Von süßen Versuchungen und dampfenden Experimenten

Das Streetfoodfestival auf dem Hartmannplatz bietet Köstlichkeiten aus aller Welt. Dabei gibt es auch Burger für 19 Euro.

Mini-Pfannkuchen aus Holland, Spezialitäten aus Gambia, Fisch und Chips aus England - bis Sonntag können sich Besucher des Streetfoodfestivals auf dem Hartmannplatz um die ganze Welt futtern. Zum Herunterspülen werden den Besuchern beispielsweise verschiedene Craft-Biere angeboten, die zumeist von kleinen, unabhängigen Brauereien produziert werden. Wer es süßer mag, wählt kunterbunte Milchshakes mit Donuts und Schokoriegeln. Auch an die tiefen Temperaturen haben die Veranstalter gedacht. "Gegen die Kälte gibt es Glühwein aus dem Erzgebirge", sagt Michael Heise, Geschäftsführer der veranstaltenden Agentur Street Art Event aus Magdeburg. Seit Anfang März tourt das Streetfoodfestival durch Deutschland, macht bis Anfang Oktober in 40 Städten Halt.

Der Hartmannplatz ist zum zweiten Mal Standort des Festivals in Chemnitz. Für 3 Euro Eintritt können Besucher die Köstlichkeiten von etwa 70 Händlern testen, sagt Heise. Der Platz sei ideal für das Festival, weil er nicht nur für die Gäste, sondern auch für die Händler und für Anlieferungen von Lebensmitteln gut erreichbar ist, sagte Heise. In der Innenstadt gehe es enger zu, der Aufbau des Marktes ist dort logistisch schwieriger zu organisieren, erklärte der Geschäftsführer, warum er den Hartmannplatz bevorzugt.

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Mit drei großen Kesseln voller Stickstoff ist Orkhan Yusifov angereist. Den benötigt der 30-Jährige für ein Produkt, dass er in New York entdeckt hat und das Dragon's Breath, zu gut Deutsch der Atem des Drachens, heißt, erzählt er. Dahinter verbergen sich kleine bunte Puffreisbälle, die Popcorn ähneln, und mit süßen Soßen, beispielsweise mit Vanille- oder Erdbeergeschmack, übergossen werden. Die Mischung wird in einen Becher gefüllt, anschließend pumpt Orkhan Yusifov flüssigen Stickstoff hinein. Der ist minus 190 Grad Celsius kalt. "Kälter als Eis", sagt Yusifov. Der Stickstoff vereist die Maisbällchen. Beim Verzehr dampft der Stickstoff aufgrund des Temperaturunterschiedes aus Nase und Mund. Der Trend aus den USA kann in Chemnitz für 5 Euro getestet werden. So viel kostet ein Becher. "Vor allem Jugendliche mögen es. Es macht Spaß", sagt Yusifov, der aus Aserbaidschan stammt.

Wer noch mehr Süßes mag, versucht es einige Stände weiter bei der Crazy Freakshakes Factory. Die ausgefallenen Eisshakes bestehen aus bis zu 20 verschiedenen Zutaten, sagt Händlerin Sandra Mahler. Absoluter Liebling der Kunden sei der pastellfarbige Einhorn-Shake. 400 Milliliter Vanilleeis, Milch, Sahne und Sirup bilden die Basis. Das Topping, also die Krönung der süßen Versuchung, sind Marshmellows, Liebesperlen und ein Mini-Donut - drappiert wie Einhorn-Ohren. "Man muss schon Bock auf Süßes haben. So ein Shake macht satt", so Mahler.

Satt macht auch ein 15 Zentimeter hoher Burger, der nicht nur mit Bison-Fleisch gefüllt ist. Zwischen die Burgerhälften kommen unter anderem auch Jakobsmuscheln, Whisky Zwiebelchutney, Garnelen und Guinness Käsecreme, zählt Händler Jeswanth Reddy auf. Rund zehn Minuten dauert die Zubereitung, der Gast muss dafür knapp 19Euro hinlegen. Burger seien das beliebteste Essen bei den Festival-Besuchern, sagt Geschäftsführer Heise. Doch neben dem traditionellen Rindfleisch-Burger sind auch andere Varianten gefragt, etwa mit Straußen- oder Schweinefleisch.

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