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Hinterlassenschaften des Silvesterfeuerwerks auf der Leipziger Straße: Die Knallerei in unmittelbarer Umgebung des Messcontainers für Luftschadstoffe (links am Straßenrand) hat die Feinstaubwerte für Chemnitz in der Neujahrsnacht extrem ansteigen lassen.

Foto: Andreas SeidelBild 1 / 2

Feinstaub: Böller sorgen für rekordverdächtig dicke Luft

Nirgendwo sonst in Sachsen wurden Silvester so hohe Feinstaubwerte gemessen wie an der Leipziger Straße. Erste Forderungen nach einem Feuerwerks-Verbot werden laut. Doch offenbar gibt es eine einfache Erklärung.

Von Michael Müller
erschienen am 03.01.2018

Schloßchemnitz. Dass die Belastung der Luft mit gesundheitsschädlichem Feinstaub zum Jahreswechsel nach oben geht, ist an sich nichts Außergewöhnliches. Mit Feuerwerkskörpern, Raketen und Böllern wird die Luft binnen weniger Stunden mit etlichen Tonnen feinster Partikel angereichert. Solche Werte, wie sie in den ersten Stunden des neuen Jahres in Chemnitz gemessen wurden, verzeichnen aber selbst Umweltexperten nur äußerst selten. An der Messstation an der Leipziger Straße wurden am 1. Januar bis 2Uhr morgens weit über 600 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft gemessen. Das war der mit Abstand höchste Wert in ganz Sachsen.

Auch wenn sich die Lage im Tagesverlauf dank des vergleichsweise windigen Wetters schnell wieder normalisierte: Der Stadt Chemnitz bescherte die dicke Luft die erste Überschreitung des zulässigen Tagesmittels für Feinstaub 2018. Maximal 35 solche Überschreitungen pro Jahr sind erlaubt. Zuletzt hatte es 2014 zu viele Tage mit zu dicker Luft in der Stadt gegeben; 36 mal lag das Tagesmittel damals über dem erlaubten Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter. In den vergangenen Jahren gab es jeweils deutlich weniger Überschreitungen. Allerdings standen nicht immer ganzjährig Messwerte zur Verfügung: Ein Auto, das gegen den Messcontainer geprallt war, hatte die Station gleich über Monate hinweg lahmgelegt.

Die erste Reaktion aus der Politik auf die Extrem-Werte zu Neujahr ließ nicht lange auf sich warten. "Es ist an der Zeit, dass der Gesetzgeber endlich reagiert und hier Einschränkungen vornimmt", äußerte Thomas Scherzberg, Sprecher für nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung der Fraktion Die Linke im Stadtrat. Einige Städte und Gemeinden hätten aus Gründen des Denkmalschutzes oder der Sicherheit in einzelnen Stadtteilen Feuerwerke bereits verboten. "Wenn wirklich die Luftqualität von Innenstädten verbessert werden soll, dann gilt es alle Quellen einzuschränken", so Scherzberg. Klammere man Feuerwerke aus, würde die Diskussion zu Fahrverboten in Innenstädten ad absurdum geführt.

Zumal es bei der Böllerei wie auch im Straßenverkehr nicht nur um Feinstaub und Stickoxide, sondern auch um Schwermetalle und Dioxine gehe, verdeutlicht der Linken-Politiker. "Es gibt zwar seit wenigen Jahren Feuerwerke ohne Umweltgifte, aber Barium- und Strontiumsalze sind leider nach wie vor in vielen enthalten", so Scherzberg.

Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hält die Chemnitzer Extrem-Werte der Neujahrsnacht indes für durchaus erklärungsbedürftig. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass hier direkt neben dem Messcontainer stark geböllert wurde", sagt Sprecherin Karin Bernhardt. Eindrücke vom unmittelbaren Umfeld der Messanlage scheinen die Vermutung zu bestätigen. Auch gestern noch waren dort auffällig viele Hinterlassenschaften aus der Silvesternacht zu finden. "Deutlich mehr als in vergangenen Jahren", urteilen Anlieger.

 
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Feinstaub: Böller sorgen für rekordverdächtig dicke Luft
Winzig klein und schädlich
 
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Kommentare
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Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 04.01.2018
    20:19 Uhr

    Zeitungss: Wir waren in unserem Bekanntenkreis etwas besser, hier wurden nur BIORAKETEN aus China nach EURO 9 verschossen. Schon der etwas höhere Preis beruhigt die Gemüter, wie bei BIO allgemein.
    Wie wird wohl Stuttgart die Sache überstanden haben als Vorreiter der Fahrverbote ????? Bisher gab es noch keine Meldungen zu diesem Thema obwohl es Überlebende geben soll (Quelle SWR).

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  • 04.01.2018
    05:54 Uhr

    Vandanser: Über den Feinstaub zu Silvester braucht sich doch keiner Sorgen zumachen. Solange andere Industriebetriebe jeden Tag im Jahr, unter dem Deckmantel "Arbeitsplätze", die Luft verpesten. Und das von der Politik, unter diversen Ausreden, geduldet und unterstützt wird. Aber der Staub zu Silvester ist ja weitaus schädlicher und bringt keinen Nutzen (außer für den Handel und die Hersteller der Knaller). Hahaha

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