Die Hälfte der Eltern würde ihre Kinder orten

Den Nachwuchs auf Schritt und Tritt im Blick zu haben, ist durch Apps, die das Smartphone oder die Smartwatch des Kindes verfolgen, relativ unkompliziert möglich. Eltern können über SIM-Karte und GPS-Funktion den Standort nachverfolgen. Solche Tracking-Methoden anzuwenden, kann sich nahezu die Hälfte der Eltern von drei- bis 14-jährigen Kindern grundsätzlich vorstellen. Das zeigt eine Forsa-Studie, für die im Auftrag des Marktwächterportals des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen im November und Dezember 2017 rund 1050 Eltern befragt wurden. Die große Mehrheit (92 Prozent) überwacht ihre Kinder allerdings nicht.

Aber die Frage, ob sie sich generell eine solche Kontrolle vorstellen können, polarisiert: Während 48 Prozent der Eltern, nicht dazu bereit wären, wäre es für 46 Prozent durchaus denkbar. Für sie ist vor allem eine Ortung via Smartphone-App (37Prozent) oder einer GPS-fähigen Uhr (19 Prozent) vorstellbar. Die mit Abstand häufigste Begründung, das Tracking der eigenen Kinder auszuschließen, ist mit 91 Prozent: "Man muss seinen Kindern auch vertrauen können". Viele empfinden eine solche Nutzung auch als zu starkes Eindringen in die Privatsphäre des Kindes (74 Prozent). Die Hälfte dieser Befragtengruppe (49 Prozent) gibt an, dass ihr Kind auch ohne eine Standortverfolgung sicher sei. Datenschutz-Sorgen spielen ebenfalls in die Entscheidung hinein. So fürchten die Befragten den Zugriff Dritter auf die Daten (39 Prozent) und sie sorgen sich, was mit den Daten noch geschieht (34 Prozent).

"Immer zu wissen, wo das eigene Kind steckt, klingt sicher verheißungsvoll. Aber wir beobachten auch Risiken, die mit der Nutzung dieser Technologie einhergehen", sagt Miriam Rusch-Rodosthenous von Marktwächter Digitale Welt. So informieren einige Anbieter nicht deutlich darüber, wie sie mit den erfassten Daten umgehen. (rnw)

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