Brand in Euba: Feuerwehr fast zwei Tage lang im Dauereinsatz

Rund 650 Strohballen wurden vernichtet. Für die 500 Kühe des betroffenen Landwirtschaftsbetriebes könnte nun bald das Futter knapp werden.

Euba.

Das Feuer auf einem Feld nahe der Talsperre Euba galt schon fast als erledigt. Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, fünf freiwilliger Wehren und des Technischen Hilfswerks hatten seit Sonntagabend versucht, die brennenden Strohballen, die auf dem Feld lagerten, zu löschen. Dicker, weithin sichtbarer Rauch hatte auch die umliegenden Wohngebiete erreicht. In der Nacht zu Dienstag, gegen 1.30 Uhr hieß es dann, der Brand sei bekämpft. Doch am Dienstagmorgen gegen 7.45 Uhr musste die Feuerwehr erneut mit fünf Fahrzeugen anrücken, weil sich wieder Brandherde gebildet hatten. Bei gepressten Strohballen sei das allerdings fast erwartbar gewesen, sagte Harald Görner, der mit dem Einsatzführungsdienst der Feuerwehr betraut war. "Einen solchen Einsatz haben wir lange nicht gehabt", fügte er hinzu. Erst am frühen Dienstagabend kam die Entwarnung: Die Einsatzkräfte der Feuerwehr können abrücken, nur punktuell wird noch nachkontrolliert.

"Alle 650 Strohpakete sind vernichtet", sagte Andreas Hahn, Vorstandsvorsitzender des Wirtschaftshofes Euba, dem das Stroh gehörte. Es sei das erste Mal, dass es in der landwirtschaftlichen Genossenschaft einen solchen Großbrand gab. Er gehe - genauso wie die Polizei - von Brandstiftung aus. Indiz dafür war der Hinweis eines Zeugen, der kurz nach Ausbrechen des Feuers vor Ort war. Er hatte beobachtet, dass die auf- und nebeneinander gestapelten Pakete jeweils an den Stirnseiten in Flammen standen. "Ich denke aber nicht, dass uns da jemand gezielt etwas Böses wollte", fügt Hahn hinzu. Der Brand habe das Unternehmen stark getroffen. "Wir sind auf jedes Paket Stroh angewiesen", so Hahn. Denn es werde als Zu-Futter und als Einstreu in den Kuhställen benötigt. Aufgrund der Dürre habe man "bei Weitem nicht so viel Stroh bergen können wie üblich", erklärt Hahn. Selbst wenn die Versicherung den Schaden bezahlen sollte, sei in diesem Jahr wegen der Knappheit "Stroh wertvoller als Geld", sagt Hahn. Bisher habe das Unternehmen das Futter für seine rund 500 Milch- und Mutterkühe selbst produzieren können. "In diesem Winter werden wir mit sehr rationiertem Futter auskommen müssen", so Hahn. Ob welches nachgekauft werden muss, werde später im Jahr entschieden. Immerhin stünden noch ein paar Monate Vegetationszeit bevor. Die Höhe des entstandenen Schadens könne er darum nur schwer beziffern, denn sie hänge vom Wiederbeschaffungswert ab.

Bei den Löscharbeiten halfen auch bis zu vier Mitarbeiter des Unternehmens, erklärte Hahn. Sie haben mit landwirtschaftlichem Gerät die Strohballen zerteilt, damit diese besser gelöscht werden konnten. (mit reu, jan)

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