Wölfe vor Marx-Monument: Kunstaktion gegen Hetze und Gewalt

Chemnitz (dpa/sn) - Mit einer Kunstaktion vor dem Karl-Marx-Monument will der Bildhauer Rainer Opolka gegen rechten Hass und Gewalt protestieren. Bei dem eintägigen Projekt stellt der Brandenburger am Donnerstag in Chemnitz zehn Bronzewölfe auf. Dies sei als Anspielung auf Politiker wie den Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke gemeint, teilte Opolka mit.

Fünf Wolfplastiken würden den Hitlergruß zeigen, einige würden angreifen, wieder andere hätten Augenbinden und seien an der Leine. Am Rand stünden Mitläufer. Flankiert wird die Aktion mit Schildern, auf denen Sätze stehen wie «Wo gehetzt wird, wird später auch getreten!» und «Herr Maaßen und Herr Seehofer: Rechtsradikalismus ist die Mutter aller Probleme.»

Opolka, der mit seiner Ausstellung «Die Wölfe sind zurück?» nach eigenen Angaben in Dresden, Berlin und Potsdam 250 000 Besucher angelockt hatte, sieht das Projekt auch als Reaktion auf die aggressiven Proteste in Chemnitz nach dem gewaltsamen Tod eines Deutschen. «Es ist etwas faul, wenn Terroristen oder Kriminelle morden, aber es ist ebenso problematisch, wenn der Hitlergruß gezeigt, Menschen wegen ihrer Hautfarbe gejagt, Asylheime angesteckt, Journalisten angegriffen und jüdische Restaurants überfallen werden», sagte der Künstler.

Bewertung des Artikels: Ø 3.5 Sterne bei 2 Bewertungen
2Kommentare
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  • 1
    4
    Nixnuzz
    13.09.2018

    Irgendwie werde ich durch die gesamten Umstände des intelektuellen und politischen Lebens an die Umstände des "bunter werdende Lebens" in den 20/30er Jahren erinnert. Einen Börsencrash haben wir mal gerade überlebt - überstanden nach Bankermeinung wohl noch nicht. Künstler treten mit Skulpturen in die Öffentlichkeit, "Mundartisten" verschiedenster Art stellen sich dar, Armut wird statistisch erfasst aber ist nur bedingt sichtbar, Kapital wächst, Millionäre und Milliardäre dito. Die Massen-Individualität dito? Die Sozialschere dito. Die Machtlosigkeit des demokratischen Regierungssytems dito?...Die schulische Ausbildung zerfleddert. Die Anzahl an vermeintlichen Staatsschmarotzern dito? Reicht eine dunkle Haut als "Gelb-Stern-Ersatz"..wieder..?? Wenn der Künstler zur "Eigendiagnose" führt - why not!?

  • 20
    8
    franzudo2013
    13.09.2018

    Wenn Kunst noch Schilder zur Erklärung braucht, dann ist es keine Kunst mehr.
    Dann ist es nur noch Buntmetallschrott und Kitsch.



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