Neefepark: Globus kommt, Ikea wackelt

Nach langem Hin und Her darf die Supermarktkette nun eine Filiale in dem Center eröffnen. Der Möbelhaus-Konzern prüft indes zwei Optionen - mit unterschiedlichen Auswirkungen für das Einkaufszentrum.

Erika Plänitz geht regelmäßig im Neefepark einkaufen. Drogerie, Schuhhandel, Bekleidungsläden - in dem Center an der Autobahnabfahrt Süd finde sie viele Geschäfte, die sie brauche, sagt sie. Allerdings vermisse sie einen Supermarkt, berichtet die 78-Jährige, die an der Bierstraße im Stadtteil Schönau wohnt. "Früher sind wir in den Toom-Markt gefahren, das war super." Der Einzelhändler hat das Einkaufszentrum allerdings 2014 verlassen. "Jetzt müssten wir uns auf den Weg nach Siegmar machen. Das ist aber umständlich", schildert Plänitz. Schließlich habe sie kein Auto. Sie hoffe deswegen, dass im Neefepark wieder ein Supermarkt eröffnet.

Diese Hoffnung könnte sich demnächst erfüllen - nach langem Hin und Her und öffentlichen Diskussionen über die Zukunft der Einrichtung im Stadtteil Stelzendorf. Im vergangenen Jahr hatte eine Vorlage für den Stadtrat für Irritationen gesorgt. Die Stadtverwaltung hatte das Ziel ausgegeben, den Neefepark umzuwandeln. Wegen der guten Anbindung an das überregionale Straßennetz, hieß es da, "bietet sich die schrittweise Umnutzung zu einem Gewerbegebiet an". Der Vorschlag löste eine Protestwelle von Einzelhändlern und Kunden aus. Baubürgermeister Michael Stötzer bekannte daraufhin öffentlich, dass die Stadtverwaltung das Einkaufszentrum nicht schließen wolle.

Weitere gute Nachrichten für die Kunden gab der Neefepark-Eigen- tümer ICG Real Estate Consulting Anfang dieses Jahres bekannt. Man habe einen langfristigen Mietvertrag mit der Supermarkt-Kette Globus abgeschlossen, die im ehemaligen Toom-Markt eine Filiale eröffnen wolle. Das Vorhaben musste allerdings eine Hürde überwinden: Die Fläche muss dafür umgebaut werden - und das bedarf der Zustimmung der Stadtverwaltung.

Wegen der möglichen Auswirkungen der Globus-Ansiedlung auf andere Einzelhandelsstandorte in Chemnitz gab das Rathaus ein Gutachten in Auftrag. Das liegt mittlerweile vor. Was genau darin steht, ließ das Rathaus auf Anfrage offen. Das Ergebnis ist aber klar: Globus darf in den Neefepark ziehen. Der Eigentümer habe einen positiven Vorbescheid erhalten, derzeit werde der im Mai eingereichte Bauantrag geprüft, ergänzt die Pressestelle.

"Sobald die Genehmigung vorliegt, können wir sofort loslegen", sagt Jochen Stahl, Geschäftsführer des Eigentümers ICG. Er rechnet mit einem Baubeginn im Herbst. In den Räumen müssten Wände verschoben sowie Lüftungs- und Brandschutzanlagen auf Vordermann gebracht werden, erklärt er. Nach sechs bis acht Monaten Bauzeit soll alles fertig sein. Im Frühsommer kommenden Jahres könnte Globus demnach eröffnen. Auf 5360 Quadratmetern Verkaufsfläche sollen Kunden dann alles bekommen, was sie für den täglichen Gebrauch benötigen, erläutert Stahl. "Wir wollen die Bürger in der Umgebung versorgen, beispielsweise auch Kunden aus dem Erzgebirge."

Rund zehn Millionen Euro würden in den Umbau und weitere Sanierungen im Neefepark investiert, kündigt Stahl an. Im Herbst soll zudem die Gartenfachmarktkette Dehner eine Filiale eröffnen. Haben diese beiden Mieter ihre Flächen bezogen, würde der Leerstand im Neefepark bei sieben Prozent der gesamten Verkaufsfläche liegen, sagt der ICG-Chef.

Immer wieder wurde auch über die Ansiedlung der Elektronikfachmarktkette Medimax im Neefepark spekuliert. Dem erteilt Stahl allerdings nun eine Absage. Grund dafür seien die Festlegungen des Bebauungsplans für das Gelände. "In der Größenordnung, die wir uns wünschen, ist die Ansiedlung von Medimax nicht umsetzbar", berichtet der Chef der Eigentümergesellschaft.

Indes könnte dem Neefepark ein Kundenmagnet abhanden kommen. Der schwedische Einrichtungskonzern Ikea prüfe verschiedene Optionen für seinen Chemnitzer Standort, teilt Sprecherin Chantal Gilsdorf auf Anfrage mit. Infrage komme eine Erweiterung oder ein Neubau. "Fest steht aber, dass wir in Chemnitz bleiben", so die Sprecherin. Allerdings: Sollte sich das Unternehmen für einen Neubau entscheiden, würde der an einem anderen Ort in der Stadt errichtet, präzisiert die Sprecherin auf Nachfrage. "Die Entscheidung ist aber noch nicht gefallen."

Sollte Ikea eine Erweiterung anstreben, wolle man die so gut es geht unterstützen, sagt ICG-Chef Stahl. Großen Einfluss habe man aber nicht, erklärt er. Denn: Obwohl Ikea als Teil des Neefeparks vermarktet wird, gehöre die Filiale eigentumsrechtlich nicht zum Center.

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