Behörden interessieren sich kaum für Masken aus der Region

Textilfirmen haben zu Beginn der Pandemie schnell Masken entwickelt und investiert. Mittlerweile kaufen Großabnehmer jedoch wieder in Billigländern.

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3030 Kommentare
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  • 5
    0
    Malleo
    11.01.2021

    Schon interessant, wie die Globalisierung gesehen wird.
    Für die neue Rheinbrücke bei Leverkusen bezog der AN Porr, Österreich wegen eines Preisvorteiles von 60 Mio die 30.000to Stahlkonstruktion aus China.
    Diese liegen jetzt als Schrott auf der Baustelle, weil sehr viele Schweißnähte nicht der Qualität genügen, die für Brücken erforderlich sind.
    Bauverzug, neue Ausschreibung, Prozesse und pro Woche kostet die Umleitung etwa 10 Mio.
    Aber in NRW mit Laschet geht alles super!!

  • 1
    1
    Ich1966
    11.01.2021

    Danke @harzruessler1911

    für den Hinweis hast recht denn ganzen kann man durchaus nochmal
    nachgehen.

    Denke zwar nicht das ich das Amt zu etwas bewegen kann das sind ja
    Bundesgesetze und für solche Änderungen braucht man bei uns Jahr
    zehnte.

    Interessant ist noch weil man sich gar so anstellt also sich finanziell so
    zugeknöpft im unter der Armutsgrenze liegenden Segment gibt landet
    der ein und andere dadurch auch auf der Intensivstation.


    Kosten lt. rnd.de

    Wenn Covid-19-Erkrankte im Krankenhaus beatmet werden müssen,
    können Kosten von zehntausenden Euro pro Fall anfallen.
    Daten der AOK zufolge betragen die Kosten für die Behandlung von
    beatmungspflichtigen Patienten im Schnitt 38.500 Euro.

    Eine Packung mit FFP2 Masken schließt zwar bis zu der Impfung eine
    Infektion nicht aus doch vom Durchschnitt her landen bestimmt nicht
    so viele dort,ob es die Experten so sehen oder verstehen denke ich jetzt
    nicht.



    Doch vielen Dank,ich frage nochmal nach.

  • 3
    1
    Lola
    11.01.2021

    @Klemmi,
    1000 grüne Daumen für ihre letzte Antwort.
    Ich sehe es genauso so wie sie.

    Die Firmen haben sich in unseren größten Not den Arsch aufgerissen und sind Risiken eingegangen. Nun sollen sie auf ihre Ware sitzen bleiben oder ihre Ware trotz Ausgaben so niedrig verkaufen. Das sie in die Knie gehen wo möglich daran.

    Diese Firmen haben dem Staat Kurzarbeiter erspart und indirekt unser Gesundheitssystem am laufen gehalten!

  • 3
    0
    harzruessler1911
    11.01.2021

    @maxs

    zitiere:

    "kann er den ökologischen Aspekt nicht oder nur als "soll" in die Ausschreibung"

    Und genau dies sehe ich als ein Problem, das wesentlich dazu beträgt, dass nicht nur Corona , sondern auch andere Aspekte unserer Wirtschaft immer weniger zuträglich sind, besonders wenn man weiterhin so auf die Globalisierung pocht.

    Macht sich dies nat. ganz gut, wenn unsere Rechte stringent immer weiter eingeschränkt werden, dann aber genau diese stattl. Institutionen , Wirtschaft im Ausland fördern, weil die den unschlagbaren Preis anbieten, aber entweder Kriterien aus dem Grund gar nicht erst auferlegt bekommen oder wenn nur als soll und dann aber nicht absolut nachweisbar nachgeprüft werden.
    Jetzt soll mir mal einer erklären , warum der Rentner mit Minirente, Arbeiter- Niedriglohnsektor / Grundsicherung usw. schauen soll ob er statt "Billigfleisch z.B. auf höherwertiges Fleisch zurück greift oder sich gar an Coronaregeln (alle) halten solle, bei dieser Glaubwürdigkeit?

