40 neue Parkautomaten kommen ab Frühjahr in die Chemnitzer Innenstadt

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Für viele Parkplätze im Zentrum, die derzeit noch gebührenfrei sind, muss ab kommendem Jahr bezahlt werden. Das ist nur der erste Schritt.

Wer als Tourist mit dem Auto ins Chemnitzer Zentrum fährt, dürfte sich wundern. Im Gegensatz zu anderen Großstädten findet sich in Chemnitz hier und da noch ein Parkplatz in fußläufiger Distanz zum Markt, für den kein Geld bezahlt werden muss. Mehr als die Hälfte der etwa 7000 öffentlichen Stellplätze zwischen August-Bebel-Straße, Hainstraße, Eisenbahnstrecke, Reichsstraße, Leipziger Straße, Müller- und Schloßteichstraße sind aktuell ohne Einschränkung und ohne Gebühren. Das wird sich ab kommendem Jahr ändern.

Grundlage ist ein Parkkonzept, das der Stadtrat 2017 nach intensiven Debatten mit großer Mehrheit verabschiedet hatte. Es sieht vor, die derzeit sehr unterschiedlichen Parkregeln in diesem Bereich zu vereinheitlichen. Momentan finden sich dort kostenfreie Parkplätze ohne und mit Zeitbegrenzung (Parkuhr-Pflicht), gebührenpflichtige Parkplätze mit unterschiedlicher Höchstparkdauer und Bewohner-Parkzonen. Künftig soll es nur sogenannte Misch-Park-Zonen geben. In solchen Zonen darf jeder sein Auto gebührenpflichtig abstellen; die Gebühren variieren je nach Entfernung zum Zentrum. Nur Inhaber von Bewohnerparkausweisen, welche gegen 30 Euro Jahresgebühr von der Stadtverwaltung auf Antrag ausgestellt werden, brauchen keinen Parkschein zu lösen.

Baulich umgesetzt wird der Plan ab Frühjahr kommenden Jahres. Das hat Tiefbauamtsleiter Bernd Gregorzyk den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung und Mobilität mitgeteilt. In einer ersten Stufe werden ihm zufolge für etwa 200.000 Euro 40 neue Parkscheinautomaten angeschafft. Die Ausschreibung dafür laufe, der Baubeginn sei für März, die Fertigstellung für Ende Mai vorgesehen.

Die meisten Automaten werden im Bereich nordöstlich der Zschopauer Straße bis hin zum Bahnbogen aufgestellt, so beispielsweise an der Rembrandt-, Ziesche- und der Uferstraße (siehe Grafik). Dort finden sich im Moment noch zahlreiche kostenfreie Parkplätze. Neu dazu kommen auch Automaten am westlichen Rand des Zentrums, so an der Fabrik- und der Rochlitzer Straße. Dass vor allem der Bereich um den Park der Opfer des Faschismus als erster großflächig mit Parkautomaten versehen wird, hat mit Bauvorhaben in der Nähe zu tun. Die Parkplätze am Tietz und an der Johanniskirche werden mit Wohn- und Geschäftshäusern bebaut, rund 1100 Parkplätze fallen dadurch weg. Damit dürfte der Parkdruck im Umfeld steigen. In später folgenden Schritten wird das Konzept auf den Bereich Dresdner Straße, Brühl und Promenadenstraße ausgedehnt. Als Letztes sind das Gebiet um die Reitbahnstraße und das Areal Hohe Straße/Kaßbergstraße dran. Für diese beiden Ausbaustufen gibt es noch keine Termine. Sind alle - insgesamt 190 - Automaten aufgestellt, stehen rund 5600 Bezahl-Parkplätze zur Verfügung.

Das Rathaus hatte das Konzept seinerzeit damit begründet, den bei der Suche nach einem Parkplatz entstehenden Verkehr minimieren zu wollen, indem überall einheitliche Regeln eingeführt werden. Priorität sollten Besucher, Kunden, Dienstleister, der Wirtschaftsverkehr sowie Bewohner der Innenstadt haben. Jeder, so die Idee, sollte zu jeder Zeit die Chance auf einen freien Parkplatz haben. Der Plan stieß auf Kritik unter anderem bei Innenstadthändlern und Pendlern, die ihr Fahrzeug in der City abstellen. Der ADAC merkte an, dass Chemnitz den Weg gehe, den viele andere Großstädte schon gegangen seien oder gingen.

