Anschluss ans Fernbahnnetz: Bahn prüft noch immer

Bisher keine Entscheidung zu Verlängerung der Ostseelinie nach Chemnitz

Die von der Deutschen Bahn AG angekündigte Verlängerung der Intercity-Verbindung Rostock-Dresden weiter bis nach Chemnitz ist nach wie vor offen. Auf "Freie Presse"-Anfrage erklärte ein Bahnsprecher am Dienstag, derzeit prüfe man die Pläne noch; eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Der Konzernbevollmächtigte der Bahn für Sachsen, Eckart Fricke, hatte im Sommer bei einem öffentlichen Termin im Chemnitzer Rathaus erklärt, der ab Dezember dieses Jahres neu eingesetzte Intercity 17 von Rostock-Warnemünde über Berlin nach Dresden könnte wahrscheinlich ebenfalls schon ab diesem Jahr nach Chemnitz verlängert werden. Unklar sei, so Fricke damals, ob die Verlängerung nur einzelne Züge zu bestimmten Tageszeiten betreffen könnte oder ob die Verlängerung in einem generellen Zwei-Stunden-Takt erfolgen könnte.

Mit der Verlängerung bekäme die drittgrößte Stadt Sachsens wieder einen Anschluss ans Fernbahnnetz und obendrein eine direkte Verbindung nach Norden, zum einen in die Hauptstadt, zum anderen bis an die Ostsee, und das Ganze ohne lästiges Umsteigen. Wie groß die Chancen dafür überhaupt noch stehen, und wann eine Entscheidung fallen könnte - diese Fragen ließ der Bahnsprecher unbeantwortet.

Anfang Oktober hatte die Bahn ihre Pläne öffentlich gemacht, mit dem Intercity 17 eine neue Direktverbindung zwischen Dresden und der Ostsee zu schaffen. Start ist der Fahrplanwechsel Mitte Dezember; stufenweise sollen zunächst zehn Fahrten täglich angeboten werden. Ab März 2020 soll es dann zwischen 6 und 22 Uhr einen Zwei-Stunden-Takt mit 16 Fahrten täglich geben. Auf der Linie sollen Doppelstockzüge eingesetzt werden mit W-Lan, Bordgastronomie und Platz für größere Gepäckstücke und Fahrräder.

16Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    0
    Zeitungss
    26.10.2019

    @Vitamin....: Aussagefähiges kam bis jetzt nicht, habe ich auch nicht wirklich erwartet. Die EGB hat, oder besser gesagt, musste sich auch die Butter vom Brot (Chemnitz -Aue) nehmen lassen, selbst in diesem Bereich konnten die guten Kontakte mit dem Verkehrsminister nicht weiterhelfen. Betroffene haben möglicherweise die gleichen Gedanken. Wenn Sie möchten, ich könnte auch noch deutlicher werden, wollen Sie mit Sicherheit nicht.

  • 3
    0
    Zeitungss
    23.10.2019

    @Vitamin....: Vielen Dank, dass es doch noch eine Antwort gab, wenn auch nichts Konkretes dran ist. Verkürzungen der Planungen, diese Forderung steht bei allen Projekten im Raum und ist absolut nicht neu. Sollte eines Tages das Projekt DC-LL finanzierbar sein, verzögert mit Sicherheit ein seltener Regenwurm die Sache weiter und ein Wunschziel der DB ist es eh nicht. Der eine oder andere Bürger fragt sich inzwischen, wie konnte damals das deutsche Eisenbahnnetz überhaupt entstehen, unter heutigen Bedingungen wahrscheinlich gar nicht und Herr Scheuer wäre auch glücklich. Ich denke, meine Gedanken dazu entsprechen dem Ist-Zustand, was berufsbedingte Ursachen hat und ich hier nicht als Bahnkunde auftrete.

  • 0
    2
    vitaminbonbon
    22.10.2019

    @Zeitungss: Kein Problem. Wir haben uns am Freitag u.a. mit Minister Scheuer hauptsächlich zu Chemnitz-Leipzig ausgetauscht. Von meiner Seite aus stand die unbedingt erforderliche Verkürzung der Planungs-und Genehmigungszeiten im Mittelpunkt. Da das Projekt ja an sich nicht so riesig ist, sollte es dich gelingen, den avisierten Zeithorizont von 7-8 Jahren Planung deutlich zu verkürzen. Und da haben wir tatsächlich einige Punkte gefunden, wo Bahn und Ministerium ansetzen können und werden.
    Beste Grüße,
    Detlef Müller

  • 1
    0
    Zeitungss
    22.10.2019

    @Vitamin...: Einmal ganz vorsichtig nachgefragt, Ihr Treffen brachte wohl doch nichts Brauchbares ??? Interessenten am Ergebnis wären möglicherweise vorhanden. Es ist nun einmal meine Art am Ball zubleiben, auch wenn das in der Regel bei den Befragten nicht ankommt, was man aus der Politik in den verschiedensten Bereichen kennt.