  • 1
    2
    macxs
    11.01.2021

    Ein Wort zu öffentlichen Ausschreibungen: Man kann sehr wohl die Zuschlagskriterien definieren und in einer Bewertungsmatrix gewichten. Man kann bspw. auch ökologisch bedenkliche Produkte ausschließen.
    Jedoch ist es ja auch so, dass der Einkäufer ein gewisses Budget hat und eine Versorgung gewährleisten muss. Wenn das mit Masken für 1,50€ eben nicht möglich ist, kann er den ökologischen Aspekt nicht oder nur als "soll" in die Ausschreibung aufnehmen. Wirtschaftlichkeit ist als Kriterium aber immer dabei und bei äquivalenten Angeboten - also die, die die Ausschreibungskriterien erfüllen, - dann das ausschlaggebende.

    Da eine Ausschreibung per Definition öffentlich ist, muss man sich nur mal anschauen, welche Kriterien gefordert wurden.

  • 8
    0
    Klemmi
    10.01.2021

    TWe, welchen Lösungsansatz hätten Sie? Die einheimischen Mitarbeiter zum chinesischen Lohnniveau Masken produzieren lassen? Immerhin würde dann die Umweltbilanz stimmen und der Steuerzahler wird jubeln. Steuergeldverschwendung sehe ich in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens, aber nicht bei Beschaffung derartiger Güter. Um ihren ersten Kommentar aufzugreifen: Beim ersten Lockdown saß Deutschland auf dem Trockenen, hier hat sich die Abhängigkeit von Fernost gerächt. Es sprangen einheimische Firmen auf: Maschinen besorgen, Material, alles benötigt Zertifikate und gesetzlich verankerte Qualitäten die Kosten nach sich ziehen. Da ist ein fünfzigfacher Preis und die Frage nach der Berücksichtigung der heimischen Produkte sehr wohl legitim.

  • 3
    2
    428131
    10.01.2021

    Hat man denn die Masken aus Billigländern schon mal überprüft,des Virus wegen ob nicht auch da eine Schuld der vielen Infektionen vorhanden ist.ceni

  • 3
    1
    Keef
    10.01.2021

    Wir leben in der Marktwirtschaft, die deutschen Produzenten sollten daher sich darauf konzentrieren was China nicht anbieten kann, entweder regional zugeschnittene oder qualitativ höherwertige Produkte. Ich habe bei Produkten aus China erlebt, das die auch Qualitätsware anbieten können, dann aber auch zu höheren Preisen. In einigen Bereichen wie TVs ist keine Konkurrenz mehr zu Asien möglich, aber es gibt genügend andere Bereiche auf die man sich spezialisieren kann, BioNTech ist ein gutes erfolgreiches Beispiel, oder auch adidas. Bei Masken sehe ich dies so: wenn minderwertige Einwegware ausreicht, dann kann man diese auch in China bestellen. Falls höherwertige Masken eingekauft werden sollen, dann sollte man ruhig logischerweise die deutschen Hersteller mit betrachten und dann die Angebote + Lieferzeit vergleichen.

  • 3
    1
    harzruessler1911
    10.01.2021

    Nachfrage an @ Ich1966 und@ Dickkopf

    Wenn ich richtig liege kann man doch ( zumindest bei Grundsicherung , aber auch Menschen mit geringem Einkommen) Sonderbedarf beantragen, lt.SGB.
    Gibt es dies denn in dem Fall Masken nicht? Hat das schon mal jemand versucht?
    Also ich finde schon , dass dies ein Sonderbedarf ist, zumal dieser ja eindeutig unverschuldet entsteht bzw. eine staatl. verordneter verpflichtender Bedarf ist.

  • 4
    2
    harzruessler1911
    10.01.2021

    @ Ich1966 und @ Dickkopf

    Ich kann Euch nach der dargestellten wirtschaftlichen Situation, in welcher Ihr Euch befindet schon verstehen. Für jemanden mit Grundsicherung oder nur geringem Einkommen kann man zusätzlichen Kosten, nicht mal so eben aus der Portokasse zahlen. Ich hatte auch schon mal in einem anderen Beitrag geschrieben, dass man bei allen Umweltschutzgedanken nicht vergessen darf , dass es leider auch in Deutschland Menschen gibt, welche sich dies leider nicht leisten können ( war glaube bei dem Lied der Oma- Umweltsau)

    Wenn ich aber den obigen Beitrag richtig verstanden habe geht es um Masken für den öffentlichen Dienst , also deren Mitarbeiter .

    zitiere
    ""Bei Ausschreibungen für den öffentlichen Dienst waren sie mit einem Einkaufspreis von 1,50 Euro zu teuer. """

