Vergewaltigungs-Vorwurf: Klinik stellt Strafanzeige

Über soziale Netzwerke wird verbreitet, dass Krankenschwestern missbraucht worden seien. Jetzt zieht deren Arbeitgeber Konsequenzen.

In einer für die Behandlung von Asylbewerbern geräumten Abteilung des Klinikums am Küchwald sollen zwei Krankenschwestern überfallen und vergewaltigt worden sein. Diese Nachricht wird seit dem Wochenende über soziale Netzwerke verbreitet, insbesondere auf Facebook-Seiten von Asyl-Kritikern, die dem Klinikum sowie Medien zudem vorwerfen, den Fall zu verschweigen.

Die Krankenhaus-Leitung widerspricht der Darstellung: "Dieser angebliche Vorfall hat nach unseren intensiven internen Recherchen nicht stattgefunden", erklärt ein Sprecher. Er schließt zugleich aus, dass es eine Anweisung der Geschäftsführung des Klinikums gegeben haben soll, einen solchen Vorgang zu vertuschen beziehungsweise Mitarbeiter zum Schweigen darüber aufzufordern, wie ebenfalls auf den Internetseiten behauptet wird.


Nachfragen bei der Polizei in Chemnitz haben ergeben, dass auch dort ein derartiger Fall nicht angezeigt worden sei.

Der Kliniksprecher verweist zudem darauf, "dass weder eine Abteilung noch ein Gebäude der Patientenversorgung im Küchwald-Areal für die Nutzung zur Unterbringung von Asylbewerbern geräumt wurde." Das Klinikum, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt, will jetzt rechtliche Schritte einleiten. "Nach der Verbreitung dieser Falschinformationen im Internet werden wir Strafanzeige gegen den Urheber und - soweit möglich - gegen die Verbreiter einleiten", erklärt der Unternehmenssprecher.

Die Vermutung im sozialen Netzwerk, dass die Überwachung des Klinikum-Areals jetzt verstärkt worden sei, kann der Kliniksprecher ebenfalls nicht nachvollziehen. Es seien zwar Videokameras installiert worden, die sich auf Ein- und Ausgänge des weitläufigen Geländes konzentrieren. Allerdings sei die Technik bereits vor längerer Zeit mit dem Ziel montiert worden, die Sicherheit zu erhöhen.

Es ist nicht der erste Fall, in dem im Internet Informationen über angebliche Straftaten verbreitet werden, die Asylbewerber begangen haben sollen. Vor knapp einem Monat hieß es, dass im Elbepark in Dresden - einem großen Einkaufscenter -, eine Kassiererin in einer Tiefgarage von Flüchtlingen vergewaltigt worden sein soll. Auch diese Nachricht wurde über Facebook breit gestreut, ebenfalls begleitet von der Information, die Center-Leitung habe verhindert, dass der Fall an die Öffentlichkeit gelangt. Der Center-Manager dementierte und sprach laut Medienberichten von einer "Verschwörung im Netz".

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6Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 21
    5
    PeKa
    03.12.2015

    Doch, Straftaten von Nichtdeutschen werden sehr wohl veröffentlicht, allerdings nur, wenn sie auch tatsächlich stattgefunden haben.

  • 19
    9
    yellist
    03.12.2015

    Was genau ist jetzt Ihr Problem, Soundnichtanders? Um Stimmung zu provozieren, wurde eine angebliche Straftat in den Raum gestellt. Hat sich als Ente der "Lügenpatrioten" (um mal in Ihrem Sprachrahmen zu bleiben) erwiesen und Sie finden es nicht richtig, wenn darüber in der Presse berichtet wird? Übrigens, ohne dass einmal das von Ihnen kritisierte Worte "Deutsche" geschrieben steht.

    Ihr "besorgten Bürger" seid so unglaubliche Heulsusen und könnt nicht mal richtig lesen.

  • 15
    18
    Soundnichtanders
    03.12.2015

    Ist es nicht komisch?! Straftaten von Nichtdeutschen werden kaum, stark verkürzt oder entstellt veröffentlicht. Nationalitäten wegen des "Pressekodex" kaum genannt.
    Nunmehr wird bei einem angeblichen Gerücht aber sofort hektisch atmend auf durch Deutsche betriebene/befüllte Seiten verwiesen. Fällt Ihnen etwas auf?! War das im Zusammenhang mit der "Straftat" notwendig bzw. für das Verstehen vonnöten? Ich amüsiere mich immer bei den FP-Moderatorenargumentationen wenn ausländische "Gerüchteinhalte" nicht genannt werden.
    Dummer deutscher Michel, stehe stramm und heische die Gäste bitte willkommen! Wenn nicht, zahle wenigstens Steuern zum Finanzieren derselben.

  • 14
    9
    dreadi99
    03.12.2015

    @risteranton,
    das sind harte Worte! Da sind auch Asylkritiker dabei. Aber nicht nur...

    \Ironie an
    Aber, nein nein, Sie sehen das falsch. Das sind "besorgte Bürger" die sich um das "Abendland" Sorgen machen. Vor allem vor der Islamisierung. Derweil haben diese Menschen eine Kirche noch nichtmal von innen gesehen, außer vielleicht einmal als Tourist oder weil das Weihnachtskonzert so schön war.
    \Ironie aus

    Glück Auf!

  • 20
    16
    risteranton
    03.12.2015

    Nein, das sind keine Asylkritiker. Das sind Terroristen. Wie man an der Strafanzeige sieht, handelt es sich um Kriminelle, die unseren Staat nicht akzeptieren wollen - und deswegen sollte man nicht für Pegida, AFD und Konsorten so verharmlosende Worte wie Asylkritiker verwenden. Kriminelle, Terroristen, nicht integrierte triffts wohl besser.

  • 26
    8
    Blackadder
    03.12.2015

    Ich hoffe wirklich, dass jemand, der so etwas über die sozialen Medien verbreitet, endlich mal gefunden und auch öffentlichkeitswirksam verurteilt wird, damit das endlich abnimmt und die Zeit und Mühe von Polizei u.s.w. nicht länger mit solchem Quark vergeudet wird.



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