Radweg: Brückenschlag vom Chemnitztal ins Muldental

Ab März soll der Abschnitt von Markersdorf bis Diethensdorf ausgebaut werden. Auch die Verlängerung ist geplant - aber der Weg dahin ist steinig.

Markersdorf.

Der Ausbau des 5,7 Kilometer langen Abschnitts des Chemnitztalradweges zwischen Wittgensdorf und Markersdorf soll noch im Januar beendet werden. Das sagte der Chef des Zweckverbandes "Chemnitztalradweg", Günter Hermsdorf während einer Verbandssitzung in Lunzenau. Restarbeiten an Geländern und Wegen sollen bis Monatsende abgeschlossen sein. Danach gehe der Weg in die Zuständigkeit des Verbandes über, der in der Folge für Reparaturen und Pflege zuständig sein wird. Den Bau selbst hatte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr veranlasst.

Voraussichtlich am 8. April soll die Trasse feierlich eröffnet werden. Der Verband rechnet damit, dass der Unterhalt pro Jahr etwa 18.000 Euro kosten wird. In dieser Summe sind auch Stromkosten für Beleuchtungen in Tunnelunterführungen einkalkuliert, so Hermsdorf. In diesem Jahr soll ein touristisches Konzept auf den Weg gebracht werden, um auf Grundlage dessen Schilder, Bänke und Rastplätze zu errichten. Die Anbindung in Auerswalde soll bis Ende 2017 erfolgen. Dort wird eine Hängebrücke gebaut. Dabei tragen zwei hochaufragende Bauteile die gesamte Last. Die Überquerung soll 105 Meter lang werden.

Der Brückenschlag für den Chemnitztalradweg ins Wechselburger Muldental nimmt Formen an. Und das in doppelter Hinsicht: Voraussichtlich ab März sollen Arbeiten in den Claußnitzer Ortsteilen Markersdorf und Diethensdorf starten. Etwa 1,9 Millionen Euro sind in diesem Jahr für diesen Abschnitt vorgesehen. Mit der Zustimmung zum neuen Haushaltsplan haben Mitglieder des Zweckverbandes grünes Licht dafür gegeben.

Bis Frühjahr 2018 geht es am insgesamt 2,7 Kilometer langen Abschnitt mit dem Ausbau von Wegen weiter. Südlich wird an den bereits fertiggestellten Teil entlang der Chemnitztalstraße (B 107) in Markersdorf am Abzweig der Straße Alte Mühle angeknüpft. Das nördliche Ende der Baustrecke befindet sich im Claußnitzer Ortsteil Diethensdorf am ehemaligen Bahnübergang mit der Unteren Hauptstraße.

Laut Verbandschef Hermsdorf sind dabei zwei Stahlbrücken über die Chemnitz die Mammutaufgaben in diesem Jahr. "Die Bahnbrücken werden saniert, und auf je einer Seite wird parallel zu den Gleisen ein neuer Weg angebaut", erklärte Hermsdorf. Dafür müssen Baustraßen aufgeschüttet werden, die nach Abschluss der Arbeiten asphaltiert werden sollen. Der Radweg verläuft dann parallel zu den Bahnschienen.

Da der Museumsverein Taura/Markersdorf Draisine-Fahrten anbietet, wird von der einstigen Bahntrasse abgewichen. Der vom öffentlichen Straßennetz abgesetzte Radweg verläuft parallel zur ehemaligen Bahnstrecke Wechselburg-Chemnitz/Küchwald im Tal der Chemnitz und parallel zur Straße im Chemnitztal (S 240).

Damit setzen die Radweg-Aktivisten um Günter Hermsdorf etwa 15 Jahre nach den ersten Projektplänen zum Brückenschlag ins Wechselburger Muldental an. Ende 2017 sollen Details dazu feststehen, wie und wann es über den Wiederauer Ortsteil Stein bis Göritzhain weitergeht - 2022 könnte auch dieser Abschnitt genommen sein, so die Hoffnung des Verbandes. Die Trasse soll größtenteils über die ehemalige Bahnstrecke der Chemnitztalbahn führen, teils sollen Straßen genutzt werden. Die Bahnstrecke war 2002 stillgelegt worden.

Ein angestrebter Lückenschluss des Chemnitztal- und Muldentalradweges wäre damit allerdings noch in weiter Ferne. Lunzenaus Bürgermeister Ronny Hofmann geht davon, dass damit vor 2028 nicht zu rechnen ist - immerhin fast 30 Jahre nach den ersten Plänen. "Die Genehmigungsverfahren sind aufwendiger geworden. Aspekte des Umwelt- und Naturschutzes müssen beachtet sowie die Finanzierung geklärt werden", sagt Hofmann. Aufwand und Kosten für das Projekt seien aus seiner Sicht gerechtfertigt. "Von einer Anbindung nach Chemnitz kann das Muldental touristisch profitieren. Schon heute sind viele Radfahrer unterwegs. Es ist der richtige Weg", so Hofmann. (mit bj)

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