    Diese werden nach Tarif bezahlt, bekommen die Masken event. sogar zur Verfügung gestellt, weiß ich aber nicht genau ( event. auch Land o. Landkreis abhängig o. n. Tätigkeitsbereich)

  • 13
    1
    chemnitzmischa
    10.01.2021

    IMHO: Klares Staatsversagen. Aus dem Engpass medizinischer Schutzausrüstung im Frühjahr sollte auch der schlecht informierte Politiker wissen, wie wichtig gesicherte Versorgung im Krisenfall ist. Die fehlende Ressourcen waren Folge früherer Versäumnisse, wie Politiker widerwillig zugaben.

    Versorgungssicherheit setzt zwangsläufig Herstellerkapazität in D. voraus. Die kann wirtschaftlich nur bei laufender Erzeugnisabnahme vorgehalten werden. Nun wieder der gleiche verhängnisvolle Fehler! Der Behördenmitarbeiter muss nach seinen Vergabevorschriften vom Billiganbieter kaufen, deshalb sind geänderte politische Maßgaben nötig.

    Einerseits Grundrechtseinschränkungen und lästige Auflagen für das Alltagsleben anzuordnen, andererseits Grundsätze zentraler Schutzaufgaben des Staates mindestens fahrlässig zu vernachlässigen, zudem Unternehmer mit ihren aus Verantwortung vorfinanzierten Investitionen im Stich zu lassen, geht so nicht zusammen und unergräbt die Akzeptanz staatlichem Handelns.

  • 6
    7
    TWe
    10.01.2021

    @Klemmi
    So einfach, wie Sie es hier darstellen, ist die Realität doch nicht. Suppenfrosch hat es schon richtig aufgezeigt. Es kommt auf den Kriterienkatalog der Ausschreibung an.

    An dieser nehmen dann offenbar neben deutschen Produzenten auch deutsche Importeure ausländischer Produkte teil. Und entsprechend der Ausschreibungskriterien ist ( wie von Suppenfrosch bereits erklärt) das wirtschaftlichste Angebot zu wählen.

    Im Artikel wird von einer Ausschreibung gesprochen und es werden in diesem Zusammenhang zwei Gebotspreise (0,03 EUR Fernostprodukt; 1,50 EUR dt. Produkt) genannt. Ob es weitere Ausschreibungskriterien gab, wissen wir nicht.

    Wenn die Unternehmerin vor diesem Hintergrund annimmt, dass für ihre Produkte der 50fache Preis des Konkurrenzproduktes gezahlt wird, lebt sie nicht in der Realität.

    Ein Vertreter der öff. Hand, der eine solche Entscheidung trifft, hätte in Abhängigkeit vom Beschaffungsvolumen recht schnell Kontakt mit dem Staatsanwalt...

  • 3
    18
    Ich1966
    10.01.2021

    Wenn interessiert das.

    Natürlich ist es so das man seine
    Produkte dort kauft wo der Preis
    die Qualität und der Service stim
    mt.

    Das die einheimischen Hersteller
    jetzt blöd darstehen ist nur die
    Spitze vom Eisberg.

    Ich Grundsicherungsempfänger
    kann mir wie 100.000tsd. andere
    auch Hartz4 Empfänger als auch
    Rentner erst recht keine einheimi sche... Maske kaufen.

    IN TSCHECHIEN ALS AUCH ÖST
    ERREICH BEKAMMEN DIESE MEN
    SCHEN DORT EINMALIG 150 bzw. 450Euro AUFGRUND DER HOHEN UNKOSTEN IN DER PANDEMIE!!!


    Was jetzt eigentlich nichts außer
    der vollen zustimmung der Weis
    heit von KARL MARX.

    Der Kapitalist (damit sind nicht
    die Hersteller sondern die Initia
    toren gemeint) ist sein eigener,-
    aller Totengräber;wie wahr.

    GOTT SEI DANK!

