Sieben Tipps für einen sicheren Schulanfang

Warum Erstklässler zur Schule laufen sollten und wie auch Frühstücksmuffel gut durch den Tag kommen.

Heute haben in tausenden sächsischen Haushalten die Wecker wieder zeitig geklingelt: Die Sommerferien sind vorbei. Doch während sich die Großen schnell in den Schulalltag einfinden, ist er für die 38.800 Abc-Schützen neues Terrain.

1. Tipp - Elterntaxi bremst das Kind aus: Von Mutter oder Vater zur Schule kutschiert zu werden, ist zwar bequem, aber weder pädagogisch noch gesundheitlich sinnvoll. "Im Grunde verwehren Eltern ihren Kindern damit die Entwicklung von Verkehrskompetenz", sagt ein Sprecher des ADAC. Der Vorschlag des Autoclubs: Wenn Kinder unbedingt in die Schule gefahren werden müssten, sollte man sie 200 bis 300 Meter vorher aussteigen lassen. So gehen sie den letzten Teil der Strecke eigenständig und kurbeln vor Unterrichtsbeginn durch die Bewegung an der frischen Luft Kreislauf und Denkvermögen an.

2. Tipp - Den Schulweg weiter gemeinsam üben: Besser ist es, den ganzen Weg zu Fuß zurückzulegen. Idealerweise haben Eltern noch vor der Einschulung den Weg zur Schule mehrfach mit ihrem Kind geübt und dafür eine möglichst ungefährliche Strecke an verkehrsberuhigten Straßen mit Fußgängerampel, Schülerlotsen oder Zebrastreifen zur Straßenquerung herausgesucht. 42 Prozent der Grundschüler in Deutschland gehen den Weg allein oder mit Freunden. Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa ergeben. Damit das Kind Sicherheit gewinnt, können die Eltern es in den ersten Wochen weiterhin zur Schule begleiten. Ein Fußweg von zwei Kilometern gilt in Sachsen für Grundschüler, für alle älteren Schüler bis zu 3,5 Kilometern als zumutbar. Ihn mit dem Rad zu fahren, ist aus Expertensicht für Schulanfänger aber keine Option. Andreas Bergmeier vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat sieht die Fahrradprüfung, die in vielen Schulen in der vierten Klasse stattfindet, als Richtschnur.

3. Tipp - Drei Stationen schaffen Schulanfänger allein: Ist der Weg weiter, kommt in ländlichen Gegenden der Schulbus. In der Stadt müssen Kinder die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Auch hier gibt es Richtwerte: Bei Grundschülern sollten "maximale Fahrzeiten von 30 Minuten, bei Schülern im Sekundarbereich von 45 Minuten nicht überschritten werden", sagt Dirk Reelfs vom Kultusministerium. Drei Stationen mit Bus oder Bahn schaffen auch Grundschüler schon - wenn die Eltern den Weg vorher mit ihnen geübt haben, sagt Bergmeier. Umsteigen hält er für schwieriger.

4. Tipp - Auch Erstklässler können ihr Pausenbrot selber machen: Mit leerem Magen lernt es sich schlecht. Wenn das Kind morgens aber nichts runterbekommt, sollten Eltern es nicht zum Essen zwingen, rät die Verbraucherzentrale Brandenburg. Aber: Wer zu Hause nicht frühstückt, braucht eine abwechslungsreiche Pausenverpflegung. Eltern können ihr Kind bei der Zubereitung helfen lassen. Am besten eignen sich Vollkornbrot mit fettarmer Wurst oder Käse. Die Verbraucherschützer empfehlen, zu jeder Mahlzeit eine Portion Obst oder Gemüse zu essen. So kann man Kindern klein geschnittenes Gemüse mit einem Dip anbieten oder eine Scheibe Vollkornbrot mit Gurkenscheiben, Radieschen oder Paprikascheiben belegen. Ganz wichtig ist Abwechslung in der Brotdose. Sonst bleibt sie schnell mal voll.

5. Tipp - Wer viel trinkt, kann sich besser konzentrieren: Fast ein Viertel aller Schüler in Deutschland trinkt am Vormittag kaum etwas, wie eine Untersuchung der Universität Paderborn zeigt. Dabei müssen auch Kinder die körpereigenen Flüssigkeitsspeicher auffüllen, um geistig und körperlich leistungsfähig zu bleiben. Im Alter von sieben bis neun Jahren sollten sie täglich mindestens 900 Milliliter trinken. 13 bis 14-Jährige brauchen mindestens 1,2 Liter Flüssigkeit, rät die Techniker Krankenkasse. Treibt das Kind viel Sport oder tobt gern herum, erhöht sich sein Flüssigkeitsbedarf entsprechend. Gute Durstlöscher sind Leitungs- oder Mineralwasser, ungesüßter Kräuter- oder Früchtetee sowie Fruchtsaftschorlen. Nicht empfehlenswert sind gesüßte Getränke, da sie oft viel Zucker und damit unnötige Kalorien enthalten. Dadurch steigt das Risiko für Übergewicht, Diabetes mellitus Typ 2 und Karies. Lustige Trinkflaschen können dabei helfen, das Kind zum regelmäßigen Trinken zu animieren.

6. Tipp - Das Kind packt den Ranzen am Abend selbst: "Die Verantwortung für den Schulranzen übergeben die Eltern vom ersten Tag an ans Kind", sagt Ulric Ritzer-Sachs von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Aber sie können mit ihm das Ranzenpacken üben. Am besten wird das am Vorabend erledigt, möglichst immer zur selben Zeit - zum Beispiel nach den Hausaufgaben. Das Kind geht dann im Beisein der Eltern anhand des Stundenplans jede einzelne Unterrichtsstunde durch und packt die benötigten Materialien ein. "Nach vier Wochen muss das klappen", so der Pädagoge. Später könnten Eltern eine Ranzenkontrolle pro Woche einführen, aber immer im Beisein des Kindes.

7. Tipp - Schwere Sachen gehören im Ranzen nach hinten: Um den Rücken zu schonen, sollten Kinder schwere Bücher, Hefter oder Ordner in ihrem Ranzen dicht am Rücken tragen. Leichtere Utensilien können sie im vorderen Teil der Schultasche verstauen. Das rät Kinderorthopäde Ralf Stücker. Breite, gepolsterte Schulterriemen und ein Beckengurt verteilen das Gewicht gut. Als Faustregel gilt, dass die Schultasche maximal 15 Prozent des Eigengewichtes des Kindes wiegen sollte. (mit dpa)

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