Besucheransturm bei Ostermarkt auf Schloss Wolkenburg

Weil die Gäste weniger wurden, hat die Stadtverwaltung die Organisation selbst übernommen. Das Konzept ging auf - noch aus einem anderen Grund.

Wolkenburg.

Mehr als 1000 Besucher - so viel wie noch nie - sind am Samstag zum Ostermarkt auf Schloss Wolkenburg gepilgert. An allen Zufahrtsstraßen parkten Autos, auch die Wiesen entlang der Mulde waren bevölkert. Mit der Neuauflage der Veranstaltung erlebte der mittelalterliche Flecken diesmal eine Premiere: Erstmals zeichnete die Stadt Limbach-Oberfrohna für die Organisation verantwortlich.

Als Hofzeremonienmeister stand Ortsvorsteher Reinhard Iser im Brennpunkt des Geschehens. "Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden", sagte der Gastgeber und war doch etwas überrascht. "Mit diesem Ansturm haben wir nicht gerechnet", fügte er hinzu. Nach den vorangegangenen weniger gelungenen Märkten seien die Organisatoren gespannt gewesen, welche Reaktionen es auf die Einladung dieses Mal gebe. Iser räumte ein, dass es schon eine kühne Überlegung gewesen sei, die Regie des Marktes in die eigenen Hände zu nehmen. "Das ist nicht die Aufgabe der Stadtverwaltung, wir sind keine Eventmanager", sagte er. Aber er habe engagierte Partner gefunden, allen voran die 30 Händler und Gewerbetreibenden sowie Künstler. Seiner Meinung nach sei das Konzept auch aufgegangen, weil das Schlossinnere wieder mehr genutzt wurde.

Jahrelang hatten private Veranstalter das Spektakel organisiert. Doch ein Besucherrückgang war zu verzeichnen. Die Stadt Limbach-Oberfrohna suchte wie bei anderen Märkten neue Konzepte und übernahm die Organisation. "Natürlich prüfen wir, was nächstes Mal geändert werden muss", sagte zum Abschluss Iser und erhielt bereits anerkennende Worte. "So wollen wir den Markt haben, der macht Spaß und ist in unserem Sinne", zollte nicht nur Erika Richter aus Kaufungen den Organisatoren Lob.

Während im Vorjahr der Markt abgebrochen werden musste, weil Schnee und Eis die Zufahrt erschwerte, kamen jetzt bei Sonnenschein viele Ausflügler ins Schloss. Der Reiz des Marktes: Auch künstlerische und handwerkliche Darbietungen wurden offeriert. Im Schlossgarten wusste der Kultur- und Abenteuerverein die Gäste mit seinen Geschicklichkeitsspielen zu begeistern. Am Fuße der Schlossmauer beeindruckte Heiko Wittig mit seinen Kettensägen-Vorführungen. Von den in Oster-Kostüme gekleideten Mädchen Finja, Kim und Alina wurden Schokoladenostereier verschenkt. Claudia Dietrich war mit ihren Kindern für dieses Angebot verantwortlich. Der Schlosshof gehörte einem der besten Marionettenspieler des Erzgebirges: Frank Hübner aus Gelenau zeigte seine Kunst. Im stilvollen Ambiente des Schlosssaales wurden unterschiedliche Techniken wie die sorbische Osterwachsmalerei und die Blaumalerei vorgestellt.


Das neue Konzept: Mehr Dekoration, Kunsthandwerk und kulinarische Angebote

Anett Groh aus Uhlsdorf gehörte zu den Organisatoren des Ostermarktes. Als Kräuterpädagogin offerierte sie in ihrer Marktbude Uhlsdorfer Marmelädchen hausgemachte Spezialitäten. "In meinen Händen lag diesmal auch die Aufgabe der Dekoration der Veranstaltung, ein Punkt, der in den Vorjahren kritisiert worden war." Und so zählten neben Blumenschmuck auch besondere Stoffhühner zu den Deko-Elementen. Diese fanden in den Auslagen der Händler einen Stammplatz. "Seit Weihnachten hat uns der Markt beschäftigt. Unser Angebot scheint gelungen. Die Reaktion des Publikums war sehr aufgeschlossen."

Jana Gutte aus Chursdorf präsentierte Enteneier-Kreationen. Sie begeistert sich seit Jahren für Kunsthandwerk und Malerei. "Für den Markt habe ich einmal etwas anderes gestalten wollen. Und so habe ich Enteneier farblich strukturiert und als Vase gestaltet. Bestimmt war dieses Angebot für junge Leute, die für das Brauchtum eher weniger zu begeistern sind. Nun hat sich gezeigt, dass gerade das reifere Publikum daran seine Freude hat." Die Hobby-Künstlerin zeigte sich angetan vom Umfeld des Ausstellungsplatzes im Festsaal des Schlosses. "Auch das Wetter passte und die Atmosphäre war einzigartig."

Dirk Richter vom Team der Limbacher Teichwirtschaft war an der Feuerschale zugange. Der in der Hitze geräucherte Lachs stellte ein nichtalltägliches kulinarisches Angebot dar und fand seine Feinschmecker. "Unser Flamm-Lachs-Angebot schmeckt sonst auch den Besuchern des Chemnitzer Weihnachtsmarktes." Die Fischexperten hatten extra gelagertes Buchenholz mitgebracht. "Das ist drei Jahre getrocknet, darf nicht zu sehr qualmen", so der Räuchermann. Dessen Chef musste angesichts der Nachfrage bereits mittags Nachschub herbeibringen. Den hatte er frisch aus dem Norden geordert. (hy)

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