  • 10
    7
    Dickkopf100
    10.01.2021

    Habe mir Masken bei Amazon bestellt. Nun werden das viele verwerflich finden, nur ist es eben auch eine finanzielle Frage. Ich zahle für die Masken aus China ca.7 € für 100 Stück, da komme ich lange hin und verschenke noch haufenweise an andere Leute, die ihre oftmals vergessen haben. Ein Bekannter in meiner Nachbarschaft hat ein 50er Paket in der Apotheke gekauft für sage und schreibe 24,99 €. und ich spreche hier von Einwegmasken. Wir haben seine Masken ( Made in Europa) mit meinen chinesischen Billig-Masken verglichen: Meine Chinamasken haben im Qualitätsvergleich viel besser abgeschnitten als die europäischen. Das ist die Wahrheit. Vielleicht liegt hier auch ein Problem bei der Verarbeitung in Europa und Deutschland, nur bezweifle ich stark, dass die deutschen Masken so viel besser sind. Und wenn ja, wie hoch ist dann der Preis? Und Patriotismus wegen den Masken kann ich mir auf Grund meines niedrigen Einkommens NICHT leisten, leider...

  • 14
    6
    Pixelghost
    10.01.2021

    Dann sollten Behörden in Zukunft Fahrzeuge chinesischer Hersteller fahren. Da können die dann Steuergelder sparen.
    Vielleicht sollte ein Bundesland oder die Regierung in Berlin mal Anteile an einem Hersteller für Medizinprodukte erwerben...oder man schreibt ein Medizinprodukte-Hersteller-Gesetz, wie es ein Automobilhersteller-Gesetz für eine ganz bestimmt Marke gibt.

  • 24
    1
    harzruessler1911
    10.01.2021

    Ich sehe es auch wie einige Poster und finde den Kommentar "Eigentor" angebracht.
    Überall tönen unsere Politiker groß mit: Umweltschutz, Menschen und Kinderrechte usw......tragen unsere Verfassung wie das heiligste Buch der Welt vor sich her. Aber dann fördern diese durch u.a. o.g. Vergabe Länder ( nicht nur China) in welchen dies gar nicht oder nur eingeschränkt gelebt wird.
    Wir kaufen Strom im benachbarten Ausland wenn unserer nicht reicht, welche mit Atomkraft produzieren, wo Kinderarbeit kein Fremdwort ist, sehr wohl aber anständige Arbeitsbedingungen oder gerechte Löhne , in deren Wortschatz nicht vorkommt.
    Wenn ich Dinge , welche ich von und mit unserem Volk fordere, im Ausland nicht selbst kontrollieren kann , will ...dann kauft man da nicht, wenn man es ernst nimmt, schon gar nicht als Staat .Ich rede nicht von Kontrolle nach Aktenlage oder vorher angekündigt.
    Noch dazu in diesen Zeiten, wo inländische Existenzen bis zum norm. Arbeiter stark gebeutelt werden .

  • 30
    2
    Konda
    10.01.2021

    Meiner Ansicht nach ist neben dem Arbeitsbedingungen und der Qualität noch ein anderer Punkt sehr wichtig: Bei (zu erwartenden) weiteren Krisen können wir nicht davon ausgehen, dass wir stabile Lieferketten aus dem Ausland haben. Das hat der bisherige Verlauf ja gut gezeigt. Deswegen müssen wir für Krisen relevante Güter auch wieder in der Region produzieren. Das betrifft nicht nur Medizintextilien, sondern auch andere medizinische Güter und Lebensmittel.

  • 10
    6
    Lola
    10.01.2021

    Fakt ist im Frühjahr hat sich, ja gezeigt daß unser Staat nicht nur auf Produktion in China setzen sollte.
    Denn teilweise hat sich auch China im voraus bezahlen lassen (wzb.: bei Einmalmasken), trotz leere Lager und Deutschland und Deutschland verlor das Geld. Teilweise lieferte aber, auch China damals minderwertige Masken aus.

    Deutschland müsste ja, nun aus Frühjahr gelernt haben?! Hatte damals nicht umsonst händeringend Deutschehersteller gesucht. Das damals entsprechend der Nachfrage und der Firmenanpassungen/Produktioningeumstellung,... die Preise höher sein werden als in China war klar.

    Aber es hat auch Arbeitsplätze gesichert!

    Der Staat sollte die alte Bestellung im vollem Umfang bezahlen und damit die neuen deutschen Produktionsstätten für Schutzausrüstung im Gesundheitswesen gesichert bleiben. Eben nun neue Verträge aushandeln mit den deutschen Produktionsstätten. Denn das wäre ein Gewinn für alle.

