der neu errichteten Sternquell-Brauerei in Neuensalz bei Plauen. 2017 gab das Unternehmen den Standort komplett auf. Damit endeten fast 150 Jahre Brauereigeschichte in Kappel. (micm/mib)

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