Glücklich mit Down-Kind

Die Pränataldiagnostik hat bei Sandra Keil aus Dresden versagt. Nun ist sie wieder schwanger - und lehnt den Test ab.

4Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 5
    1
    Regel
    18.03.2019

    Ganz herzlichen Dank für diesen Artikel! Ich habe selbst vielfach Erfahrungen mit Down-Kindern und -Erwachsenen gemacht und schätze ihre Fröhlichkeit und Herzlichkeit. Es schmerzt mich, dass diese Kinder oft als nicht lebenswert aussortiert werden. Ein Test als Kassenleistung würde dieses Aussortieren noch mehr zur Normalität werden lassen.
    Regina Regel

  • 6
    1
    Rissmann
    18.03.2019

    Auch mich freut es, hier von Themen zu lesen, die in der Öffentlichkeit ausgeblendet werden.
    Ich war selbst Zivi im Behindertendienst und kann nur bestätigen dass Menschen mit Down-Syndrom sehr liebenswert sind und Ihr Umfeld bereichern.

    Jedoch suggeriert der Text etwas falsches, Frau Keil hat keinen Gentest machen lassen (soweit ich verstanden habe) und doch stellt der Text die Gentests an den Pranger.
    Meine Frau und ich erwarten zeitnah unser zweites Kind. In der 12 Woche hat die Frauenärztin eine erweiterte Nackenfalte festgestellt und uns auf das Down-Syndrom Risiko hingewiesen, immer mit der Frage im Hintergrund, ob wir das Kind behalten wollen. Wir wollten es auf jeden Fall und haben uns deswegen für einen PraenaTest ® entschieden. (Denn so hätten wir mehr Vorbereitungszeit für uns selbst und auch für Behördengänge gehabt). Da wird aus dem Blut der Mutter, dass des Kindes herausgefiltert und daran kann dann festgestellt werden ob ein Gendefekt vorliegt. Also ein ungefährlicher Test für Mutter und Kind. Der Test hat dann gezeigt, dass unser Kind zu 99,9% gesund ist! Die 200 Euro haben wir bezahlt, da es ja noch nicht Kassenleistung ist. Wie sich Familien entscheiden die finanziell nicht so gut aufgestellt sind, mag ich mir nicht vorstellen.
    Ich denke Gewissheit ist besser als Kinder die gesund abzutreiben. Wie man mit dem Wissen dann handelt ist die andere Seite der Medaille. Eine bessere gesellschaftliche Akzeptanz von Menschen mit Handicap würde aber vielen Eltern gar nicht vor die Frage stellen ob Sie es behalten oder nicht.

    Wer ein Kind abtreiben will braucht heut zu Tage keine Gründe mehr nennen, deswegen fände ich es sinnvoll Eltern zu unterstützen, dass Sie sich gut auf Ihren Nachwuchs einstellen können.

    Auch wenn unser Kind positiv auf Down-Syndrom getestet worden wäre, hätten wir es behalten. Ich hoffe es gibt noch mehr Eltern die so entscheiden würden.

  • 10
    1
    Ebenauer
    18.03.2019

    Ich habe selten einen Artikel gelesen, in dem Menschen mit dem Down-Syndrom vorurteilslos in ihrer Eigenart geschildert werden und sie nicht nur als defizitär, sondern eben auch mit ihren sozialen Stärken beschrieben werden. Ich selbst habe in meinem Beruf mit Menschen mit Trisomie 21 zu tun und bin immer wieder bewegt, mit welcher Herzlichkeit und Offenheit sie (und auch andere Menschen mit geistiger Behinderung) einem begegnen. Der Gedanke, dass 90% von ihnen vorgeburtlich abgetrieben und damit als Leben ohne Wert angesehen werden, ist nur schwer zu ertragen.
    Urs Ebenauer, Freiberg

  • 10
    3
    acjw
    18.03.2019

    Respekt.
    Dass sich die Freie Presse getraut, entgegen dem Mainstream, der uns zügellose Selbstbestimmung und abgetriebene Kinder als "Zellmasse" verkaufen will, auch mal solche Artikel zu veröffentlichen. Das ist hoffentlich kein redaktioneller Unfall sondern wird wiederholt.



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...