  • 27
    3
    Freigeist14
    10.01.2021

    lax124@ Sie haben sicher den rührenden Auftritt der Kanzlerin in der Neujahrsansprache noch im Sinn . Da war viel von Miteinander, Zusammenhalt und Solidarität die Rede .Gilt auch für Masken von hier . Die Hersteller vertrauten auf die Sonntagsreden . Also was soll Ihr abschätzender Kommentar ?

  • 9
    31
    lax123
    10.01.2021

    Mal gewinnt man, mal verliert man.
    Zum Glück sind die öffentlichen Stellen an Ausschreibungen gebunden, sonst wirds am Ende wieder Steuererhöhungen geben.

    Alle die hier meckern - ihr tragt sicherlich nur Masken aus einheimischer Produktion?!?

  • 31
    0
    Klemmi
    10.01.2021

    TWe: Ihre Auffassung in allen Ehren, berücksichtigen Sie allerdings auch die Qualität? Qualität nicht nur im Sinne des Endprodukts, sondern auch Qualität der Produktion? Wenn ich „Made in Germany“, dem „Made in China“ gegenüberstelle, wird letzteres, aus finanzieller Sicht, immer den Rang ablaufen. Haben öffentliche Institutionen auch nicht eine gewisse Verantwortung? Ich denke schon und Billig hatte schon oft eine böse Überraschung in Petto. Es ist wie immer: Der Preis entscheidet und unsere Politik lernt leider nichts dazu. Masken aus Fernost, stehen sinnbildlich für den weiteren Weg: Hauptsache billig, das Pflegepersonal wird weiter zu Dumpinglöhnen verheizt, jetzt wo die Impfungen laufen, ist ja alles wieder gut und weiter gehts im alten Trott.

  • 21
    3
    Suppenfrosch
    10.01.2021

    @TWe nicht das billigste Angebot ist bei öffentlichen Ausschreibungen zu wählen, sondern das wirtschaftlichste. Bei letzterem kann man verschiedene "weiche Faktoren" mit einfließen lassen. Leider wird oft der Einfachheit halber wirtschaftlich mit billig gleichgesetzt.

    Und sind wir ehrlich, wenn mal nicht das billigste Angebot genommen würde, wären sofort gewisse "Kandidaten" am Start und würden Steuerverschwendung anprangern. Es hat also keiner der Entscheidungsträger Lust auf eine aufwendige Begründung der Wirtschaftlichkeit um sich im Nachgang dennoch in die Nesseln zu setzen.

  • 17
    13
    TWe
    10.01.2021

    @MuellerF
    "Bei öffentlichen Ausschreibungen sollte nicht nur auf den Preis geschielt werden.
    Standards in der Produktqualität..."

    So läuft es regelmäßig auch. Falls die öffentliche Hand sich nicht daran hält, haben die unterlegenen Bieter umfangreiche Widerspruchs- und Klagemöglichkeiten. So manches große Vorhaben der öff. Hand hat sich dadurch in der Vergangenheit bereits massiv verzögert.

    Die Berücksichtigung von Arbeitsbedingungen bei der Herstellung innerhalb der Ausschreibung ist hingegen schwierig bis unmöglich. Wenn die Fernost-Produkte pauschal und ohne nachweisbare Begründung (Wo soll die öff. Hand diese herbekommen?) aufgrund der Arbeitsbedingungen von der Vergabe ausgeschlossen werden, dann ist zu erwarten, dass sich die unterlegenen Bieter dagegen wehren. Diese sind im Übrigen auch Unternehmer von hier - nur eben keine Produzenten, sondern Importeure.

  • 16
    17
    TWe
    10.01.2021

    @vonVorn und @Leseathlet
    Über die Schutzklassen bzw. die Spezifikationen der in Rede stehenden Masken wurde hier nichts geschrieben. Da sich die Unternehmerin auf eine öffentliche Ausschreibung bezieht, ist davon auszugehen, dass die Preise für vergleichbare Produkte aufgerufen wurden. Und genau das ist der Punkt, den ich kaum glauben kann - selbst dann nicht, wenn das eine Konkurrenzprodukt aus Fernost kommt.

    Wahrscheinlich ist es so, dass hier entweder nicht richtig recherchiert oder bei der Formulierung des Artikels vergleichsweise oberflächlich gearbeitet wurde.