  • 2
    0
    Zeitungss
    21.10.2019

    @Vitamin...: Nein, die Ergebnisse interessieren weder mich noch die Sachsen wirklich überhaupt nicht. Genau aus diesem Grund auch die ständige Nachfrage nach IHREN Erfolgen am Freitag, wenn Sie schon Zugang nach eigenen Angaben zu den Entscheidungsträgern haben. Bisher gab es zu diesem Thema nur Worthülsen und jede Menge leere Versprechungen, was Ihnen bewusst sein dürfte. Weiterhin gehöre ich zu den Leuten, welche gelegentlich am Thema dranbleiben, hier schon rein berufsbedingt. Dass das nicht gefällt, ist mir durchaus bekannt.
    Keine Antwort ist auch eine, hatte ich schon erwähnt, Sie hätten sich nur nicht so weit aus dem Fenster lehnen sollen. Auch liegt es mir fern, IHNEN irgendwelche Befehle zu erteilen, nur Angefangenes sollte auch beendet werden und nicht wie es in der Politik üblich ist.

  • 5
    0
    Deluxe
    20.10.2019

    @Steuerzahler:
    Nicht nur, daß man mit der DR in 8h von KMSt in Rostock war.

    Trotz des Bestehens der bestgesicherten Grenze der Welt zwischen Warschauer Vertrag und NATO konnte man durchgehend und ohne Umsteigen von Breslau/Wroclaw (VR Polen) über Dresden und KMSt (DDR) bis nach Oberstdorf in Bayern (BRD) fahren. Denn mehrmals täglich wurde diese Verbindung in beide Richtungen bedient.

    Heute, wo sämtliche Grenzen auf dieser Route gefallen sind und jeder ohne Erlaubnisoder Visum fahren dürfte, ist eine solche Verbindung nicht mehr möglich. Man fragt sich schon, warum...

  • 2
    3
    vitaminbonbon
    20.10.2019

    @Zeitungss
    Zunächst mal wären paar grundlegende Umgangsformen Ihrerseits nicht ganz schlecht. Auf Befehle reagiere ich doch eher nicht. Und ob die Ergebnisse des Treffens vom Freitag Sie tatsächlich bei Ihrer Voreingenommenheit interessieren....darf bezweifelt werden.
    Schönen Abend noch.
    Mit freundlichen Grüßen
    Detlef Müller

  • 2
    1
    Zeitungss
    20.10.2019

    @Vitamin....: Ergebnisse Ihres Treffens ? ? ?

  • 3
    1
    Zeitungss
    18.10.2019

    @Vitamin...: Über die 17 Züge brauche ich keine Aufklärung, diese sind auch nicht von den ÖBB sondern von der privaten österr. WESTBAHN, Hersteller Stadler Schweiz. Technische Daten könnte ich auch noch liefern.
    Hier ging es allerdings um IHR Treffen mit dem "Verkehrsminister" und somit um die Zukunft des Bahnverkehrs in Sachsen. Sollte es stattgefunden haben, sollten Sie das Volk nicht im FINSTERN stehen lassen. Es ist zu befürchten, außer einige Worthülsen gab es nichts NEUES. Eigentlich brauchen Sie meine Vermutung nur zu bestätigen, das Bahngeschäft kenne ich zwangsläufig berufsbedingt und zwar bis in den Berliner Bahntower und brauche in dieser Angelegenheit keinerlei Nachhilfe.
    Also, berichten Sie von den Erfolgen mit dem Vertreter der Autoindustrie, manchen Sachsen wird es doch interessieren, auch wenn es nur eine kleine Minderheit ist.

  • 1
    5
    vitaminbonbon
    18.10.2019

    @zeitungss: Doch, doch.. ihren Frage ist ja aufgetaucht, warum auch nicht. Ob Sie eigentlich tatsächlich eine Antwort wollen, bezweifle ich jetzt mal. Da war wenig Frage, mehr Vorurteil und Unterstellung. Da können wir es auch lassen.
    Im übrigen sind die 17 ÖBB-Züge zwar gekauft, aber bisher weder umbebaut, noch einsatzbereit. Insoweit stimmen meine Argumente immer noch.
    Schönen Abend.
    Detlef Müller

  • 2
    0
    Zeitungss
    18.10.2019

    @vitaminb....: Was hat denn Ihr Treffen mit dem Vertreter der Automobilindustrie, Bundesminister Scheuer, denn gebracht ??? Nach Seiteneinsteiger und Bahnvorstand Pofalla frage ich bewusst nicht, ich könnte Ihnen auch nicht sagen wie ein Blinddarm entfernt wird. Ich fürchte, meine Frage an Sie wird das Licht der Welt nicht erblicken.

