Jüdische Gemeinde: "Es gibt keine Hemmschwellen mehr"

Deutlich wie selten zuvor ist am Ort der einstigen Synagoge vor Fremdenhass und Hetze gewarnt worden. Das Unbehagen wächst - nicht erst seit der Bundestagswahl.

10Kommentare
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    1953866
    13.11.2017

    @leser2020: "Auslassungen... haben wenig mit der als Kommentarregel geforderten Sachbezogenheit zu tun."
    Überschrift gelesen? "Jüdische Gemeinde: "Es gibt keine Hemmschwellen mehr"
    Deutlich wie selten zuvor ist am Ort der einstigen Synagoge vor Fremdenhass und Hetze gewarnt worden."

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    leser2020
    12.11.2017

    Den Auslassungen der Mitkommentatoren (Statements anti Luther und pro AfD) und kann ich - da es im Artikel ja schwerpunktmäßig um konkrete lokale Bildungspolitik geht - teilweise leider nur begrenzt folgen, sie haben wenig mit der als Kommentarregel geforderten Sachbezogenheit zu tun.
    Ein begrüßenswerter Gedanke der OB ist es, politische Bildung in Form von thematischen Schülerfahrten finanziell unterstützen zu wollen. Beispielhaft wurde die Gedenkstätte Buchenwald angeführt, auch wenn dort nicht nur der KZ-Opfer, sondern ebenso der Toten aus der Epoche als "Sowietisches Speziallager Nr. 2", das bis in die DDR-Zeit hinein bestand, gedacht wird.
    Die Unterdrückung, Verfolgung und Inhaftierung missliebiger Menschen war im Nationalsozialismus am grausamsten ausgeprägt und steht damit in der Erinnerungskultur - auch und besonders wegen des Holocaust - zu Recht an erster Stelle. Dass sie aber nicht nur auf diesen Zeitabschnitt begrenzt war, zeigt eindrucksvoll die Gedenkstätte Bautzen, in der die geschichtliche Erinnerung und Aufarbeitung neben der NS-Zeit auch die jüngere Vergangenheit bis 1989 umfasst. Die zahlreichen sehr gut gemachten Projektangebote für Schülergruppen ab Klasse 8 sowie - neben freiem Eintritt - die im Unterschied zu Buchenwald kostenlosen Führungen sprechen, wenn man die finanzielle Seite einer Klassenfahrt betrachtet, sogar eher für einen Besuch von Bautzen. Beide sind im Verzeichnis der NS-Gedenkstätten enthalten.

    Pädagogen und Eltern bemühen sich redlich, Kindern und Jugendlichen wichtige ethische Werte beizubringen und wir erwarten zu Recht deren Einhaltung. Welche Wertschätzung und welchen Respekt bringen wir als Erwachsene und Entscheidungsträger aber der heranwachsenden Generation gegenüber? Wenn man die Bildungspolitik betrachtet, oftmals eher wenig.

    Ein Beispiel auf lokaler Eb ene: Unser Sohn lernt in einer oberflächlich sanierten Plattenbau-Grundschule, in der man jetzt die Bänke am Fenster so weit als möglich nach innen gerückt hat. Grund: Die ca. 40 Jahre alte Heizungsanlage lässt sich nicht mehr regulieren; sie "ballert" (teilweise unter erheblicher Geräuschentwicklung) permanent unter voller Last. Im zugehörigen Schulhort wurden im Laufe der Jahre nach und nach alle Außenspielgeräte gesperrt und jetzt abgerissen. Trotz flehentlichem Bitten war kein Geld für Reparatur oder gar Ersatz vorhanden. Beide Gebäude gehören der Stadt Chemnitz. Aus meiner Sicht hat dies eine Menge mit dem Thema des Artikels zu tun. Die Oberbürgermeisterin stellt städtische Gelder für Klassenfahrten in Aussicht? Prima (ich wusste noch gar nicht, dass sie das allein zusagen kann)! In der Hauptsache erfolgt schulische Erziehung und Bildung - auch zu Toleranz, Weltoffenheit, Geschichtsverständnis und all den positiven Werten, an deren Vorhandensein in Sachsen seit der letzten Wahl laut gezweifelt wird, aber immer noch im Klassenzimmer. Den Kindern den Mangel z.B. damit zu erklären, dass sich die OB und der zuständige Baubürgermeister gerade gegenseitig verklagen, hilft da nicht wirklich.

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    fsaenge
    11.11.2017

    Die jüdische Gemeinde wird eines Tages noch froh sein, dass es die AfD gibt. Der Blick in die Zukunft fällt einigen eben sehr schwer, aber dieser Fehler wurde im Laufe der Geschichte ja schon öfter gemacht!

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    1953866
    10.11.2017

    @franzudo2013, Zustimmung, es wird immer so getan, als wäre es ein rechtsradikales deutsches Problem. Dass die Zunahme der Delikte gegen jüdischen Bürger mit der Zunahme einer bestimmten Gruppe von Zuwanderern zu tun hat, da muss man schon zwischen den Zeilen lesen, bzw. etwas recherchieren. Und mit "bestimmter Gruppe" meine garantiert nicht Asiaten.

