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Das Plattenbau-Gebäude der Kita Am Wasserturm stammt aus dem Jahr 1990 und weist unter anderem beim Brandschutz Defizite auf. Deshalb plant die Stadt einen Neubau gleich nebenan. Die Finanzierung ist allerdings noch nicht gesichert.

Foto: Toni Söll

Keine Fördermittel für Neubau von Kita - Stadt gibt nicht auf

Für zwei Vorhaben in Limbach-Oberfrohna gibt es Geld, für das größte jedoch nicht. Die Stadt setzt die Planungen trotzdem fort - mit großem Aufwand.

Von Johannes Pöhlandt
erschienen am 09.02.2018

Limbach-Oberfrohna. Erzieherinnen und Kinder in zwei Kindertagesstätten in Limbach-Oberfrohna können jubeln - in einer anderen Einrichtung dürfte hingegen Enttäuschung vorherrschen. So lässt sich die Stimmungslage beschreiben, nachdem der Jugendhilfeausschuss des Kreistages Zwickau am Mittwochabend 4,2 Millionen Euro verteilt hat. 90 Prozent der Mittel kommen vom Bund, der Rest aus dem Kreishaushalt. Das Geld muss bis 2020 für die Schaffung zusätzlicher Betreuungsplätze eingesetzt werden.

Einer der Profiteure ist die von der kommunalen Betreuungsgesellschaft Bona Vita betriebene Kita Am Hohen Hain. Das Gebäude aus DDR-Zeiten wird um einen Anbau erweitert, sodass Platz für 15 weitere Krippen- und sieben zusätzliche Kindergartenplätze entsteht. Auch ein neuer Speiseraum ist geplant. "Der Umbau wird so ausgeführt, dass die Kita am Ende wie eine ganz neue Einrichtung aussehen wird", sagt Oberbürgermeister Jesko Vogel, der als Kreisrat am Mittwochabend mit abstimmte. Das Vorhaben soll gut 650.000 Euro kosten, etwa 450.000 Euro davon werden gefördert. Kaum weniger Fördergeld, nämlich gut 400.000 Euro, fließt in die evangelische Kita der Stadtkirche. Auch die Einrichtung an der Lutherstraße erhält einen Anbau, sodass die Kapazität um 20 auf gut 100Plätze steigt. Das Vorhaben kostet insgesamt knapp 900.000 Euro.

Ein anderes Projekt ging am Mittwochabend allerdings leer aus - das mit Abstand größte. Bei der Kita Am Wasserturm, die von der Behindertenhilfe betrieben wird, ist es mit einem Anbau nicht getan. Das Plattenbau-Gebäude aus dem Jahr 1990 ist veraltet und sanierungsbedürftig. Laut Behindertenhilfe-Geschäftsführer Thomas Buhl müssten Wände durchbrochen und neu eingezogen werden, um alle Auflagen etwa mit Blick auf den Brandschutz zu erfüllen. "Das ist in einem Plattenbau-Gebäude aber äußerst schwer." Deshalb hat sich der Träger gemeinsam mit der Stadt dazu entschieden, einen Neubau mit 120 Plätzen gleich neben dem Bestandsgebäude anzustreben.

Die Kosten werden auf 3,3 Millionen Euro geschätzt. Das Rathaus hoffte, 2,5 Millionen Euro an Fördermitteln zu erhalten. Doch der Antrag fiel im Kreistagsausschuss durch. Zur Begründung hieß es, der Förderzweck - die Schaffung zusätzlicher Betreuungsplätze - sei nicht vollständig erfüllt. Zwar wird mit dem Projekt im Wasserturm-Gebiet vorübergehend ein Mehrbedarf an Betreuungsplätzen gedeckt, indem Neu- und Teile des Altbaus parallel betrieben werden. Denn bis etwa 2020 steigt die Anzahl der Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren im Stadtgebiet. Längerfristig geht der Bedarf Prognosen zufolge aber wieder zurück. Dann wird der Kita-Bestandsbau nicht mehr benötigt.

OB Vogel war von der Ablehnung des Antrages nicht überrascht. Diese hatte sich nach seinen Angaben schon abgezeichnet, da die Stadt überrepräsentiert gewesen sei - von sieben Anträgen aus dem gesamten Gebiet des Landkreises, die dem Ausschuss vorlagen, kamen drei aus Limbach-Oberfrohna. Zudem hätten die gut vier Millionen Euro aus dem Programm nicht für alle Vorhaben gereicht. Vogel räumte ein, dass die Finanzierung des Kita-Neubaus damit vorerst offen ist. Trotzdem sei er guter Dinge, dass es gelingt, das Projekt bis 2020 umzusetzen. "Wir überarbeiten den Antrag und reichen ihn nochmal ein", kündigte er an. Es sei denkbar, dass Gelder aus anderen sächsischen Landkreisen übrig bleiben oder dass Limbach-Oberfrohna bei einem ganz anderen Förderprogramm zum Zuge kommt.

Deshalb setzt das Rathaus den Planungsprozess unbeirrt fort - und betreibt dabei einen großen Aufwand. Erstmals seit Jahren ist für ein städtisches Projekt ein Architektenwettbewerb ausgelobt worden. Nach einer europaweiten Ausschreibung haben 46 Büros Interesse signalisiert, den Kita-Neubau zu gestalten. 15 davon wurden ausgelost. Sie dürfen bis März einen Vorentwurf abgeben, der in einem weiteren Schritt noch verfeinert werden kann. Bis zum Sommer kürt eine Jury, der Mitglieder der Architektenkammer, der Stadtverwaltung und des Stadtrates angehören, den Sieger, dessen Entwurf umgesetzt wird. Die Zweit- und Drittplatzierten erhalten ein Preisgeld. OB Vogel geht davon aus, dass sich das langwierige Prozedere lohnt: "Wir erhoffen uns attraktive Vorschläge."

 
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