    Zusammenfassend erachte ich Ihre Anmerkungen genauso berechtigt wie meine. Ein "rundes Bild" ergibt sich dabei jedoch aus keiner dieser Perspektiven.

  • 51
    6
    BuboBubo
    10.01.2021

    @TWe: Ihr Beitrag liest sich wie ein Destillat aus dem Programm der Freien Demokratischen Partei. Sie fordern im Kostüm des Steuerzahlers eine Wirtschaftspolitik, die den deutschen Unternehmen chinesische Verhältnisse verordnet, damit diese überhaupt noch eine Chance zur Teilhabe am deutschen/europäischen Markt haben. Solange Sie in einem solchen Unternehmen nicht arbeiten und in keinem chinesischen Quartier für Wanderarbeiter hausen müssen, ist solch eine Forderung wohlfeil.
    Man muss andererseits nicht gleich in Trumpismus verfallen, um dieses Problem aus der Welt zu schaffen. Dennoch sollte eine Würdigung der hiesigen Arbeitsbedingungen und Qualitätsanforderungen angemessen in eine öffentliche Ausschreibung einfließen - und dann kommt vielleicht etwas anderes heraus als "CHEAPEST FIRST".

  • 53
    5
    MuellerF
    09.01.2021

    @TWe: Ich finde, der Kommentar unterm Artikel hat schon recht.
    Bei öffentlichen Ausschreibungen sollte nicht nur auf den Preis geschielt werden.
    Standards in der Produktqualität, den Arbeitsbedingungen bei Herstellern, Entlohnung der Mitarbeiter etc. sollten mit einbezogen werden.
    Quasi ein Punktesystem für die Bewerber- bei Gleichstand von Konkurrenten könnte man dann losen oder den Auftrag splitten.

  • 65
    6
    Leseathlet
    09.01.2021

    Nach rein preislicher Betrachung würde wohl immer das Produkt aus Fernost (speziell China) gewinnen – trotz des langen Transportwegs.

    @TWe: Unterschied Wegwerfmaske vs. hochwertige Mehrfachnutzungsmaske ist bekannt? Und die Historie, dass im letzten Jahr nach lokaler Produktion gefragt wurde, ebenso?

    Ich bin für hohe Zölle, wenn verwendete Materialien und Produktionsbedingungen im Herkunftsland nicht klar feststellbar und mit EU-Bedingungen vergleichbar sind. Oder noch besser: Dann Importverbote.

  • 44
    10
    vonVorn
    09.01.2021

    @Twe, "wer billig kauft, kauft zweimal" schon mal gehört?

  • 43
    3
    Malleo
    09.01.2021

    TWe
    Ich kenne andere Zahlen von einem mir bekannten Unternehmer.
    FFP 2 Einkauf 1,4€, Abgabe 1,7€ und die Apotheken bekamen 6,5€ von Herrn Spahn.
    Aber das mit der erneuten Beschaffung in Fernost stimmt.
    Gleicher Unternehmer wollte auch eine Fertigung aufbauen.
    Wir sprachen darüber sehr intensivauch weil die Zertifizierung, Zeit und Geld dafür kaum zu kalkulieren ist.
    Die Bürokraten sind ja mit Faxen beschäftigt....
    Er hat es gelassen, eine richtige Entscheidung, es wäre eine Fehlinvestition geworden.

  • 21
    62
    TWe
    09.01.2021

    Ist dieser Artikel wirklich ernst gemeint?

    Hier wird eine Unternehmerin zitiert, die scheinbar wirklich erwartet, dass ihr die öffentliche Hand Masken zum fünfzigfachen (!) Preis der Konkurrenzprodukte aus Fernost abnimmt.

    Wir haben in Deutschland u. a. deshalb ein so komplexes Ausschreibungsrecht, damit die öffentliche Hand gezwungen wird, öffentliche Gelder sparsam auszugeben. Vor diesem Hintergrund kann ich gar nicht glauben, dass Frau Barth offenbar vor wenigen Monaten davon ausgegangen ist, in Größenordnungen Masken zu diesem Preis verkaufen zu können. Oder hat sie den Verkaufspreis vorher gar nicht kalkuliert?

    Liebe FP, der hier abgedruckte "Eigentor-Kommentar" zeugt angesichts dessen von einem substanziellen Mangel an Realitätssinn.