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    4
    franzudo2013
    10.11.2017

    @blackadder;
    Was haben Martin Hohmann und Wolfgang Gedeon mit Sachsen und der Jüdischen Gemeinde Chemnitz zu tun ? Aber um im großen Zusammenhang zu bleiben, wer kümmert sich denn um die antisemitischen Übergriffe von arabischstämmigen Migranten beispielsweise in Berlin ? Da hat wahrscheinlich keiner Zeit dafür, denn man muss ja gegen die Rechtspopulisten hetzen.

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    Hinterfragt
    10.11.2017

    @lothaar;
    "... total aus dem geschichtlichen Zusammenhang und ignorieren den Abstand von 500 Jahren...."

    Nö, Luther war Antisemit und das ist er auch noch nach 500 Jahren oder wollen Sie mir weismachen, dass in 450 Jahren auch ein Hitler rehabilitiert werden würde, doch sicherlich nicht!

    Zudem ist es heutzutage schon recht fraglich was als Antisemitismus gewertet wird.

    Beispiel:
    Sobald irgend wer etwas gegen die Politik Israels hat und sei es u.A. im Zusammenhang mit der illegalen Besetzung und Expansion von Siedlungen, wird doch gleich die Antisemitismuskeule geschwungen.
    Wo sind denn die Sanktionen gegen Israel, weil diese UNO-Resolutionen zu den besetzten Gebieten seit zig Jahren nicht umsetzen, nein man liefert denen noch Waffen, U-Boote ... um diese Politik zu unterstützen.
    Das ist doch alles Scheinheiligkeit vom Feinsten.

    Die totale Abschottung der Palästinensergebiete zu Land und See durch Israel ist genau genommen nichts Anderes als die Ghettos welche in finsterer Vergangenheit für die Juden eingerichtet wurden.

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    5
    lothaar
    10.11.2017

    @Hinterfragt: Ihre Ausführungen sind zwar so belegbar, sie reissen sie aber total aus dem geschichtlichen Zusammenhang und ignorieren den Abstand von 500 Jahren.

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    Blackadder
    10.11.2017

    "Die Hemmschwelle ist überschritten, wenn dem politischen Gegner ohne Anhaltspunkte Antisemitismus unterstellt wird."

    OHNE Anhaltspunkte wohl kaum. Ist nicht gerade ein Herr Martin Hohmann, der wegen Antisemitismus aus der CDU geflogen war für die AfD in den Bundestag eingezogen? Und Wolfgang Gedeon ist ja auch noch in der AfD, oder nicht? Sollte es nicht ein Ausschlussverfahren wegen antisemitischer Äußerungen geben? Und das sind nur zwei Beispiele, die mir auf die Schnelle eingefallen sind.

  • 6
    11
    Hinterfragt
    10.11.2017

    "...öffentlich gezeigten Antisemitismus nicht hinzunehmen, scheine aufgeweicht. Antisemitismus, so Röcher, sei offenbar wieder salonfähig geworden..."

    Nun ja, einer wurde sogar ein ganzes Jahr lang gefeiert und Frau Merkel und andere Regierungsmitglieder haben an Veranstaltungen dazu teilgenommen.
    Nach ihm wurden Plätze, Straßen, Universitäten, Krankenhäuser, Kirchen ... benannt -- Martin Luther!

    Luthers 7 Punkte Plan zur Judenverfolgung:

    1. Synagogen und Schulen mit Feuer anstecken
    2. Die Häuser fder Juden zerstören und sie in einem Stall zusammentreiben
    3. Die Juden aller religiösen Literatur berauben,bis aufs letzte Blatt
    4. Den Juden bei Todesstrafe verbieten öffentlich zu Gott zu beten
    5. Die Juden unter Hausarrest stellen
    6. Den Juden alles Geld,alles Silber und allen Schmuck nehmen
    7. Die jungen,starken Juden als Arbeiter schwer arbeiten lassen

    "...Zudem verhöhnte und entwürdigte er die Juden mithilfe von Interpretationen des Bildmotivs der ?Judensau?, das in Form eines Sandsteinreliefs am Südostflügel der Stadtkirche Wittenbergs gegenüber dem jüdischen Ghetto dargestellt ist...." Quelle Wikipedia.de

  • 10
    3
    franzudo2013
    10.11.2017

    War die AFD der Absender der Briefe an die Jüdische Gemeinde ? Wohl kaum !
    Die Hemmschwelle ist überschritten, wenn dem politischen Gegner ohne Anhaltspunkte Antisemitismus unterstellt wird. Das sollte allen Demokraten Sorge bereiten.
    Das es der Staat nicht hinbekommt, dass alle Schüler im Rahmen der Schul(aus)bildung eine Gedenkstätte besuchen, ist ein Armutszeugnis sondergleichen. Passt aber ins Bild ! Lieber trifft sich Siegmar Gabriel mit seinem Freund Abbas und die EU finanziert die Palästinenser. Politiker, kümmert Euch doch mal um die, die Euch wählen und um die Aufgaben, die uns die Geschichte unseres Landes stellt.



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