Unterdessen erwartet das Rathaus für dieses Jahr einen deutlichen Rückgang bei den Einnahmen aus Parkgebühren. Bis einschließlich Oktober nahm die Stadt nach eigenen Angaben rund 830.000 Euro aus der Parkraumbewirtschaftung ein. Das waren gut 30 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Neben dem coronabedingt geringeren Verkehrsaufkommen dürfte dabei auch der Wegfall von 130 Stellplätzen am Tietz eine Rolle spielen. Das Gelände wurde von Archäologen untersucht, bevor dort neue Wohn- und Geschäftshäuser gebaut werden sollen.

Die vor einem Jahr eingeführte Möglichkeit, Parkgebühren statt mit Münzen per Handy-App zu zahlen, trägt mittlerweile mit viereinhalb Prozent zu den Einnahmen bei. Das klingt nach wenig. Doch selbst in Hamburg, wo das Handyparken bereits seit über zehn Jahren etabliert ist, lag der Anteil zuletzt bei noch immer nur acht Prozent. In Chemnitz werden die Anbieter "Easy Park" und "Park Now" laut Stadt am meisten genutzt. Ihr Anteil am Gesamtumsatz des Handyparkens liege bei etwa 80 Prozent, heißt es. (mit micm)

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1515 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    1
    gelöschter Nutzer
    31.12.2020

    @VoVmA5cdhI . Warum so erregt? Sie zweifeln an meiner Lesekompetenz? Nun dann bringe ich Ihnen Ihren eigenen Ansatz noch einmal nahe, Zitat: "Stattdessen sollte es ein gemeinsames Konzept geben, um das Auto eben unattraktiv zu machen." ! Diese Aussage in eine Aufforderung den ÖPNV attraktiver zu machen umzudichten lässt mich bei Ihnen noch ganz andere Kompetenzen vermuten. Diese werden im aktuellen Politikbetrieb sehr geschätzt. Stichwort " -Tatsachenverdreher" . Und zu Ihrer ersten Frage: Ja ! Und zu Ihrem letzten Satz. Bitte vermeiden Sie " wöllte " es verursacht mir geradezu körperliche Schmerzen. Danke und Gesundes Neues Jahr .

  • 1
    3
    gelöschter Nutzer
    31.12.2020

    Ja, alles schon so erledigt!

  • 4
    1
    Steuerzahler
    31.12.2020

    @ VoVmA5cdhI: „Aus meinem Beitrag sollte eindeutig hervorgehen, das ich den Individualverkehr aus der Stadt raus haben wöllte.„
    Wenn Sie dann in der Innenstadt entgegen dem Trend doch einen größeren Einkauf gemacht hätten, dann transportieren Sie den mit dem ÖPNV nach Hause? Viel Spaß dabei! Ein vernünftiger Schritt wäre doch, den DURCHGANGSverkehr aus der Innenstadt zu verbannen. Aber genau da geht es nicht voran.

  • 1
    2
    gelöschter Nutzer
    31.12.2020

    @Tifi

    Haben Sie meinen Beitrag gelesen und verstanden? Ich habe geschrieben, den ÖPNV mehr zu nutzen. Damit geht einher, das dieser für die Menschen attraktiver wird. Ich habe weder von irgendwelchen Subventionierungen noch Fahrpreiserhöhungen geschrieben. Bitte legen Sie anderen nicht Worte in den Mund oder verdrehen Sie Tatsachen! Aus meinem Beitrag sollte eindeutig hervorgehen, das ich den Individualverkehr aus der Stadt raus haben wöllte.

  • 3
    14
    898188
    30.12.2020

    Endlich hat man als Anwohner eine Chance auf einen freien Parkplatz für 30 EUR im Jahr, weil diese nicht mehr den ganzen Tag über von Einpendlern kostenfrei belegt werden können.

  • 18
    2
    Steuerzahler
    30.12.2020

    Die Kompetenz der Verantwortlichen erschöpft sich darin, dem Autofahrer in die Tasche zu langen. Bei Süd- oder Innenstadtring zur Entlastung hört diese schon auf. Da ist man nicht ganz so innovativ. Fazit: Sachsenallee, CC, Neefepark bieten alles, was gebraucht wird. Mir tun nur die Leute leid, die in die Innenstadt zur Arbeit müssen. Aber das werden auch weniger, je mehr Läden dort dicht machen. Dass die Schließung des Kaufhofs gerade noch abgewendet wurde heißt nicht, dass wegen mangelnder Kundschaft das nicht nachgeholt werden kann.