  • 2
    0
    Zeitungss
    17.10.2019

    Wie aus österreichischen Medien bekannt wurde, kauft die DB 17 ausrangierte Doppelstocktriebzüge der privaten österr. Westbahn, welche bisher zwischen Wien und Salzburg im Einsatz waren. Selbst dort wurde bereits auf den künftigen Einsatz Dresden - Rostock hingewiesen.
    Fahrzeugmangel wäre demnach schon einmal vom Tisch.
    @vitami...: Fragen Sie doch den Audi-Vertreter, was die nächste Hürde ist und zu Versorgungsfall Pofalla fällt mir wirklich nichts ein.

  • 2
    4
    vitaminbonbon
    16.10.2019

    @klemmi : Der Ausbau/Elektrifizierung Chemnitz-Leipzig steht im Vordringlichen Bedarf Bundesverkehrswegeplan UND (als Bypass) in den Maßnahmeliste zum Strukturpaket Kohleausstieg. Planung läuft. Am Freitag treffe ich mich mit Bundesminister Scheuer, im November mit Bahn-Vorstand Pofalla. Nerven kann ich auch. Und: Im CDU-GrüneSPD-Sondierungspapier für Sachsen ist Fernverkehr für Chemnitz ebenfalls festgeschrieben. Die Weiterführubg IC 17 von/nach Chemnitz ist in Planung, derzeit geht es (nur) noch um Fahrzeug-Ressourcen, also 2 Zugeinheiten des IC2 mehr. Sommer 2020 hoffentlich erledigt.
    Beste Grüße
    Detlef Müller

  • 7
    0
    Steuerzahler
    16.10.2019

    War das noch bequem: 22.?? Von Karl-Marx-Stadt Hbf. direkt nach Rostock. Ankunft gegen 06.00 Uhr! Dort direkter Anschluss nach Stralsund über Ribnitz-Damgarten. Heute undenkbar.

  • 4
    1
    cn3boj00
    16.10.2019

    Wer das "Sondierungspapier" aus Dresden gelesen hat, weiß Bescheid. Alles das übliche Blabla, diesmal nur mit grüner Beteiligung. Toll, wenn Chemnitz nach Osten ans Fernbahnnetz angeschlossen wird. Da können die Sachsen wenigstens mit dem Zug an die Ostsee fahren. Dass Sachsen auch endlich mal Richtung Westen fahren würden, oder Leute aus dem Westen hierher, kommt in den Gedanken nicht vor. Warum auch. Und da hilft auch die Elektrifizierung nach Leipzig nicht viel. Ob der Zug dahin mit Strom, Diesel oder wie geplant Hybrid fährt ändert nichts daran, dass die drittgrößte Stadt der neuen Bundesländer nicht wirklich am Fernverkehr angeschlossen ist. Zum ICE Drehkreuz Erfurt benötigt man heute für 133 km 3 Stunden 50 Minuten (falls man alle Anschlüsse bei 3mal Umsteigen bekommt). Wie viel würden die paar Kilometer Oberleitung Richtung Hof oder Jena kosten? Wie viel haben Dobrindt und Scheuer in den Sand gesetzt?

  • 10
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    Klemmi
    16.10.2019

    Verdächtig still. Um Chemnitz an das Fernbahnnetz zu bringen, bedarf es unbedingt den Ausbau der Strecke nach Leipzig. Bereits elektrifizierte Strecken verkommen zu Regionallinien. Im Jahre 30 der Deutschen Einheit lässt es die Bahn im Osten so richtig krachen: Waren, Neustrelitz und Oranienburg sind InterCity-Bahnhof. Wow. Scheinbar tüftelt die Bahn an neuen Ausreden um diese Linie nicht zu verlängern. Nachdem das WC-Problem und der fehlende Wagenpark nicht wirklich abgenommen wurden.Und natürlich die Landtagswahlen sind vorbei. Ich sehe eine Möglichkeit um mal was zu beweisen was bitter nötig wäre. Durchsetzungsvermögen der Demokraten in Dresden.



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