Wie Bilder aus feiner Wolle entstehen

Eine neue Ausstellung im Esche-Museum zeigt Landschaftsmotive, die nur scheinbar Aquarelle sind. Die Macherin sagt, dass Kinder die Technik am besten beherrschen.

Limbach-Oberfrohna.

Von Weitem sehen sie aus wie gemalt, mit Aquarelltechnik oder Kreide. Schaut man sich die Bilder von Barbara Haubold jedoch näher an, fallen einem kleine Fäden auf, die fein zusammengelegt sind und dadurch aus der Entfernung wie Pinselstriche wirken. Wool-Art, also Kunst aus Wolle, nennt Barbara Haubold die Technik, der sie sich verschrieben hat. Vor zehn Jahren sei sie bei einer Reha auf diese Art von Kunst aufmerksam geworden und habe sie seitdem für sich immer weiterentwickelt. "Es ist eine schöne, saubere Arbeit, die sich einfach gut anfühlt", beschreibt die Seniorin aus Mülsen ihr Hobby.

Neben Motiven aus der hiesigen Landschaft sowie Sonnenaufgängen und -untergängen stellt sie gern Urlaubserinnerungen in Wolle dar. In der aktuellen Ausstellung im Esche-Museum in Limbach-Oberfrohna entdeckt der Betrachter zum Beispiel einen Aufstieg zum Brocken, den Steinkreis von Stonehenge oder die polnische Ostseeküste - alles aus Wolle. Auf etliche Ausstellungen, zum Beispiel in Zwickau, Chemnitz, Gößnitz, Erlabrunn und Schmölln kann Barbara Haubold schon zurückblicken.

Ausgangspunkt für die Bilder der Künstlerin ist in der Regel ein 70 mal 50 Zentimeter großes Stück Vlies, auf das sie nach und nach die Wollfäden aufträgt. Am Schluss wird eine Glasplatte aufgesetzt, die das Kunstwerk zusammenhält. Das Material, mit dem Barbara Haubold arbeitet, ist ungesponnene Merinowolle, die sie im Internet bestellt. Wie viel Wolle sie pro Woche oder Jahr verbraucht, vermag sie nicht zu sagen. "Aber es ist sehr, sehr viel", verrät sie. Schafwolle ist einer der ältesten textilen Rohstoffe. Die besonders feine Merinowolle wird in Sachsen erst seit dem 18. Jahrhundert verarbeitet und war auch einst für die Strumpfwirkerei von großer Bedeutung, wie im Esche-Museum zu erfahren ist.

Besondere Voraussetzungen benötige man nicht, wenn man die Wool-Art selbst einmal ausprobieren will, so Barbara Haubold. "Man sollte Freude am Gestalten haben und nicht so viel darüber nachdenken - einfach machen", erzählt sie. Als Mitglied des Glauchauer Kunstvereins "Art Gluchowe" beteiligt sie sich jedes Jahr an der Sommerwerkstatt im Schloss, zu der auch Kinder kommen. "Wenn ich mit denen arbeite, entstehen die schönsten Wollkunstwerke, weil Kinder nicht so viel grübeln wie Erwachsene, sondern gleich loslegen", erzählt Barbara Haubold.

Alle drei Wochen gibt die Künstlerin in der Kurklinik Bad Brambach Woll-Workshops. Am 12. Januar und am 9. Februar finden jeweils von 13.30 bis 16.30 Uhr Workshops zum Gestalten von Wool-Art-Bildern mit der Mülsenerin im Esche-Museum statt.

Die Ausstellung Wool-Art von Barbara Haubold im Esche-Museum ist bis zum 17. Februar dienstags bis sonntags jeweils von 13 bis 17Uhr zu sehen. Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 2 Euro.

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