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Tempo 30 vor der Kindertagesstätte "Spatzennest" an der Hohensteiner Straße: Was Eltern freut, ärgert Autofahrer. Einige von ihnen haben sich nun in scharfem Ton an die Kita gewandt.

Foto: Toni Söll

Autofahrer gegen Eltern - Streit um Tempo 30 vor Kita

Vor dem "Spatzennest" müssen Verkehrsteil- nehmer nun abbremsen. Manche Betroffene machen ihrem Ärger Luft und fordern sogar einen drastischen Schritt.

Von Johannes Pöhlandt
erschienen am 13.09.2017

Limbach-Oberfrohna. Der jahrelange Kampf von Erzieherinnen und Eltern der Kindertagesstätte "Spatzennest" in Limbach-Oberfrohna hat sich ausgezahlt. Die Freude war groß, als vor wenigen Wochen vor der Einrichtung an der Hohensteiner Straße, in der etwa 120 Kinder betreut werden, Tempo-30-Schilder aufgestellt wurden. "Das ist faszinierend und kaum zu glauben", sagte Leiterin Margit Hübner, als sie von der Geschwindigkeitsbegrenzung erfuhr.

Kurze Zeit später änderte sich hingegen die Stimmungslage bei ihr und ihrem Erzieherinnen-Team. Zwar trafen die Schilder bei den Eltern auf große Zustimmung. Doch die Maßnahme rief auch Ablehnung hervor. "Es gab einige Mails und Telefonate von verärgerten Autofahrern", berichtet Hübner. Sie hätten ihre Wut darüber zum Ausdruck gebracht, dass sie für die Strecke vor der Kita nun mehr Zeit brauchen - zum Teil in scharfem Tonfall, wie es aus der Kita heißt. Die Schlussfolgerung einiger Beschwerdeführer: Das "Spatzennest" müsse sich einen neuen Standort suchen, damit der Verkehr auf der Hohensteiner Straße wieder schneller rollen kann.

Kita-Leitung und Eltern halten einen solchen Schritt für völlig abwegig - wie die gesamte Argumentation der Autofahrer. "Jeder, der sich mal mit kleinen Kindern beschäftigt hat, sollte Verständnis für Tempo 30 haben", sagt Jennifer Richter vom Elternrat der Einrichtung. Für sie steht außer Frage, dass die Schilder schon einen Sicherheitsgewinn gebracht haben. "Es ist deutlich ruhiger geworden", sagt die Mutter einer zweijährigen Tochter, die das "Spatzennest" besucht. Zwar gebe es auch Autofahrer, die vor der Kita nach wie vor mit Tempo 50 unterwegs sind. Doch die Mehrheit der Verkehrsteilnehmer habe sich mit der neuen Situation arrangiert, stellt Richter fest. Sie plädiert dafür, das Tempo-30-Schild näher an die Fahrbahn zu rücken, damit es nicht übersehen werden kann. Kita-Leiterin Hübner beurteilt die Lage ähnlich. "Es gibt große Fortschritte. Die Schilder zeigen Wirkung", sagt sie. Zuvor sei es oft schwierig gewesen, mit den Kindern die Straße zu überqueren. Dies gestalte sich nun einfacher.

Bei der Stadtverwaltung, die das Aufstellen der Tempo-30-Schilder angeordnet hat, sind laut einer Sprecherin noch keine Beschwerden eingegangen. Das Rathaus prüft derzeit die Verkehrssituation vor allen Schulen und Kitas der Stadt. Weitere Tempo-30-Abschnitte sollen folgen. Bislang wird nur selten kontrolliert, ob sich Autofahrer an die Höchstgeschwindigkeit halten. Das soll sich aber schon Ende des Monats ändern: Dann nimmt die Stadt ihr erstes eigenes Blitzgerät in Betrieb.

 
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Autofahrer gegen Eltern - Streit um Tempo 30 vor Kita
Kommentar: Kaum zu fassen
 
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Kommentare
4
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 15.09.2017
    19:15 Uhr

    cn3boj00: @kartracer: stimme voll zu! Ich komme täglich an diesem Kindergarten vorbei, mein Enkel hat ihn selbst besucht. Das schlimmste war immer beim Bringen oder Holen, wenn man über die Straße rennen musste, da man in der Rushhour im dichten Verkehr am Straßenrand stand. Spaziergänge für die Kleinen gingen nur diesseits der Straße. Dass es jetzt Menschen gibt, die sich dadurch eingeschränkt fühlen, ist wirklich pervers, aber leider eben auch eine Folge der "Freie Fahrt für Freie Bürger" - Politik.

    0 1
     
  • 14.09.2017
    08:57 Uhr

    marienthal: Da wird mir so richtig schlecht beim Lesen.
    Wieso kann man das Tempo 30 nicht einfach aktzeptieren? Es gibt viele Geschwindigkeitsbegrenzungen die sinnlos sind, da keine wirklichen Gefahrenstellen existieren, aber in diesem Fall sollte man doch einfach mal an die Kleinsten denken. Außerdem ist diese "Zeitersparnis" meiner Meinung nach vernachlässigbar, wenn 100 / 200 m statt mit 50 nur mit 30 km/h absolviert werden. Die Dreistigkeit noch zu besitzen sich beim Kindergarten zu beschweren und einen Wegzug zu verlangen ist die Krönung des Ganzen und zeigt die Wandlung zur Ellenbogengesellschaft. Echt traurig stimmt mich das...

    0 6
     
  • 13.09.2017
    16:14 Uhr

    kartracer: Sorry, aber wer mit einer Begründung, für ein
    paar hundert Meter länger zu brauchen, oder noch schlimmer die
    Kita an einen anderen Ort zu verlegen, hat genau genommen,
    das Recht ein Kraftfahrzeug zu führen verloren!
    Wie pervers und egoistisch ist die Menschheit in diesem Land nur geworden???
    Auch ich bin ein Gegner der Abzockerei, bei den meisten der
    Blitzaktionen, aber in solchen Fällen, sollte die Laserpistole
    mehrfach in der Woche vor Ort sein.

    1 9
     
  • 13.09.2017
    12:47 Uhr

    ma27nd08y: Ich finde es absolut richtig das vor einem Kindergarten oder auch einer Grundschule Tempo 30 gemacht wird, so kann man wenigstens rechtzeitig reagieren wenn doch mal ein Kind auf die Straße rennt. Diejenigen die Kinder haben verstehen das und freuen sich über die 30 und halten sich auch an die vorgeschriebene Geschwindigkeit und die keine Kinder haben aber vielleicht irgendwann mal welche haben werden sollten sich auch freuen. Für mich ist es selbstverständlich langsamer und rücksichtsvoll zu fahren, da machen die paar Sekunden an "verlorener" Zeit auch nichts aus. Ich habe auch zwei Kinder zwar nicht mehr in diesem Alter aber ich kenne dieses
    Problem von rücksichtslosen Autofahrer.

    1 10
     
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