Baustelle - Auerswalder fordern sichere Umleitung

Bis Ende des Jahres soll die Ortsdurchfahrt gesperrt werden. Eigentlich war eine weiträumige Umfahrung geplant. Jetzt gibt es aber Änderungen.

Lichtenau.

Karl Friedrich Schmerer wohnt an der Auerswalder Hauptstraße in Lichtenau. Seit Monaten ist der Rentner mit der Gemeinde in Verhandlung, weil über einen Teil seines Grundstücks eine Umleitungsstrecke verlaufen soll. Er fordert eine südliche Alternativvariante, die seiner Meinung nach billiger und sicherer sei.

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) hatte angekündigt, dass nach Ostern mit den Arbeiten eines Brückenbaus über den Auerswalder Dorfbach sowie an zwei Stützwänden begonnen wird. Der Brückenbau sei Voraussetzung für den letzten Bauabschnitt des Ausbaus der S 204 zwischen B 107 und Gärtnerei Böhland, ergänzt Martin Lohse vom Rathaus Lichtenau. Die Arbeiten auf der Auerswalder Hauptstraße sollen bis Ende November dauern. Noch sind keine Bagger zu sehen, aber auf Nachfrage sagt eine Lasuv-Sprecherin, dass der Baubeginn jetzt für den 13. Mai vorgesehen sei. Nach vorbereitenden Arbeiten wie dem Bau der Umleitungsstrecke sei eine Vollsperrung der Ortsdurchfahrt von Auerswalde geplant. Zurzeit sei der Baubetrieb vor Ort und plane die Arbeiten, so die Sprecherin. Es gab eine Anwohnerversammlung und Bauberatung.


"Ich denke weniger an mich, sondern an die Kinder, die zu Schule, Hort und Kita am Kirchberg gelangen müssen", sagt Schmerer. Bei der Versammlung mit etwa 35 Teilnehmern hätte viele Eltern ihre Ängste angesprochen: mehr Verkehr, dadurch viel Lärm und Abgase. Kita-Leiterin Kirstin Harlaß bestätigt die Ängste der Eltern und Erzieher. Denn die Krippe liege unmittelbar an der Umleitungsstrecke. "Aber es gibt tatsächlich keine Alternative", sagt sie. Denn sie sei nach einem langen Gespräch mit dem Bürgermeister sicher, dass die Bedenken ernst genommen würden. Bei der Bauberatung sei zugesichert worden, dass die Autos nicht über eine Schotterpiste, sondern über eine Asphaltstrecke fahren, ergänzt sie. Außerdem würden Tempo 20 angeordnet und Handicaps aufgestellt, die schnelleres Fahren verhindern sollen. Die Gemeinde wolle zudem zur Kindergartenseite eine Lärm- und Sichtschutzwand aufstellen, fügt Harlaß hinzu. Auch für die Schulkinder seien mehrere Lösungen wie Fußgängerampel, Schulweghelfer und Warnwesten vereinbart worden. Die Umfahrung sei für Feuerwehr, Rettungsfahrzeuge und Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen zugelassen.

Hauptverwaltungschef Lohse bestätigt die Absprachen. "Die nördliche Umleitungsführung vermeidet eine weiträumige Umfahrung", sagt er. Außerdem könnten Feuerwehr und Rettungsdienst im Einsatzfall die Rettungszeiten einhalten. Anliegen der Gemeindeverwaltung sei es gewesen, die drei Kindereinrichtungen (Grundschule, Hort und Kindergarten) aufrechtzuerhalten.

Kindergarten und Schulhort seien so eingezäunt, dass Kinder nicht leichtsinnig auf die Straße rennen könnten, ergänzt er. Das Konzept der nahen Umfahrung habe die Gemeinde bereits bei der Sperrung der Ortsdurchfahrt von Oberlichtenau verfolgt.

Dass die südliche Variante (siehe Grafik) deutlich preiswerter und sicherer wäre, verneint die Lasuv-Sprecherin. Die Umfahrung sei nicht geeignet, weil die Fahrbahnbreiten zu eng seien, Schleppkurven fehlten, große Höhenunterschiede überwunden werden müssten, Aufstellflächen fehlten und die zulässigen Umlaufzeiten beim Ampelverkehr überschritten würden, sagt die Sprecherin. Neben umfangreichen straßenbaulichen Maßnahmen zur Herstellung einer vorschriftsmäßigen Verkehrsanlage wären auch erhebliche Eingriffe in private Grundstücke notwendig. Außerdem gebe es dann unvermeidbare Konflikte mit dem Fußgängerverkehr. Dort gebe es Anwohner, müssten Gemeinschaftshaus und Sportplatz erreicht werden. Das Lasuv habe sich deshalb in Abstimmung mit der Gemeinde, der Verkehrsbehörde und der Polizei deshalb für die Nordvariante entschieden. Die Landesbehörde gibt die Kosten mit 970.000 Euro an. Darin enthalten seien der Abriss der alten Brücke, Neubau von Brücke und Stützwänden. Während der Arbeiten werden der Dorfbach verrohrt sowie eine Gasleitung verlegt, so die Sprecherin. Die großräumige Umleitung erfolge über Oberlichtenau, Altmittweida und Claußnitz.

Schmerer indes ist von der Argumentation nicht überzeugt: "Bei dieser Variante wird die Sicherheit der Kinder unnötig aufs Spiel gesetzt." Er befürchtet zudem, dass die dortige Saugasse kaputtgefahren werde. Dem widerspricht die Lasuv-Spre-cherin. Die Saugasse sei nur indirekt betroffen, weil auf der Straße Am Kirchberg eine Einbahnstraße eingerichtet werde.

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