  • 13
    5
    gelöschter Nutzer
    30.12.2020

    @ VoVmA5cdhI . Mal ein in ihrer Welt sicher völlig abstruser Gedanke ! Wie wäre es denn damit mal den ÖPNV attraktiver zu machen ? Aber Sie reden sicher auch von " Subventionierung " wenn auf den Dieselpreis weniger Steuer abgezockt werden ? Ob für den ÖPNV permanent Fahrpreiserhöhungen mit kompliziertem Zonen , natürlich nur Bargeldlos ( man ist ja sofort innovativ) gehören, überlasse ich dem Daumenkino.

  • 45
    10
    Zeitungss
    30.12.2020

    Eine neue Förderung für die Innenstadthändler tritt in Kraft, die Kunden werden es zur Kenntnis nehmen und sich entsprechend verhalten. Wie dem obigen Beitrag zu entnehmen ist, stellt die Stadtkasse das Hauptproblem dar und muss mit allen Mitteln aufgeforstet werden. Fazit, man meide diese Stadt und deren Einrichtungen. Wenn die zukünftige Kulturhauptstadt eigentlich nur über Autobahnen vernünftig erreichbar ist, ist es eine sehr vorausschauende Eingebung der Stadtspitze.
    Es ist wie in meiner Heimatstadt, wo die Polytessen dem Autofahrer schon bei der Ankunft die Tür aufhalten, was letztlich die Händler ausbaden dürfen.

  • 44
    16
    Lisa13
    30.12.2020

    Statt mit bestimmten Zeiten ..wo kein Parkschein gekauft werden muß im die Innenstadt attraktiv zu machen ..wird immer mehr abgezockt..die Händler wird’s freuen.

  • 23
    33
    LukeSkywalker
    30.12.2020

    irgendwo müssen doch die10.000 Euro für 2 neue Laptops doch herkommen!
    naja was will man schon von Partei gesteuerten Stadträten deren Obrigen Milliarden ohne Auflagen an die Autoindustrie verteilen erwarten

    CVAG wird immer teurer Parken bezahlen
    nja die Leute haben ja jetzt durch wegfallen SOLI Beitrages mehr in der Tasche das können wir doch gleich mal holen

  • 60
    7
    Frima715
    30.12.2020

    Das macht die Innenstadt nicht lebendiger. Chemnitzcenter und Sachsenallee werden sich freuen.

  • 19
    46
    ArndtBremen
    30.12.2020

    @VoVm: Auch hier bin ich mit meiner Meinung wieder völlig bei Ihnen. Aber wir werden an den vielen roten Daumen wiedereinmal erkennen, dass der Chemnitzer eben am liebsten mit seinem PKW in den Supermarkt, in die Boutique oder in den Bäckerladen hineinfahren möchte, um ohne auszusteigen einkaufen zu können.

  • 53
    12
    ThC
    30.12.2020

    Dazu "passt" die Erhöhung der Ticketpreise beim ÖPNV..... ein Schelm der da denkt, dass dies die Innenstadt stärkt..... und kein Wunder dass der Tourrismus in Chemnitz noch mehr zurückgeht......das wird eine tolle Kulturhauptstadt, wenn keiner mehr hingeht, weil die Innenstadt tot ist

  • 71
    19
    Hinterfragt
    30.12.2020

    Nun, man will eben die Innenstadt mit aller Macht "austrocknen" ....

  • 52
    35
    gelöschter Nutzer
    30.12.2020

    Guten morgen,

    schade! Statt Lösungen aufzuzeigen um den Individualverkehr aus der Stadt zu bekommen und die Menschen zu animieren, mehr auf den ÖPNV, Fahrrad oder Fuß umzusteigen, damit auch eine Verkehrsberuhigung im inneren Ring Bahnhofstraße - Theaterstraße - Brückenstraße zu erreichen, werden neue Parkautomaten aufgebaut, die Innenstadt nachhaltig von den Einkaufszentren auf der "grünen Wiese" abgekoppelt. Dort werden Autofahrer ja förmlich eingeladen. Stattdessen sollte es ein gemeinsames Konzept geben, um das Auto eben unattraktiv zu machen.